4.705 Kammermitglieder, darunter 105 PartGmbB
Laut Mitgliederstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer gehörten der Rechtsanwaltskammer Karlsruhe am 1. Januar 2026 insgesamt 4.705 Mitglieder an. 4.524 davon sind zugelassene Anwältinnen und Anwälte, 769 von ihnen mit Syndikuszulassung, allein oder neben der Zulassung als Rechtsanwalt. Dazu kommen 179 zugelassene Berufsausübungsgesellschaften: 105 Partnerschaften mit beschränkter Berufshaftung, 63 Rechtsanwalts-GmbH und wenige andere Rechtsformen.
Auch jede dieser Gesellschaften muss nach der beA-Seite der Kammer ein eigenes beA empfangsbereit halten, neben den Postfächern ihrer Berufsträger. Welche Zugänge eine Kanzlei gemeinsam nutzt und welche persönlich bleiben, steht auf der Branchenseite für Anwälte.
43 BGH-Anwälte und die Kanzleien, die ihnen zuarbeiten
In zivilrechtlichen Revisionsverfahren können sich die Parteien nach § 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO nur durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt vertreten lassen. Diese BGH-Anwälte bilden eine eigene Kammer, die Rechtsanwaltskammer beim Bundesgerichtshof mit Sitz im Hauptgebäude des Gerichts in der Herrenstraße. Am 1. Januar 2026 hatte sie 43 Anwältinnen und Anwälte und eine Berufsausübungsgesellschaft. Nach § 172 BRAO treten sie nur vor dem Bundesgerichtshof, den anderen obersten Gerichtshöfen des Bundes und dem Bundesverfassungsgericht auf.
Die Kammer beschreibt die Arbeit als Vier-Augen-Prinzip: Der BGH-Anwalt arbeitet mit der Prozessakte und tauscht sich fast immer mit dem Voranwalt aus. Braucht die BGH-Kanzlei dabei einen Zugang, etwa zum Datenraum eines Mandanten, schicken Sie ihn als sicheren Link mit Ablaufdatum und begrenzter Zahl von Abrufen statt per E-Mail. Ob der Mandant die Weitergabe erlaubt, klären Sie vorher mit ihm.
Bundesverfassungsgericht: seit August 2024 nur noch elektronisch
Nach § 23c BVerfGG müssen Anwälte Schriftsätze und Anlagen an das Gericht als elektronische Dokumente übermitteln. Laut Hinweisen des Gerichts gilt das seit dem 1. August 2024, Post und Telefax wirken für Anwälte seitdem nicht mehr. Jedes Dokument außer den Anlagen braucht eine qualifizierte elektronische Signatur der verantwortenden Person, oder diese Person signiert einfach und sendet über ihren eigenen sicheren Übermittlungsweg, für Anwälte also das beA.
Fällt der zuständige Anwalt länger als eine Woche aus, muss er nach § 53 BRAO für eine Vertretung sorgen. Reicht die Kollegin, die ihn vertritt, einen Schriftsatz zur Verfassungsbeschwerde ein, ist sie die verantwortende Person: Sie signiert qualifiziert, oder sie signiert einfach und sendet selbst aus ihrem eigenen beA. Das Recht, einfach signierte Schriftsätze aus seinem Postfach zu senden, kann er nach § 23 Abs. 3 RAVPV niemandem übertragen.
Zertifikat und PIN darf er nach § 26 RAVPV auch keiner anderen Person überlassen. Beides gehört deshalb nicht in den Tresor der Kanzlei, nicht einmal in den persönlichen Bereich, denn Eigentümer und Administratoren der Organisation können diesen über die Kontowiederherstellung öffnen.
beA-App und Seminarportal der Kammer
Auf ihrer beA-Seite verweist die Kammer auf eine Anleitung der Bundesrechtsanwaltskammer zur beA-App von 2024. Danach braucht man ein Softwarezertifikat der Zertifizierungsstelle der Bundesnotarkammer, das im beA hinterlegt und mit der beA-Karte freigeschaltet wird. Per QR-Code kommt es aufs Handy und wird dort mit der PIN des Software-Tokens oder mit Face-ID geöffnet.
Senden und Signieren kündigte die Anleitung damals erst an. Nach Fachbeiträgen zum beA-Update 4.3 vom März 2026 signiert die App inzwischen auch ohne Karte qualifiziert, dafür registriert der Anwalt sein Handy bei der Zertifizierungsstelle. Softwarezertifikat, PIN und dieses Handy gehören damit zur Person wie die Karte selbst.
