Passwortheld

Anwälte in München

Passwort-Manager für Kanzleien in München

Im Bezirk des Landgerichts München I waren am 01.01.2026 genau 16.391 Anwältinnen und Anwälte zugelassen, fast jede fünfte Person im Kammerbezirk arbeitet ganz oder teilweise als Syndikus. Dazu kommen Postfächer für Gesellschaften.

Stand: 14.10.2026 · Marcel Schönfelder, Schönfelder EDV

Eine Kammer für drei Regierungsbezirke, zwei Drittel der Anwälte am Landgericht I

Die Rechtsanwaltskammer München im Tal 33 ist für den Bezirk des Oberlandesgerichts zuständig: ganz Oberbayern und Schwaben und fast ganz Niederbayern, zusammen zehn Landgerichtsbezirke. Nach Angaben der bayerischen Justiz hatte sie am 01.01.2026 genau 24.140 Mitglieder, darunter 879 zugelassene Berufsausübungsgesellschaften. Allein im Bezirk des Landgerichts München I, der Stadt und Landkreis umfasst, waren 16.391 Anwältinnen und Anwälte zugelassen. Auf die neun übrigen Bezirke kommen 7.749.

Zwei Zahlen aus der Statistik der Bundesrechtsanwaltskammer zum selben Stichtag fallen auf. 583 der 879 Gesellschaften sind Partnerschaften mit beschränkter Berufshaftung, 259 Rechtsanwalts-GmbHs. Und von 23.196 zugelassenen Personen arbeiten 4.461 ganz oder teilweise als Syndikusrechtsanwalt, 3.259 davon sind zugleich als Rechtsanwalt zugelassen. Im Kammerbezirk Berlin liegt dieser Anteil bei knapp 15 Prozent, hier bei gut 19.

Mehrere Postfächer je Person und je Gesellschaft

Wer als Syndikus zugleich als Rechtsanwalt zugelassen ist, muss nach § 46c Abs. 4 BRAO für jede Tätigkeit eine weitere Kanzlei unterhalten. Für jede weitere eingetragene Kanzlei richtet die Bundesrechtsanwaltskammer nach § 31a Abs. 7 BRAO ein weiteres Postfach ein. Die Zugänge aus dem Unternehmen gehören in dessen Systeme, nicht in den Tresor der eigenen Kanzlei.

Für Gesellschaften kommt ein eigenes beA hinzu. Auf ihrer Seite zum elektronischen Rechtsverkehr weist die Kammer darauf hin, dass es das persönliche Postfach der Berufsträger nicht ersetzt. Die Gesellschaft muss deshalb laufend alle Postfächer auf Eingänge prüfen. Für jede Zweigstelle kann die Gesellschaft auf Antrag ein weiteres beA bekommen, und sie bestimmt selbst, welche Anwälte über das Gesellschaftspostfach auf dem sicheren Übermittlungsweg einreichen dürfen.

Die Kammer bespricht dort auch einen Beschluss des Bayerischen Obersten Landesgerichts. Der Vertreter eines Pflichtverteidigers hatte dessen unterschriebene Revisionsbegründung mit seiner eigenen qualifizierten Signatur aus seinem eigenen beA verschickt. Das war keine wirksame Einreichung. Die Revision war damit nicht fristgerecht begründet. Die Angeklagte erhielt am Ende Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.

Karten, PIN und Signaturen bleiben deshalb bei der Person, der sie gehören, und gehören auch nicht in deren persönlichen Bereich im Tresor. Wer in der Kanzlei ein vergessenes Master-Passwort zurücksetzen darf, käme damit an diesen Bereich. Wofür in einer Partnerschaft mit vier oder fünf Postfächern der Tresor taugt, ist die Übersicht: welche Postfächer es gibt, wer welches täglich prüft, wer auf dem sicheren Übermittlungsweg für die Gesellschaft einreichen darf und wann welche Karte abläuft. Was sonst geteilt werden kann, steht auf der Seite Passwort-Manager für Anwälte.

