Passwortheld

Passwort-Manager in Berlin

Passwort-Manager in Berlin: Zugänge für kleine Firmen ordnen

Von 188.834 Firmen im Land Berlin hatten 2024 laut Unternehmensregister 165.352 weniger als zehn Beschäftigte. Die Berliner Datenschutz-Aufsicht berichtet von einem Bußgeld, weil ein Postfach nur mit Passwort geschützt war.

Stand: 14.10.2026 · Marcel Schönfelder, Schönfelder EDV

Fast neun von zehn Firmen haben weniger als zehn Beschäftigte

Das Unternehmensregister des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg führt für das Berichtsjahr 2024 im Land Berlin 188.834 rechtliche Einheiten mit Beschäftigten oder Umsatz (Stand des Registers: 30.09.2025). 165.352 davon, also 87,6 Prozent, hatten weniger als zehn abhängig Beschäftigte. Die meisten Einheiten zählt der Abschnitt der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, zu dem etwa Kanzleien, Beratungen, Planungsbüros und Werbeagenturen gehören.

WirtschaftsabschnittRechtliche Einheiten 2024davon unter 10 Beschäftigte
Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen40.29037.219
Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen22.14819.636
Baugewerbe14.77612.955
Gesundheits- und Sozialwesen14.57311.154
Information und Kommunikation14.08912.094
Kunst, Unterhaltung und Erholung13.10612.608
Gastgewerbe12.7869.982

Noch kleinteiliger ist die Feingliederung: Für kreative, künstlerische und unterhaltende Tätigkeiten zählt das Register 10.818 Einheiten mit zusammen 11.243 abhängig Beschäftigten, für die Herstellung von Filmen und Fernsehprogrammen 1.426 Einheiten mit 5.415.

Die Kammern zählen anders. Zur IHK Berlin gehörten laut ihrem Jahresbericht 2025 rund 335.000 Mitglieder, davon 43 Prozent im Handelsregister eingetragen, der Rest Kleingewerbetreibende. Die Handwerkskammer meldet 29.558 Mitgliedsbetriebe zum 31.12.2024.

Ein Bußgeld der Datenschutz-Aufsicht wegen eines Postfachs ohne zweiten Faktor

Zuständig für den Datenschutz in Firmen ist die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit. In ihrem Jahresbericht 2025 schildert sie ein Bußgeld gegen ein Medizinunternehmen. Das Postfach des Geschäftsführers, über das auch Patienten schrieben, war mindestens einen Monat lang per Webmail allein mit Benutzername und Passwort erreichbar. Das Konto wurde kompromittiert, und aus den bestehenden Verläufen gingen Phishing-Nachrichten hinaus.

Die Behörde sah darin einen mittelschweren Verstoß gegen Art. 32 Abs. 1 lit. b DSGVO und hielt mit Blick auf die Empfehlungen des BSI eine stärkere Anmeldung für zumutbar. Erschwerend wertete sie die Gesundheitsdaten, mildernd unter anderem, dass das Unternehmen die Passwörter nach Bekanntwerden des Angriffs sofort geändert hatte. Eine Höhe des Bußgelds nennt der Bericht nicht. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.

Passwörter sofort ändern kann eine Firma nur, wenn sie weiß, welche Postfächer und Konten es gibt. Liegt der geheime Schlüssel für den Bestätigungscode eines Postfachs im Tresor, ruft jeder Berechtigte den Code dort ab (Bestätigungscodes im Team teilen). Dann liegen Passwort und Code nebeneinander, deshalb gilt am Tresor selbst eine Zwei-Faktor-Pflicht für alle Mitarbeiter. Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein. Was nach einer Übernahme zu tun ist: Firmen-E-Mail gehackt.

Datenpannen nimmt die Behörde über ein Onlineformular an. Nach Art. 33 DSGVO meldet der Verantwortliche unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden. Für Gründer und kleine Firmen mit Sitz in Berlin (weniger als 50 Beschäftigte, höchstens 10 Mio. Euro Umsatz oder Bilanzsumme) bietet die Behörde die kostenfreie Schulungsreihe „Starthilfe Datenschutz“ an, ein Block davon gilt technisch-organisatorischen Maßnahmen. Die Termine für 2026 sind vorbei oder ausgebucht, neue standen im Oktober 2026 noch nicht fest.

Hotline des Landes, Polizei und Kammern

Die Digitalagentur Berlin, vollständig aus Mitteln des Landes finanziert, betreibt für Berliner Unternehmen eine kostenfreie Cyberhotline: 0800 360 30 60, montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, auch bei bloßem Verdacht. Sie gibt erste Hilfe im IT-Notfall und vermittelt an Fachleute aus ihrem Netzwerk. Vorbeugend bietet ihre Cybersicherheitsstelle kostenfreie Orientierungsgespräche und Workshops an, für den 7. Dezember 2026 etwa eine Cyberwerkstatt zu Passwort- und Kontensicherheit.