Anders ist es beim Seminarportal der Kammer. Dort meldet sich jedes Mitglied mit seiner Mitgliedsnummer und einem Passwort an, das die Kammer automatisch erzeugt und per Mail schickt, und ändert es danach unter „Mein Konto“. Im Kundenkonto speichert die Kammer auch die Zertifikate der besuchten Seminare, bei Fachanwaltsseminaren mit den Stunden nach § 15 FAO. Bucht das Sekretariat die Seminare, kann der Zugang in eine Sammlung für Anwältin und Sekretariat, die außer ihnen nur Eigentümer und Administratoren sehen.
Beispiel: eine Kanzlei für Versicherungsrecht mit vielen Revisionen
Ein erfundener Fall: Zwei Partnerinnen vertreten vor allem Versicherungsnehmer, beide sind Fachanwältinnen für Versicherungsrecht. Mit ihnen arbeiten ein angestellter Anwalt mit halber Stelle, drei Fachangestellte und eine Kanzleimanagerin. Geht ein Verfahren in die Revision, arbeitet die Kanzlei als Voranwalt mit einer BGH-Kanzlei zusammen.
Die Zugänge zum Seminarportal lagen bisher als weitergeleitete Mails im Postfach der Kanzleimanagerin. Als sie in Elternzeit ging, suchte das Büro zwei Wochen nach den Bescheinigungen, mit denen die Fachanwältinnen ihre Fortbildung der Kammer nach § 15 Abs. 5 FAO unaufgefordert nachweisen.
Jetzt gibt es im Tresor die Sammlungen „Kanzlei“ für alle mit Postfächern, Kanzleisoftware und Telefonanlage, „Fortbildung“ mit den drei Konten im Seminarportal und den Fachverlagen und „Partnerinnen“ mit Domain, Website und der Verwaltung der Kanzleisoftware. Die Partnerinnen sind die einzigen Eigentümerinnen der Organisation und sehen damit alle Sammlungen, Administratoren gibt es keine. Während der Elternzeit hat eine Partnerin, die „Fortbildung“ selbst zugewiesen ist, die Sammlung einer Fachangestellten freigegeben und nimmt sie danach wieder heraus.
Karten, PINs und die Softwarezertifikate der beA-App bleiben bei den drei Anwälten. Geht eine Fachangestellte, sperrt eine Partnerin ihr Tresorkonto, und das Büro ändert die Passwörter nach der Checkliste für ausscheidende Mitarbeiter.
Auftragsverarbeitung, Verschwiegenheit und Aufsicht
Die Inhalte des Tresors sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, Ihre Passwörter können wir nicht lesen. Zum Angebot gehört ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Eine Verschwiegenheitsvereinbarung nach § 43e BRAO unterschreiben wir auf Wunsch zusätzlich.
Datenschutz-Aufsicht für Kanzleien ist der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, mehr dazu auf der Seite für Baden-Württemberg. Den Server mietet die Kanzlei auf eigenen Namen bei netcup, wir betreuen ihn per Fernwartung aus Dresden. Ob das zu Ihrer Kanzlei passt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) am Telefon oder per Video. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.
Anlaufstellen für Anwälte in Karlsruhe
| Datenschutz-Aufsicht für Firmen | Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg |
|---|---|
| Polizei bei Cyberangriffen auf Firmen | Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des LKA Baden-Württemberg |
| Rechtsanwaltskammer | Rechtsanwaltskammer Karlsruhe, Reinhold-Frank-Straße 72 |
| Kammermitglieder | 4.705 (01.01.2026) |
| Oberlandesgericht | Oberlandesgericht Karlsruhe |
| BGH-Anwaltschaft | Rechtsanwaltskammer beim Bundesgerichtshof, Herrenstraße 45 a |
| Beim BGH zugelassene Anwälte | 43 (01.01.2026) |
Wir betreuen Firmen in Karlsruhe per Fernwartung aus Dresden. Einrichtung, Updates und Abstimmung laufen über das Internet, das kostenlose Erstgespräch am Telefon oder per Video.
Quellen: Bundesrechtsanwaltskammer: Statistiken, darunter die Mitgliederstatistik zum 01.01.2026; Rechtsanwaltskammer beim Bundesgerichtshof: Die BGH-Anwaltschaft; Bundesverfassungsgericht: Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs am 1. August 2024; Gesetz über das Bundesverfassungsgericht, § 23c; Rechtsanwaltskammer Karlsruhe: beA. Stand: 14.10.2026.