Datenschutz: Hinweise der Kammer, Vorgaben des BayLDA

Aufsicht über den Datenschutz in bayerischen Kanzleien führt das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht in Ansbach, so nennt es auch die Kammer. Einen Datenschutzbeauftragten braucht eine Kanzlei nach § 38 Abs. 1 BDSG in der Regel, wenn mindestens 20 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt sind. Die Seite der Kammer zum Datenschutz in Anwaltskanzleien nennt noch die frühere Schwelle von zehn Personen. Nach ihrer Lesart zählen Teilzeitkräfte mit, und der Zugang zu E-Mails reicht schon aus.

In seinem Tätigkeitsbericht 2025 widmet das BayLDA der E-Mail von Anwälten einen eigenen Abschnitt. Transportverschlüsselung ist immer Pflicht. Für sensible Daten verlangt das Amt zusätzlich eine Inhaltsverschlüsselung, etwa mit PGP, S/MIME oder als kennwortgeschützte PDF-Datei, deren Kennwort der Empfänger telefonisch erfragt. Eine pauschale Einwilligung des Mandanten ersetzt das nicht. Stehen in der Mail sensible Daten Dritter mit hohem Risiko, etwa über die Gegenseite, ist die Inhaltsverschlüsselung zwingend. Wie Sie solche Kennwörter weitergeben, beschreibt der Ratgeber Kennwort einer verschlüsselten PDF übermitteln.

Bei übernommenen E-Mail-Konten zählt das Amt im selben Bericht Kanzleien zu den besonders exponierten Gruppen. Als eine der Schwächen nennt es den Verzicht auf Mehrfaktor-Anmeldung. Was nach so einem Vorfall zu tun ist, steht im Ratgeber Firmen-E-Mail gehackt. Diese Seite fasst die Quellen zusammen und ist keine Rechtsberatung.

Beispiel: eine arbeitsrechtliche Partnerschaft mit einer Syndika im Team

Ein erfundener Fall: eine Partnerschaft mbB mit zwei Partnern, zwei Fachangestellten und einer angestellten Anwältin, die zwei Tage die Woche als Syndikusrechtsanwältin bei einem Verband arbeitet. Die Fachangestellten prüfen mit eigenen Mitarbeiterkarten die Postfächer der Partner und das der Gesellschaft. Ihr Syndikus-Postfach gehört zu ihrer Arbeit beim Verband und taucht im Tresor der Kanzlei nicht auf.

  • Kanzleileitung: Notiz mit allen Postfächern der Kanzlei, wer sie prüft, wer für die Gesellschaft einreichen darf und wann welche Karte abläuft. Dazu Domain und Verwaltung der Kanzleisoftware. Zugriff: beide Partner.
  • Mandate: Kennwörter für verschlüsselte PDF-Dateien, je Mandat ein Eintrag. Ruft ein Mandant an, nennt ihm die Fachangestellte am Telefon das Kennwort. Zugriff: Anwälte und Fachangestellte.
  • Büro: Telefonanlage, Paketdienst, Shop für Bürobedarf. Zugriff: alle fünf.

Kündigt eine Fachangestellte, sperrt ein Partner ihr Tresorkonto, die Partner entziehen ihr die Rechte in ihren Postfächern, und die Mitarbeiterkarte bleibt in der Kanzlei. Die übrigen Schritte stehen in der Checkliste, wenn ein Mitarbeiter geht.

Mandatsgeheimnis und Vertrag

Was im Tresor liegt, ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt, Ihre Passwörter können wir nicht lesen. Den Server mietet die Kanzlei auf ihren Namen bei netcup, er steht in einem deutschen Rechenzentrum, und wir betreuen ihn per Fernwartung aus Dresden. Zum Angebot gehört ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Eine Verschwiegenheitsvereinbarung nach § 43e BRAO unterschreiben wir auf Wunsch. Alles Weitere klären wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) am Telefon oder per Video. Zahlen zu Firmen und Kammern in der Stadt allgemein stehen auf der Seite Passwort-Manager für Firmen in der Landeshauptstadt.

