Gut zwölf Prozent der Arbeitsplätze in Information und Kommunikation
Im Stadtkreis zählte das Statistische Landesamt am 30. Juni 2024 genau 189.689 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. 23.084 davon arbeiteten im Wirtschaftsabschnitt Information und Kommunikation, zu dem Softwarehäuser und IT-Dienstleister gehören. Das sind 12,2 Prozent, im ganzen Land waren es 4,2 Prozent. Wir haben den Anteil für alle 44 Stadt- und Landkreise aus derselben Tabelle nachgerechnet: Höher liegt er nur in einem Landkreis.
Weitere 34.454 Menschen hatten ihre Stelle bei freiberuflichen, wissenschaftlichen, technischen und sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistern, 17.673 im Verarbeitenden Gewerbe. Im Handwerk waren Ende 2025 in der Stadt 3.453 Betriebe eingetragen, 17 mehr als ein Jahr davor. Den ganzen Kammerbezirk mit sieben Stadt- und Landkreisen beziffert die Handwerkskammer auf 20.858 Betriebe.
Ausgründungen aus dem KIT: das Hochschulkonto läuft ab
Über 500 Firmen sind nach Angaben der KIT-Gründerschmiede in den vergangenen zehn Jahren aus dem Karlsruher Institut für Technologie hervorgegangen, und jedes Jahr entscheiden sich mehr als 50 Teams für eine Gründung (Stand März 2026). Wer am KIT angestellt ist oder studiert, hat dort ein Benutzerkonto mit eigener E-Mail-Adresse.
Dieses Konto ist laut Rechenzentrum des KIT befristet und an den Vertrag oder die Immatrikulation gebunden. Fällt das weg, beginnt ein Ablauf, an dessen Ende das Konto gesperrt und die persönlichen Daten gelöscht sind. Läuft das Konto beim Cloud-Anbieter, bei der Domain oder im App-Store der jungen Firma noch auf so eine Adresse, kommt die Mail zum Zurücksetzen des Passworts danach bei niemandem mehr an.
Stellen Sie deshalb alle Firmenkonten auf Adressen der eigenen Domain um, solange das Hochschulkonto noch läuft, für Cloud und Domain am besten auf eine Funktionsadresse. Im Tresor steht dann beim Eintrag, welche Adresse hinterlegt ist. Mehr für junge Teams steht auf der Seite für Start-ups. Für Schnittstellen-Schlüssel und Deploy Keys gilt, was auf der Seite für Softwareentwickler steht.
IT-Sicherheitscheck der IHK, Beratung der Handwerkskammer
Die IHK Karlsruhe hatte am 1. Januar 2026 im ganzen Kammerbezirk 72.730 Mitgliedsunternehmen. Ihnen bietet sie einen kostenfreien IT-Sicherheitscheck an (Stand der Kammerseite am 15. Oktober 2026). Der Betrieb macht vorher einen Online-Test und füllt einen Fragebogen aus. Danach arbeitet ein Berater der IHK im Betrieb eine Checkliste ab, je nach IT bis zu zweieinhalb Stunden, und prüft Web- und Mailserver mit öffentlich verfügbaren Scannern.
Den IT-Verantwortlichen des Betriebs will die IHK beim Termin dabeihaben. Ist das ein externer Dienstleister, schreiben Sie vorher auf, wer welche Admin-Zugänge kennt.
Die Handwerkskammer Karlsruhe führt den CyberSicherheitsCheck des Landes kostenfrei auf Termin durch, mehr dazu auf der Seite für Baden-Württemberg. In ihrer Digitalisierungsberatung nennt sie neben IT-Sicherheit auch mobiles Arbeiten mit Smartphone, Tablet und Cloud sowie Zeiterfassung und Einsatzplanung für mobile Monteure. Bei diesen Themen entstehen Zugänge, die mehrere Leute nutzen und die nach dem Weggang eines Gesellen neue Kennwörter brauchen (Handwerksbetriebe).
Beispiel: eine Ausgründung für Verkehrsdaten
Ein erfundener Fall: Drei Gründer haben aus einem Institut heraus eine GmbH gegründet, die Daten von Verkehrszählstellen für Kommunen auswertet. Die Geschäftsführerin arbeitet nur noch in der Firma, die beiden Mitgründer hatten bis zum Frühjahr halbe Stellen am Institut. Dazu kommen fünf Entwicklerinnen und Entwickler und eine Teilzeitkraft für die Buchhaltung.
