Das ÄKWL-Portal: Arztausweis, Kammerpost und MFA-Ausbildung
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) sitzt in der Gartenstraße 210-214, im selben Haus wie die Bezirksstelle Münster der KVWL. Die Bezirksstelle ist für die Stadt und die Kreise Warendorf und Steinfurt zuständig.
Im Online-Portal der Kammer beantragt eine Ärztin ihren elektronischen Arztausweis, laut Kammer persönlich und nicht über Dritte. Den Link zum Antrag findet sie danach unter „Meine Nachrichten“. Ausbildende Ärztinnen und Ärzte legen im selben Portal die Ausbildungsverhältnisse ihrer MFA an, melden Änderungen und Auflösungen und bestätigen die Anmeldung zur Prüfung.
Über den Kammerzugang einer Ärztin läuft also auch ihr Arztausweis. Diesen Zugang legen Sie in keine Sammlung und auch nicht in ihren persönlichen Bereich im Tresor, denn wer in der Praxis Konten wiederherstellen darf, käme auch dort hinein. Dasselbe gilt für die PINs des Ausweises, die LANR und die KVid für das Mitgliederportal der KVWL.
Mandat „MFA“: ein eigener Kammerzugang für die Praxismanagerin
Damit niemand mit dem Zugang der Ärztin arbeiten muss, kennt das Portal berechtigte Personen mit Mandat. Als Beispiele nennt die ÄKWL Steuerberater und Ausbildungsmanager für MFA. Die Ärztin erteilt das Mandat unter „Mein Zugang“ und „Meine Mandate“, trägt die E-Mail-Adresse der berechtigten Person ein, wählt die Dienstleistung „MFA“ und entscheidet, ob es unbefristet oder bis zu einem Datum gilt. Ein befristetes Mandat muss sie laut der Kurzanleitung auf der Seite zum Ausbildungsportal der Kammer regelmäßig neu erteilen.
Zum Einlösen zeigt das Portal einen Schlüssel an, den die Ärztin mündlich weitergeben oder als Dokument exportieren kann. Die Praxismanagerin schaltet sich mit ihrer E-Mail-Adresse und einem selbst gewählten Kennwort frei und gibt den Schlüssel ein. Aus dem Tresor kann die Ärztin den Schlüssel als sicheren Link schicken, der sich nur einmal öffnen lässt und nach zwei Tagen verfällt. Ihr eigenes Kennwort für die Kammer legt die Praxismanagerin in ihrem persönlichen Bereich ab, es ist ein dienstlicher Zugang auf ihren Namen.
Auszubildende melden sich selbst bei der Kammer an
Auch MFA-Auszubildende haben ein eigenes Konto im ÄKWL-Portal. Sie melden sich dort zur Abschlussprüfung an, sehen ihre Prüfungsergebnisse und pflegen ihre persönlichen Daten. Die Zugangsdaten kommen mit einem Einmalpasswort, das sie bei der Freischaltung durch ein eigenes ersetzen.
Dieses Konto gehört der Auszubildenden und hat in einer Sammlung der Praxis nichts zu suchen. Im Tresor bekommt sie trotzdem ein eigenes Konto für die Zugänge ihres Arbeitsplatzes, ohne Aufpreis, weil es keine Nutzergrenze gibt. Was zum ersten Arbeitstag sonst bereitstehen sollte, zählt der Ratgeber Zugänge für neue Mitarbeiter auf.
Datenschutzbeauftragte aus dem eigenen Team: Kurs der Akademie im Frühjahr 2027
Die Akademie für medizinische Fortbildung von ÄKWL und KVWL bietet in der Gartenstraße den Kurs „Datenschutz/Datensicherheit in der ambulanten Praxis“ an. Er richtet sich an MFA, ZFA und andere medizinische Fachberufe und hat zwei Präsenztermine am 5. März und am 16. April 2027, dazwischen eine eLearning-Phase, zusammen 25 Unterrichtseinheiten. Laut Akademie qualifiziert er nach einem Curriculum der Bundesärztekammer dazu, die Funktion des Datenschutzbeauftragten wahrzunehmen.
Für Mitglieder der Akademie kostet die Teilnahme 799 Euro, für Praxisinhaber ohne Mitgliedschaft 920 Euro. Einen Datenschutzbeauftragten benennen muss eine Praxis nach § 38 Abs. 1 BDSG unter anderem dann, wenn sie in der Regel mindestens 20 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt. Dieser Text ist keine Rechtsberatung.
Beispiel: eine internistische Hausarztpraxis, die jedes Jahr ausbildet
Ein erfundener Fall: Zwei Fachärztinnen für Innere Medizin führen eine hausärztliche Gemeinschaftspraxis mit einer Ärztin in Weiterbildung, elf MFA, drei Auszubildenden und einer Praxismanagerin. Die Ausbildungsverträge trug bisher die Praxismanagerin ein, angemeldet mit dem Kammerzugang der älteren Partnerin. Das Kennwort stand im Abrechnungsbüro auf einem Zettel.
