Passwortheld

Passwort-Manager in Baden-Württemberg

Passwort-Manager in Baden-Württemberg: Zugänge vor dem Ernstfall ordnen

4.059 Meldungen von Datenpannen gingen 2025 beim Landesbeauftragten für den Datenschutz ein, von Firmen und Behörden zusammen. Welche Stellen im Land kleinen Betrieben helfen und welche Zugänge im Ernstfall greifbar sein müssen.

Stand: 14.10.2026 · Marcel Schönfelder, Schönfelder EDV

Kleine Betriebe in Baden-Württemberg in Zahlen

Für das Jahr 2024 weist das Unternehmensregister der Statistischen Ämter für Baden-Württemberg 478.571 rechtliche Einheiten aus. Gezählt werden Firmen, Selbständige und Personengesellschaften mit Sitz im Land. 403.474 davon kamen mit weniger als zehn abhängig Beschäftigten aus, gut 84 von 100. Rechnet man die 60.034 Einheiten mit zehn bis 49 Beschäftigten dazu, sind es knapp 97 Prozent. Die Zahlen stehen in der Antwort der Bundesregierung vom 05.08.2026 (Bundestagsdrucksache 21/7502), Auswertungsstand 24.07.2026.

Zwölf Industrie- und Handelskammern arbeiten im Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) zusammen. Für das Handwerk gibt es im Land acht Handwerkskammern. Ihr Dachverband HANDWERK BW spricht von 145.000 Handwerksbetrieben.

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und sein Bericht 2025

Seit dem 1. April 2011 ist der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI) auch Aufsichtsbehörde für Unternehmen und Vereine im Land. Behörden und andere öffentliche Stellen im Land kontrolliert er ebenfalls. Sein 41. Tätigkeitsbericht (Stand Februar 2026) zählt für 2025 insgesamt 4.059 Meldungen von Datenpannen aus all diesen Bereichen, nach 3.559 im Jahr 2024. Nach Firmen und Behörden trennt die Statistik nicht.

Für den Umgang mit Datenpannen sieht die Behörde laut Bericht einen hohen Schulungsbedarf, besonders in der Wirtschaft und im Gesundheitswesen. Ihre Schulung „Grundlagen des Datenpannen-Managements“ war auch 2025 sehr gefragt.

Kostenfreie Schulungen im eigenen Bildungszentrum

Seit 2020 betreibt der LfDI das Bildungszentrum für Datenschutz und Informationsfreiheit (BIDIB). 2025 bot es 71 kostenfreie Schulungen an, für Bürger, Behörden, Unternehmen und Vereine. Für kleine Firmen gibt es den Kurs „Basiswissen im Datenschutz für Klein(st)unternehmen, Selbständige und Start-ups“, 2026 mehrfach im Programm, in Stuttgart und online. Die nächsten Termine stehen in der Veranstaltungsliste des BIDIB.

Was das Meldeformular abfragt

Eine Datenpanne der eigenen Firma meldet die Inhaberin oder eine vertretungsbefugte Person über das Formular „Datenpanne melden“ des LfDI. Gefragt wird unter anderem, wann der Vorfall geschah und wann der Betrieb davon erfuhr, welche Daten wie vieler Personen betroffen sind und ob Strafanzeige erstattet wurde, mit Dienststelle und Aktenzeichen. Wer eine Kopie für die eigenen Akten will, druckt das Formular vor dem Absenden aus.

Die Pflicht dazu regelt Art. 33 DSGVO: Gemeldet wird unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden, außer die Panne führt voraussichtlich zu keinem Risiko für die Betroffenen.

Die Digitale Kehrwoche

Mit der „Digitalen Kehrwoche“ lädt der Landesbeauftragte ein, Gespeichertes ab und zu durchzusehen und zu löschen, was niemand mehr braucht. Laut Tätigkeitsbericht richten sich die Aktionen dazu gleichermaßen an Bürger und an verantwortliche Stellen. Wir würden die Zugänge mit auf die Liste setzen: das Konto der Aushilfe vom letzten Sommer, den Testzugang beim Webhoster, den zweiten Login beim Großhändler, den keiner mehr nutzt.

Polizei und Land: ZAC beim LKA und Cyber-Ersthilfe BW

Die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg nimmt IT-Sicherheitsvorfälle aus der Wirtschaft und von anderen öffentlichen und nicht-öffentlichen Stellen entgegen und veranlasst zeitnah die polizeilichen Erstmaßnahmen. Die Hotline lautet 0711 5401-2444, Sprechzeiten nennt die Seite des LKA keine.

Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) betreibt dazu die Cyber-Ersthilfe BW unter 0711 137-99999, am Telefon an 365 Tagen rund um die Uhr erreichbar. Wirtschaftsunternehmen mit Sitz im Land gehören ausdrücklich zur Zielgruppe. Nach dem Anruf schickt das Team eine zusammenfassende Erstanalyse, Handlungsoptionen für den Fall und eine Liste der Anlaufstellen per E-Mail. Geben Sie dafür eine Adresse an, die vom Vorfall nicht betroffen ist.