Das Konto der Cloud-Konsole lief auf die KIT-Adresse eines Mitgründers. Als sein Vertrag endete und das Hochschulkonto gesperrt wurde, ging die Mail zum Zurücksetzen ins Leere, und den Code für die Anmeldung hatte nur sein Handy. Heute laufen Cloud, Domain und Code-Hosting auf Funktionsadressen der Firma.
Im Tresor gibt es vier Sammlungen: „Infrastruktur“ mit diesen Konten und ihren Bestätigungscodes, „Entwicklung“ mit Testsystemen und Dashboards für alle aus dem Team, „Buchhaltung“ für die Teilzeitkraft und die Geschäftsführerin, „Geschäftsführung“ nur für sie. Weil Passwort und Code damit im selben Tresor liegen, hängt der Schutz am Tresor selbst, und dort gilt die Zwei-Faktor-Pflicht für alle Mitarbeiter. Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein, die Geschäftsführerin hat das gleich am ersten Tag erledigt (Bestätigungscodes im Team teilen).
Sie ist die einzige Eigentümerin der Organisation, eine Administratorrolle hat sie nicht vergeben. Beide Rollen sehen jede Sammlung, auch „Geschäftsführung“. Der technische Mitgründer ist „Infrastruktur“ als Manager zugewiesen und pflegt dort die Einträge, neue Kolleginnen lädt die Geschäftsführerin selbst in den Tresor ein. Geht jemand aus dem Team, sperrt sie das Konto, und das Team ändert die Passwörter nach der Checkliste für ausscheidende Mitarbeiter.
Den Notfallzugang hat sie dem technischen Mitgründer eingeräumt, der als Mitgesellschafter alle Firmenzugänge nutzen darf. Übernimmt er nach der Wartezeit ihr Konto, hat er die Eigentümerrolle: Er kommt an alle Sammlungen und kann die Konten der anderen wiederherstellen. Den Ablauf beschreibt der Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.
Kosten und Betreuung per Fernwartung
Ihre Firma mietet den Server auf eigenen Namen bei netcup, ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt., und behält ihn nach einer Kündigung mit allen Daten. Für Einrichtung und Wartung zahlen Sie 16,99 € im Monat inkl. MwSt., unabhängig von der Zahl der Nutzer, bei 12 Monaten Mindestlaufzeit. Das Angebot gilt nur für Unternehmer.
Mit dem Backup-Paket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. sichern wir den Tresor täglich verschlüsselt an einem zweiten Ort. Ohne dieses Paket sichern wir nicht, dann exportieren Sie selbst verschlüsselt. Hilfe im Alltag rechnen wir mit 74,99 € je Stunde inkl. MwSt. ab, je angefangene Viertelstunde. Den Tresor betreuen wir per Fernwartung aus Dresden.
Für Kanzleien gibt es eigene Seiten für Anwälte und Steuerberater. Den Rest klären wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) am Telefon oder per Video.
Anlaufstellen für Firmen in Karlsruhe
| Datenschutz-Aufsicht für Firmen | Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg |
|---|---|
| Polizei bei Cyberangriffen auf Firmen | Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des LKA Baden-Württemberg |
| Einwohner | 309.247 (31.12.2025, Statistisches Bundesamt, Basis Zensus 2022) |
| IHK | IHK Karlsruhe, Lammstraße 13-17 |
| Handwerkskammer | Handwerkskammer Karlsruhe, Friedrichsplatz 4-5 |
| Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort | 189.689 (30.06.2024) |
| Handwerksbetriebe in der Stadt | 3.453 (31.12.2025) |
Passwortheld kommt aus Dresden und arbeitet per Fernwartung. Für Firmen in Karlsruhe heißt das: Niemand muss einen Termin im Büro freihalten, die Einrichtung läuft aus der Ferne, das Erstgespräch am Telefon oder per Video.
Quellen: Statistisches Bundesamt: Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 31.12.2025; Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni 2024 (PDF); KIT: Start-ups, der Gründungsboom ist hausgemacht (24.03.2026); IHK Karlsruhe: IT-Sicherheitscheck; Handwerkskammer Karlsruhe: Alle Zahlen auf einen Blick. Stand: 14.10.2026.