KV Nordrhein und Ärztekammer unter einer Adresse
Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und Ärztekammer Nordrhein haben dieselbe Hausanschrift: Tersteegenstraße 9 in Düsseldorf. Dort sitzen auch die Kreisstelle Stadt Düsseldorf der KV und die Kreisstelle der Kammer, bei der auch die Ansprechpartner für die Ausbildung der MFA zu erreichen sind. Bei der Kammerwahl 2024 hatte die Kreisstelle der Kammer 7.009 wahlberechtigte Mitglieder. Gezählt sind alle Kammermitglieder, auch die Ärztinnen und Ärzte in Kliniken.
Für den ganzen Kammerbezirk meldet das Rheinische Ärzteblatt (Heft 6/2026) 55.482 berufstätige Ärztinnen und Ärzte. 21.327 arbeiteten ambulant, 12.723 davon in eigener Praxis. Unter den ambulant Tätigen stieg der Anteil der Angestellten von 20,7 Prozent im Jahr 2015 auf 40,3 Prozent im Jahr 2025. Je mehr angestellte Ärztinnen eine Praxis hat, desto mehr persönliche Karten und persönliche Zugänge laufen in ihr nebeneinander. Was eine Praxis allgemein an Zugängen hat, steht auf der Seite Passwort-Manager für Arztpraxen.
Komfortsignatur: jede Ärztin mit eigenem Zugang im Praxisverwaltungssystem
Für eAU, E-Rezept und eArztbrief braucht jede Ärztin, die signiert, einen eigenen elektronischen Heilberufsausweis. Das gilt laut KV ausdrücklich auch für Weiterbildungsassistenten, Entlastungsassistenten und Vertreter. Für die Bestellung verweist die KV auf die Ärztekammer Nordrhein und nannte im Oktober 2025 drei bis vier Wochen Lieferzeit. Den Ausweis nennt die KV eine personenbezogene Signaturkarte, deren Weitergabe untersagt ist.
Auf ihrer Seite zu den Signaturverfahren verlangt die KV außerdem einen persönlichen Zugang im Praxisverwaltungssystem, dem der Ausweis zugeordnet ist. Bei der Komfortsignatur gibt die Ärztin einmal ihre PIN ein und meldet sich zusätzlich in der Praxissoftware an, etwa mit Passwort oder Fingerabdruck. Danach kann sie längstens einen Tag lang bis zu 250 Dokumente signieren, ohne die PIN erneut einzugeben.
Mit diesem persönlichen Passwort löst die Ärztin im Tagesbetrieb Signaturen mit ihrem Ausweis aus, so beschreibt es die KV in ihren Fragen und Antworten zur TI. Passwort und PIN des Heilberufsausweises gehören deshalb nicht in den Tresor der Praxis, auch nicht in den persönlichen Bereich der Ärztin. Wer in Ihrer Praxis Konten wiederherstellen darf, käme über ihr Konto sonst daran, mehr dazu auf der Seite Master-Passwort.
Weil die KV den eigenen Zugang auch für Vertreter verlangt, richtet die Praxis einer Urlaubsvertretung ein eigenes Konto im System ein, statt sie mit der Anmeldung der Inhaberin arbeiten zu lassen. Wie Sie Vertretungen sonst vorbereiten, steht im Ratgeber Urlaubsvertretung und Zugänge.
Ein Praxisausweis je Betriebsstätte, eine Karte in jedem Terminal
Laut der Kartenseite der KV (Stand 10.10.2025) braucht jede Betriebsstätte einen eigenen Praxisausweis (SMC-B), auch eine Nebenbetriebsstätte. Bestellt wird er im Portal eines Kartenherstellers, und dafür muss schon ein Heilberufsausweis vorliegen. Nach der Lieferung schaltet die Praxis die Karte im Portal des Herstellers frei. Je nach Anbieter und Vertrag gilt sie zwei oder fünf Jahre.
Dazu kommt in jedem Kartenterminal eine kleine Gerätekarte (gSMC-KT), die nach fünf Jahren abläuft. Danach liest das Terminal keine Gesundheitskarten mehr. Den Tausch übernimmt der Dienstleister oder der Anbieter des Praxisverwaltungssystems. Hört die Praxis auf, muss sie den Praxisausweis laut To-do-Liste der KV (Stand 06.02.2026) selbst beim Kartenanbieter sperren.
Im Tresor bekommt jede Karte der Praxis einen eigenen Eintrag: Kartenart, Betriebsstätte, Anbieter, Ablaufdatum in der Notiz und der Zugang zum Portal des Herstellers, über das Freischaltung und Sperrung laufen.
Der Praxisausweis gehört zur Betriebsstätte, nicht zu einer Person. Seine PIN soll die Praxis an einem sicheren Ort verwahren, darauf weist die KBV mit einem Video der gematik hin, und die Kartenseite der KV macht dazu keine weitere Vorgabe. Wir empfehlen, den PIN/PUK-Brief einzuscannen und als Anhang in eine Sammlung zu legen, die nur die Praxisleitung öffnet. Außer ihr kommt nur heran, wer im Tresor Eigentümer oder Administrator ist, deshalb bekommt nur die Praxisleitung diese Rollen.