CyberSicherheitsCheck für KMU über IHK und Handwerkskammer

Der CyberSicherheitsCheck für KMU ist eine kostenlose Einstiegsberatung des Landes. Geschulte Beraterinnen und Berater sprechen rund eine Stunde mit der Unternehmensleitung, erheben mit einer Checkliste den Ist-Zustand und leiten daraus konkrete Empfehlungen ab. Im Fokus stehen Firmen mit 10 bis etwa 50 Mitarbeitenden, laut CSBW passt der Check auch für Betriebe mit weniger als zehn.

Den Termin bekommen Sie über Kammern und Verbände. Die CSBW nennt Ansprechpersonen bei allen zwölf IHKs, bei sieben der acht Handwerkskammern und bei einigen Verbänden, etwa der Bauwirtschaft Baden-Württemberg (Stand 14.10.2026).

Beispiel: ein Metallbaubetrieb mit 23 Leuten

Ein erfundener Fall: Ein Metallbaubetrieb mit 23 Beschäftigten, davon 16 in Werkstatt und Montage, hat beim CyberSicherheitsCheck seiner Handwerkskammer einen Termin vereinbart. Zur Vorbereitung schreibt die Geschäftsführerin auf, welche Zugänge der Betrieb hat. Sie kommt auf 41. Bei neun weiß sie nicht, wer das Passwort kennt, drei gehören Leuten, die längst nicht mehr im Betrieb sind. Was im Ernstfall greifbar sein muss, hält sie in einer Übersicht fest:

LageWas griffbereit sein mussZuständig
Verdacht auf Angriff, abendsNummer der Cyber-Ersthilfe BW, eine nicht betroffene E-Mail-Adresse für die AntwortGeschäftsführerin, als Vertretung der Werkstattmeister
StrafanzeigeHotline der ZAC, Name des IT-Dienstleisters, später das Aktenzeichen für das MeldeformularGeschäftsführerin
Meldung an den LfDIListe, welche Programme Kunden- und Mitarbeiterdaten enthalten, Ausdruck der abgesendeten MeldungGeschäftsführerin, Büro
Montage-Tablet verlorenListe der Konten, die auf dem Tablet angemeldet waren, um deren Passwörter noch am selben Tag zu ändernWerkstattmeister
Frühere Bürokraft hat noch ZugangÜbersicht ihrer Konten bei Großhandel und Lohnbüro, dazu ihre Vollmacht bei der BankGeschäftsführerin

Zwei Probleme bleiben danach übrig: Die Zugänge stehen in einer Datei auf dem Bürorechner, und nur die Geschäftsführerin kennt sie vollständig. Fällt sie aus, wenn der Rechner verschlüsselt ist, kommt niemand an die Übersicht. Wie man diesen Fall vorbereitet, beschreibt der Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter. Mehr zu Betrieben dieser Art steht auf der Seite Passwort-Manager für Handwerksbetriebe.

Ordnung bei den Zugängen mit einem Passwort-Tresor

Im Tresor legt die Geschäftsführerin Sammlungen an: Geschäftsführung, Büro, Montage und IT. Die Monteure sehen nur die Sammlung Montage, auch auf dem gemeinsam genutzten Tablet, an dem sich jeder an- und abmeldet. Der externe IT-Dienstleister bekommt ein eigenes Konto nur für die Sammlung IT, ohne Aufpreis, weil der Preis nicht an der Zahl der Nutzer hängt. Den Notfallzugang räumt sie dem Werkstattmeister ein, der die Sammlung Geschäftsführung im Alltag nicht sieht. Weil sie Eigentümerin der Organisation im Tresor ist, übernimmt er im Ernstfall nach einer Wartezeit ihr Konto und sieht dann alle Sammlungen, die ihr zugewiesen sind. Wie lange er wartet und wer bestätigt, legen wir bei der Einrichtung mit ihr fest. Die Zugänge zum Onlinebanking legt sie nicht im Tresor ab. Wer Zahlungen erledigt, hat einen eigenen Bankzugang mit Vollmacht, wie im Ratgeber Onlinebanking für Mitarbeiter beschrieben.

Für die Kehrwoche bei den Passwörtern helfen die Passwort-Berichte. Die Verantwortlichen im Betrieb sehen darin für alle gemeinsamen Sammlungen, welche Passwörter schwach sind, mehrfach verwendet werden oder in bekannten Datenlecks aufgetaucht sind. Geht jemand, sperrt und entfernt die Geschäftsführerin sein Konto selbst. Die Passwörter, die er kannte, sollte sie trotzdem ändern, die Checkliste dazu steht im Ratgeber Mitarbeiter verlässt die Firma. Bestätigungscodes gemeinsam genutzter Konten liegen beim jeweiligen Eintrag, siehe Bestätigungscodes im Team teilen. Deshalb gilt am Tresor selbst eine Zwei-Faktor-Pflicht für alle Mitarbeiter. Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein.

