Kammermitglieder und Größe der Büros
Zur Rechtsanwaltskammer Berlin in der Littenstraße 9 gehörten laut Mitgliederstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer am 1. Januar 2026 insgesamt 15.617 Mitglieder. 15.096 davon sind zugelassene Anwältinnen und Anwälte, 12.876 von ihnen ausschließlich als Rechtsanwalt, die übrigen auch oder nur als Syndikusrechtsanwalt. Dazu kommen 507 zugelassene Berufsausübungsgesellschaften, darunter 292 Partnerschaften mit beschränkter Berufshaftung und 190 Rechtsanwalts-GmbH.
Wie klein die einzelnen Büros sind, zeigt das Unternehmensregister. Für 2024 führt es in der Wirtschaftsklasse Rechtsberatung 5.023 rechtliche Einheiten mit zusammen 16.603 abhängig Beschäftigten, im Schnitt 3,3 je Einheit. In Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Buchführung sind es rund zehn, mehr dazu auf der Seite für Steuerberater in der Hauptstadt.
554 Kammermitglieder sind zugleich Notar. Die Bundesrechtsanwaltskammer nennt diese Zahl ohne Gewähr, weil Anwälte einen zweiten Beruf nicht melden müssen. Die Notariatsaufsicht führt das Landgericht Berlin II, und für das Notaramt gelten eigene Regeln, die diese Seite nicht behandelt. Welche Zugänge eine Kanzlei teilen darf und welche persönlich bleiben, beschreibt die Branchenseite für Anwälte.
Kammergericht, zwei Landgerichte und KammerIdent in den Anwaltszimmern
Oberlandesgericht für das ganze Land ist das Kammergericht in der Elßholzstraße. Seit dem 1. Januar 2024 gibt es zwei Landgerichte: das Landgericht I für Strafsachen und das Landgericht II für alle landgerichtlichen Zivilsachen, mit Standorten am Tegeler Weg und in der Littenstraße.
Wer zur beA-Karte das Signaturpaket oder nachträglich eine Fernsignatur bestellt, muss sich identifizieren lassen. Die Kammer bietet dafür kostenlos das KammerIdent-Verfahren an, und zwar in den Anwaltszimmern am Tegeler Weg, in der Littenstraße, im Familiengericht Kreuzberg und im Arbeitsgericht. Weil dort jeweils nur ein Mitarbeiter dazu berechtigt ist, empfiehlt die Kammer dringend, vorher anzurufen. Fällt das Verfahren in einem Anwaltszimmer zeitweise aus, meldet sie das auf ihrer Startseite.
Karte, PIN und Fernsignatur gehören einer Person. Sie haben im Tresor der Kanzlei keinen Platz, auch nicht im persönlichen Bereich eines Kontos, denn den können Verantwortliche über die Kontowiederherstellung öffnen. In eine Notiz der Kanzleileitung passt dagegen die Liste, wer eine Mitarbeiterkarte oder ein Softwarezertifikat hat. Geht eine Fachangestellte, muss dann niemand suchen.
Gefälschte Kanzleiseiten mit echten Namen
Auf einer eigenen Seite sammelt die Kammer Fälle, in denen Unbefugte Namen zugelassener Anwälte, Logos oder Adressen echter Kanzleien verwenden. Hinter solchen Auftritten stehen laut Kammer angebliche Rechtsdienstleistungen gegen Vorkasse, häufig im Insolvenzrecht und rund um Kryptowährungen. Ob eine genannte Person zugelassen ist, zeigt das Bundesweite Amtliche Anwaltsverzeichnis.
Einige der betroffenen Kanzleien warnen auf ihrer Website oder in eigenen Mitteilungen vor den Fälschungen. Das geht nur zügig, wenn im Büro jemand an Website, Domain und Unternehmensprofil kommt und nicht nur der Partner, der sie vor Jahren eingerichtet hat. Worauf es bei diesen Zugängen ankommt, steht in den Ratgebern zu Domain und Website und zum Unternehmensprofil bei Google.
Datenschutz-Aufsicht: Zugangsdaten zum beA in offenen Sicherungen
Für den Datenschutz in Kanzleien ist die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit zuständig. In ihrem Jahresbericht 2025 schildert sie eine Sicherheitslücke in einer Cloud-Software zur Mandatsverwaltung. Die Sicherungen der Kanzleien lagen in einem festen Verzeichnis, das ohne Zugriffsbeschränkung aus dem Internet abrufbar war, und waren nur mit einem veralteten Verfahren verschlüsselt.