Beispiel: eine Hausarztpraxis mit Zweigstelle und Weiterbildungsassistentin
Ein erfundener Fall: ein Hausarzt als Inhaber, eine angestellte Fachärztin, eine Weiterbildungsassistentin, eine Praxismanagerin, fünf MFA und zwei Auszubildende. Neben der Hauptpraxis gibt es eine Nebenbetriebsstätte mit eigenem Praxisausweis. Im Sommer kommt jedes Jahr für drei Wochen eine Vertreterin. Bisher arbeitete sie mit dem Zugang des Inhabers im Praxisverwaltungssystem.
Jetzt hat jede der vier Ärztinnen und Ärzte einen eigenen Zugang mit eigenem Ausweis, und diese Passwörter stehen nirgends im Tresor. Die Sammlung „Empfang“ mit Telefonanlage, Online-Terminvergabe und Faxdienst sehen alle MFA, die Auszubildenden nur mit Leserecht. Die Praxismanagerin verwaltet „Karten und KIM“ mit den Einträgen beider Praxisausweise und der Gerätekarten, dem Herstellerportal und dem Zugangsbrief der KIM-Adresse.
Die eingescannten PIN/PUK-Briefe liegen in „Praxisleitung“, die nur der Inhaber öffnet. „Technik“ mit Router und Administration des Praxisverwaltungssystems sieht zusätzlich der IT-Dienstleister, der dafür ein eigenes Konto mit der Rolle Benutzer bekommt, ohne Aufpreis. Das Onlinebanking liegt in keiner Sammlung, wer Zahlungen freigibt, hat einen eigenen Bankzugang (siehe Onlinebanking für Mitarbeiter).
Der Inhaber ist Eigentümer der Organisation und räumt der angestellten Fachärztin einen Notfallzugang ein. Übernimmt sie nach der vereinbarten Wartezeit sein Konto, sieht sie alle Sammlungen, die ihm zugewiesen sind, also auch die PIN/PUK-Briefe, und kann danach selbst Konten wiederherstellen. Deshalb kommt dafür nur jemand in Frage, der mit diesen Zugängen arbeiten darf. Den Ablauf legen wir bei der Einrichtung fest, Hintergründe im Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.
Wechselt die Weiterbildungsassistentin in eine andere Praxis, sperrt der Inhaber ihr Konto im Tresor und ihren Zugang im Praxisverwaltungssystem. Ihren Ausweis nimmt sie mit. Die Passwörter der Sammlungen, die sie sehen konnte, ändert das Team nach der Checkliste, wenn ein Mitarbeiter geht.
Aufsicht, Vertrag und Verschwiegenheit
Die Aufsicht über den Datenschutz in Praxen führt die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, ebenfalls mit Sitz in Düsseldorf. Ihren Meldeweg für Datenpannen beschreibt die Seite Passwort-Manager in Nordrhein-Westfalen.
Die Inhalte des Tresors sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, Ihre Passwörter können wir nicht lesen. Zum Angebot gehört ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung, eine Verschwiegenheitsvereinbarung nach Ihrem Berufsrecht unterschreiben wir auf Wunsch. Welche Sammlungen Ihre Praxis braucht, besprechen wir am Telefon oder per Video im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten).
Anlaufstellen für Arztpraxen in Düsseldorf
| Datenschutz-Aufsicht für Firmen | Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen |
|---|---|
| Polizei bei Cyberangriffen auf Firmen | Zentrale Ansprechstelle Cybercrime im Cybercrime-Kompetenzzentrum des LKA NRW |
| Kassenärztliche Vereinigung | KV Nordrhein, Tersteegenstraße 9, Düsseldorf |
| KV in der Stadt | Kreisstelle Stadt Düsseldorf, Tersteegenstraße 9 |
| Ärztekammer | Ärztekammer Nordrhein, Tersteegenstraße 9, Düsseldorf |
| Kreisstelle Düsseldorf der Ärztekammer | 7.009 wahlberechtigte Mitglieder (Kammerwahl 2024) |
Für die Einrichtung muss niemand anreisen: Wir richten den Tresor per Fernwartung aus Dresden ein und halten ihn aus der Ferne aktuell. Das Erstgespräch mit Firmen in Düsseldorf führen wir am Telefon oder per Video.
Quellen: KV Nordrhein: Karten der Telematikinfrastruktur (Stand 10.10.2025); KV Nordrhein: Elektronische Signaturverfahren; KV Nordrhein: To-do-Listen zur TI (Stand 06.02.2026); Rheinisches Ärzteblatt 6/2026: Ärztestatistik Nordrhein (PDF); KBV: gematik-Video erklärt sicheren Umgang mit der SMC-B-Karte. Stand: 14.10.2026.