Den Server für den Tresor mietet Ihre Firma selbst bei netcup. Weil alles darin Ende-zu-Ende-verschlüsselt ist, sehen wir als Betreuer keine Passwörter. Das Backup-Paket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. legt jeden Tag eine verschlüsselte Sicherung an einem zweiten Ort ab. Wer das Paket nicht bucht, sichert selbst: Den verschlüsselten Export zeigen wir bei der Einrichtung, eine Sicherung von uns gibt es dann nicht.

Hinweis: Dieser Text ist keine Rechtsberatung. Ob eine Panne nach Art. 33 DSGVO meldepflichtig ist, entscheidet der Einzelfall. Im Zweifel fragen Sie Ihren Datenschutzbeauftragten oder den Landesbeauftragten.

Wie Sie die Zugänge in Ihrem Betrieb ordnen könnten, besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten), am Telefon oder per Video.

Anlaufstellen für Firmen in Baden-Württemberg

Datenschutz-Aufsicht für FirmenDer Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg
Polizei bei Cyberangriffen auf FirmenZentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des LKA Baden-Württemberg
Industrie- und Handelskammern12 IHKs im BWIHK
Handwerkskammern8 Handwerkskammern, Dachverband HANDWERK BW
Cyber-Ersthilfe BW (CSBW)0711 137-99999, rund um die Uhr
Unternehmen478.571, davon 403.474 mit weniger als 10 Beschäftigten (2024)

Wir betreuen Firmen in Baden-Württemberg per Fernwartung aus Dresden. Einrichtung, Updates und Abstimmung laufen über das Internet, das kostenlose Erstgespräch am Telefon oder per Video.

Quellen: Deutscher Bundestag, Drucksache 21/7502 (Unternehmensregister 2024 nach Ländern); LfDI Baden-Württemberg, 41. Tätigkeitsbericht Datenschutz 2025; LfDI Baden-Württemberg, Veranstaltungen im Bildungszentrum BIDIB; Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg, CyberSicherheitsCheck für KMU; HANDWERK BW, Handwerkskammern in Baden-Württemberg. Stand: 14.10.2026.

Passwortheld: der Firmentresor auf Ihrem eigenen Server

Sie mieten einen kleinen Server bei netcup auf den Namen Ihrer Firma. Wir richten darauf den Tresor ein, halten ihn aktuell und achten darauf, dass er erreichbar bleibt.

Wartung durch Schönfelder EDV

16,99 € pro Monat

inkl. MwSt. · fester Preis, keine Kosten pro Nutzer · 12 Monate Mindestlaufzeit, danach mit einem Monat Frist kündbar · dazu die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat

Kostenloses Erstgespräch (15 Minuten)

Nur für Unternehmer. Es gelten die AGB. Preis im Einzelnen

Im Preis sind Einrichtung, Updates und die laufende Prüfung von Erreichbarkeit und Zertifikat. Die tägliche Sicherung gibt es als Zusatzpaket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht. Sie sichern dann selbst, mindestens einmal wöchentlich, außerhalb des Servers. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde.

Häufige Fragen

Was kostet der CyberSicherheitsCheck für KMU, und wo bekomme ich einen Termin?

Die Einstiegsberatung ist laut Cybersicherheitsagentur kostenlos. Den Termin vereinbaren Sie bei Ihrer IHK, Ihrer Handwerkskammer oder einem der beteiligten Verbände, die Ansprechpersonen stehen auf der Seite der CSBW.

Erreichen wir die Cyber-Ersthilfe BW auch am Wochenende?

Telefonisch ja, unter 0711 137-99999 an 365 Tagen rund um die Uhr. Anfragen per E-Mail und über das Online-Formular bearbeitet die CSBW von Montag bis Freitag zu ihren Geschäftszeiten.

Dürfen wir eine Datenpanne melden, bevor alle Angaben feststehen?

Art. 33 Abs. 4 DSGVO erlaubt, Informationen schrittweise nachzureichen, wenn sie nicht alle zur gleichen Zeit vorliegen. Ob und wann Ihr Fall gemeldet werden muss, ist eine Einzelfallfrage, dieser Text ist keine Rechtsberatung.

Sieht ein Monteur auf dem gemeinsamen Tablet die Passwörter des Büros?

Nein, wenn Sie ihm nur die Sammlung Montage freigeben. Jeder meldet sich mit seinem eigenen Konto an und wieder ab, so sieht der Nächste am selben Gerät nur seine eigenen Sammlungen.

Womit rechnet ein Betrieb mit 23 Beschäftigten im Monat?

Mit 16,99 € im Monat inkl. MwSt. für die Wartung und ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt. für den Server bei netcup, zusammen 20,68 €, also rund 0,90 € pro Kopf. Mit Backup-Paket sind es 28,67 € im Monat, ohne Paket sichern wir nicht. Die Mindestlaufzeit beträgt 12 Monate, Hilfe im Alltag kostet 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., das Angebot gilt nur für Unternehmer.