Sie enthielten Schriftverkehr mit Mandanten und Gerichten, dazu Zugangsdaten zu E-Mail-Konten und zum beA. Gefunden hatten das Sicherheitsforscher. Ob außer ihnen jemand zugegriffen hat, ließ sich für einen großen Teil des Zeitraums nicht mehr klären, weil Protokolle fehlten. Der Anbieter informierte seine Kunden trotz mehrfacher Aufforderung bis Ende 2025 nicht ausreichend, und die Behörde prüft eine Abgabe an ihre Sanktionsstelle.
Nach so einer Meldung muss eine Kanzlei wissen, welche Postfächer und Konten es gibt und wo deren Passwörter überall gespeichert waren. Steht jeder gemeinsame Zugang einmal im Tresor, trägt die Fachangestellte das neue Passwort dort ein, und alle Berechtigten arbeiten gleich damit weiter. Die Anmeldung am beA sichert jeder Postfachinhaber selbst, sie liegt nicht im Tresor. Datenpannen meldet die Kanzlei über das Onlineformular der Behörde. Ob ein Vorfall meldepflichtig ist, hängt vom Einzelfall ab, dieser Text ist keine Rechtsberatung.
Beispiel: eine Insolvenzkanzlei, deren Name kopiert wurde
Ein erfundener Fall: eine Partnerschaft mit zwei Partnern für Insolvenzrecht, einer angestellten Anwältin und zwei Fachangestellten. An einem Montag schicken zwei Mandanten den Link zu einer Website, die den Namen eines Partners trägt und Hilfe gegen Vorkasse anbietet. Die Kanzlei will auf der eigenen Startseite warnen. Den Zugang zur Website hatte aber nur dieser Partner, und er war im Urlaub. Das Konto beim Domain-Anbieter lief obendrein über seine private E-Mail-Adresse.
Jetzt gibt es im Tresor die Sammlung „Kanzleiauftritt“ mit Domain-Konto und Website, die beide Partner und eine Fachangestellte öffnen. Das Domain-Konto läuft inzwischen auf ein Postfach der Kanzlei. Passwort und Ersatzcodes des Google-Kontos der Kanzlei, dem das Unternehmensprofil gehört, sehen nur die Partner, die Fachangestellte bearbeitet das Profil mit ihrer eigenen Rolle. Eine zweite Sammlung „Büro“ mit Telefonanlage, Paketdienst und Abrufkonten sieht das ganze Team, die Verwaltung der Kanzleisoftware nur die Partner. Wie Sie Zugänge so weitergeben statt per E-Mail, erklärt der Ratgeber Passwörter im Team teilen.
Ihre beA-Karten und PINs behalten die Berufsträger, die Fachangestellten arbeiten mit eigenen Mitarbeiterkarten. Geht eine von ihnen, gilt die Checkliste, wenn ein Mitarbeiter geht.
Vertrag zur Auftragsverarbeitung und Berufsrecht
Die Inhalte des Tresors sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, Schönfelder EDV kann sie nicht lesen. Den Server mietet die Kanzlei auf eigenen Namen bei netcup in Deutschland, wir betreuen ihn per Fernwartung aus Dresden. Ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung gehört zum Angebot. Eine Verschwiegenheitsvereinbarung nach Ihrem Berufsrecht unterschreiben wir auf Wunsch. Alles Weitere besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) am Telefon oder per Video.
Anlaufstellen für Anwälte in Berlin
| Datenschutz-Aufsicht für Firmen | Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit |
|---|---|
| Polizei bei Cyberangriffen auf Firmen | Zentrale Ansprechstelle Cybercrime für die Wirtschaft (ZAC) im LKA Berlin |
| Rechtsanwaltskammer | Rechtsanwaltskammer Berlin, Littenstraße 9 |
| Oberlandesgericht | Kammergericht |
| Landgerichte | Landgericht Berlin I (Strafsachen), Landgericht Berlin II (Zivilsachen) |
| Kammermitglieder | 15.617 (01.01.2026) |
| Einheiten der Rechtsberatung | 5.023 mit 16.603 abhängig Beschäftigten (2024) |
Ihr Ansprechpartner sitzt in Dresden, der Tresor läuft auf Ihrem eigenen Server bei netcup. Firmen in Berlin betreuen wir deshalb komplett per Fernwartung, das Erstgespräch läuft am Telefon oder per Video.
Quellen: Bundesrechtsanwaltskammer: Mitgliederstatistik zum 01.01.2026 (PDF); Rechtsanwaltskammer Berlin: beA-Karte, KammerIdent-Verfahren und Erstregistrierung; Rechtsanwaltskammer Berlin: Fake-Kanzleien; Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit: Jahresbericht 2025; Kammergericht: Das Gericht. Stand: 14.10.2026.