Inzwischen hat die Praxismanagerin ein Mandat „MFA“ bis Ende 2027, und die Partnerin hat ihr Kennwort geändert. Im Tresor teilt die Praxis ihre gemeinsamen Zugänge so auf:
| Sammlung | Zugänge | Wer Zugriff hat |
|---|---|---|
| Funktionsdiagnostik | Auswertungsrechner für Langzeit-EKG und Langzeit-Blutdruck, Software der Lungenfunktion, Netzwerkfreigabe des Ultraschallgeräts | Ärztinnen, MFA der Funktionsdiagnostik, Auszubildende ab dem zweiten Lehrjahr |
| Empfang | Telefonanlage, Online-Terminbuchung, Befundportal des Labors | alle MFA und Auszubildenden, Ärztinnen |
| Verwaltung | Portal des Steuerbüros für Lohnunterlagen, Materialbestellung, Website | Praxismanagerin, Partnerinnen |
| Praxisleitung | Scan des PIN/PUK-Briefs und Antragsdokument des Praxisausweises | Partnerinnen |
Beide Partnerinnen sind Eigentümerinnen der Organisation, sonst hat niemand diese Rolle oder die des Administrators. Nur sie laden ein, sperren Konten und setzen vergessene Master-Passwörter zurück, und nur sie kommen an „Praxisleitung“. Der Praxisausweis weist die Betriebsstätte aus und keine Person. Eine Beschränkung der PUK auf einzelne Kartenverantwortliche nennt die KVWL weder auf ihrer Seite zum Praxisausweis noch in ihren Fragen zur Telematikinfrastruktur, deshalb kann der Brief als Scan in diese Sammlung. Die Praxismanagerin führt „Empfang“ und „Verwaltung“ als Managerin mit Verwaltungsrecht.
Eine erfahrene MFA aus der Funktionsdiagnostik ist für den Kurs im März angemeldet und soll danach Datenschutzbeauftragte werden. Im Tresor bleibt sie Benutzerin, weil eine Administratorrolle ihr jede Sammlung öffnen würde. Schließt eine Auszubildende ab und wechselt in eine Klinik, sperrt eine Partnerin ihr Konto. Danach ändern die Partnerinnen die Kennwörter in „Funktionsdiagnostik“ und die Praxismanagerin die in „Empfang“, wie es die Checkliste, wenn ein Mitarbeiter geht vorsieht.
Weitere Seiten, Vertrag und Erstgespräch
Welche Zugänge eine Arztpraxis üblicherweise teilt, steht auf der Seite Passwort-Manager für Arztpraxen. Wohin eine Praxis in diesem Land eine Datenpanne meldet, finden Sie unter Passwort-Manager in Nordrhein-Westfalen.
Die Einträge sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, Ihre Passwörter können wir nicht lesen. Zum Angebot gehört ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung, eine Verschwiegenheitsvereinbarung nach Ihrem Berufsrecht unterschreiben wir auf Wunsch. Das kostenlose Erstgespräch (15 Minuten) führen wir am Telefon oder per Video.
Anlaufstellen für Arztpraxen in Münster
| Datenschutz-Aufsicht für Firmen | Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen |
|---|---|
| Polizei bei Cyberangriffen auf Firmen | Zentrale Ansprechstelle Cybercrime im Cybercrime-Kompetenzzentrum des LKA NRW |
| Ärztekammer | Ärztekammer Westfalen-Lippe, Gartenstraße 210-214 |
| Kassenärztliche Vereinigung | KVWL, Sitz Dortmund |
| KVWL in der Stadt | Bezirksstelle Münster, Gartenstraße 210-214 |
| Fortbildung | Akademie für medizinische Fortbildung der ÄKWL und der KVWL |
Ihr Ansprechpartner sitzt in Dresden, der Tresor läuft auf Ihrem eigenen Server bei netcup. Firmen in Münster betreuen wir deshalb komplett per Fernwartung, das Erstgespräch läuft am Telefon oder per Video.
Quellen: Ärztekammer Westfalen-Lippe: MFA-Ausbildungsverhältnisse im ÄKWL-Portal verwalten; Ärztekammer Westfalen-Lippe: Kurzanleitung Mandat erteilen (PDF); Ärztekammer Westfalen-Lippe: eHBA, elektronischer Heilberufsausweis; Akademie für medizinische Fortbildung: Datenschutz/Datensicherheit in der ambulanten Praxis; KVWL: Bezirksstelle Münster. Stand: 15.10.2026.