Anlaufstellen für Anwälte in München

Datenschutz-Aufsicht für FirmenBayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht
Polizei bei Cyberangriffen auf FirmenZentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des Bayerischen Landeskriminalamts
RechtsanwaltskammerRechtsanwaltskammer München, Tal 33
OberlandesgerichtOberlandesgericht München
LandgerichtLandgericht München I
Kammermitglieder24.140 (01.01.2026)
Anwälte im Landgerichtsbezirk München I16.391 (01.01.2026)

Ihr Ansprechpartner sitzt in Dresden, der Tresor läuft auf Ihrem eigenen Server bei netcup. Firmen in München betreuen wir deshalb komplett per Fernwartung, das Erstgespräch läuft am Telefon oder per Video.

Quellen: Bayerisches Staatsministerium der Justiz: Oberlandesgericht München, Gerichtsbezirk; Bundesrechtsanwaltskammer: Mitgliederstatistik zum 01.01.2026 (PDF); Rechtsanwaltskammer München: Elektronischer Rechtsverkehr; Rechtsanwaltskammer München: Datenschutz in Anwaltskanzleien; Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht: Tätigkeitsbericht 2025 (PDF). Stand: 14.10.2026.

Passwortheld: der Firmentresor auf Ihrem eigenen Server

Sie mieten einen kleinen Server bei netcup auf den Namen Ihrer Firma. Wir richten darauf den Tresor ein, halten ihn aktuell und achten darauf, dass er erreichbar bleibt.

Wartung durch Schönfelder EDV

16,99 € pro Monat

inkl. MwSt. · fester Preis, keine Kosten pro Nutzer · 12 Monate Mindestlaufzeit, danach mit einem Monat Frist kündbar · dazu die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat

Kostenloses Erstgespräch (15 Minuten)

Nur für Unternehmer. Es gelten die AGB. Preis im Einzelnen

Im Preis sind Einrichtung, Updates und die laufende Prüfung von Erreichbarkeit und Zertifikat. Die tägliche Sicherung gibt es als Zusatzpaket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht. Sie sichern dann selbst, mindestens einmal wöchentlich, außerhalb des Servers. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde.

Häufige Fragen

Gehört die beA-Mitarbeiterkarte in den Tresor?

Die Karte selbst nicht. Sie ist laut Rechtsanwaltskammer München nicht personalisiert, immer nur einer Person zugeordnet und bleibt in der Kanzlei, wenn jemand geht. In den Tresor passt die Übersicht, welche Karte gerade wem zugeordnet ist und in welchen Postfächern sie Rechte hat. Geht jemand, sieht die Kanzleileitung dort sofort, welche Rechte sie entziehen muss.

Kann die Kanzlei Kennwörter für verschlüsselte PDF-Dateien im Tresor ablegen?

Ja, als eigenen Eintrag je Mandat in einer Sammlung, die nur das Mandatsteam öffnet. Wer den Anruf des Mandanten annimmt, findet das Kennwort dort, ohne den Kollegen zu suchen, der die Datei verschickt hat.

Was kostet der Tresor für eine Partnerschaft mit Standorten in Oberbayern und Schwaben?

Der Preis hängt weder an Standorten noch an Nutzern: 16,99 € im Monat inkl. MwSt. für die Wartung, 12 Monate Mindestlaufzeit, dazu die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt. Beide Standorte arbeiten mit demselben Tresor.

Kann eine Referendarin für die Anwaltsstation ein eigenes Konto bekommen?

Ja, ohne Aufpreis, weil es keine Nutzergrenze gibt. Ein Verantwortlicher lädt sie per E-Mail ein, die Einladung gilt fünf Tage, und vor dem Beitritt richtet sie ihren zweiten Faktor ein. Nach der Station sperren Sie das Konto und ändern die Passwörter, die sie sehen konnte.

Ein freier Anwalt entwirft für uns Schriftsätze. Kann er in den Tresor?

Ja. Sie laden ihn ein wie einen Mitarbeiter und geben ihm nur die Sammlung frei, die er für seine Mandate braucht, ohne Aufpreis. Sein beA, seine Karte und seine PIN bleiben seine eigenen und haben im Tresor der Kanzlei nichts zu suchen.