Bei Cyberangriffen auf Firmen ist die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime für die Wirtschaft (ZAC) im Landeskriminalamt die Anlaufstelle der Polizei. Handwerksbetriebe berät die Handwerkskammer über ihre Beratungsstelle für Innovation und Technologie kostenfrei zur Digitalisierung, außerdem ist sie Transferpartner der Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand.

Welche Zugänge die typischen Betriebe teilen

Zur Rechtsberatung zählt das Register 5.023 Einheiten, zu Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Buchführung 3.185. Was Kammern und Gerichte für diese Kanzleien ausmacht, steht auf den Seiten für Anwälte und Steuerberater in der Hauptstadt.

IT-Dienstleistungen erbringen laut Register 9.662 Einheiten, 5.794 davon programmieren. Bei ihnen liegen Cloud-Konten von Kunden, Domains und Repositories. Schnittstellen-Schlüssel gehören in die Geheimnisverwaltung des Systems, das sie nutzt, in den Tresor nur der Zugang zum Dashboard. Mehr dazu auf der Seite für Softwareentwickler.

In der Gastronomie zählt das Register 11.742 Einheiten mit 98.052 abhängig Beschäftigten. Backoffice der Kasse und Reservierungssystem braucht dort vor allem die Schichtleitung, mehr auf der Seite für die Gastronomie.

Beispiel: eine kleine Filmproduktion mit wechselnden Freien

Ein erfundener Fall: Eine Produktionsfirma hat drei feste Leute, die Geschäftsführerin, einen Produktionsleiter und eine Buchhalterin in Teilzeit. Je Dreh kommen zehn bis fünfzehn Freie dazu. Den Zugang zum Cloud-Speicher mit dem Rohmaterial schickte der Produktionsleiter bisher jedem neuen Freien per Messenger, und nach Drehschluss blieb das Passwort, wie es war.

Heute legt die Geschäftsführerin im Tresor für jedes Projekt eine Sammlung an und weist den Produktionsleiter ihr als Manager mit Verwaltungsrecht zu. Darin liegen Cloud-Speicher, Konto beim Kameraverleih, Lizenzportal für Musik. Jeder Freie bekommt ein eigenes Konto, das nur diese Sammlung sieht, ohne Aufpreis. Nach dem Dreh entzieht der Produktionsleiter die Freigaben und setzt das Passwort des Speichers neu. Eine Freigabe nur zum Ausfüllen ginge auch, hält aber niemanden technisch davon ab, das Passwort mit etwas Aufwand herauszufinden.

Domain, Website und das eigene Postfach liegen in einer Sammlung nur für die Geschäftsführerin, das Postfach inzwischen mit zweitem Faktor. Sie ist Eigentümerin der Organisation im Tresor und räumt dem Produktionsleiter einen Notfallzugang ein. Übernimmt er ihr Konto nach der vereinbarten Wartezeit, sieht er alle ihre Sammlungen, deshalb liegt dort nichts, was nur sie selbst nutzen darf. Den Ablauf legen wir bei der Einrichtung fest, Hintergründe im Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.

Betreuung aus Dresden, Server auf den Namen Ihrer Firma

Schönfelder EDV sitzt in Dresden und richtet den Tresor per Fernwartung ein. Der Server läuft auf den Namen Ihrer Firma bei netcup in Deutschland und bleibt nach einer Kündigung mit allen Daten bei Ihnen. Die Wartung kostet 16,99 € im Monat inkl. MwSt. bei 12 Monaten Mindestlaufzeit, die Servermiete ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt. zahlen Sie direkt an netcup. Das Angebot gilt nur für Unternehmer. Eine Sicherung gibt es mit dem Backup-Paket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt., ohne das Paket sichern wir den Tresor nicht. Ob das zu Ihrem Betrieb passt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) am Telefon oder per Video.

Anlaufstellen für Firmen in Berlin

Datenschutz-Aufsicht für FirmenBerliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
Polizei bei Cyberangriffen auf FirmenZentrale Ansprechstelle Cybercrime für die Wirtschaft (ZAC) im LKA Berlin
Einwohner3.700.577 (31.12.2025, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg)
IHKIHK Berlin
HandwerkskammerHandwerkskammer Berlin
Hilfe im IT-NotfallCyberhotline der Digitalagentur Berlin
Rechtliche Einheiten (2024)188.834, davon 165.352 mit weniger als 10 Beschäftigten

Wir betreuen Firmen in Berlin per Fernwartung aus Dresden. Einrichtung, Updates und Abstimmung laufen über das Internet, das kostenlose Erstgespräch am Telefon oder per Video.

Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Rechtliche Einheiten und Niederlassungen im Land Berlin 2024 (PDF); Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerungsfortschreibung 2025 Berlin; Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit: Jahresbericht 2025; Digitalagentur Berlin: Cyberhotline; IHK Berlin: Jahresbericht 2025, Mitglieder und Budget. Stand: 14.10.2026.

Passwortheld: der Firmentresor auf Ihrem eigenen Server

Sie mieten einen kleinen Server bei netcup auf den Namen Ihrer Firma. Wir richten darauf den Tresor ein, halten ihn aktuell und achten darauf, dass er erreichbar bleibt.

Wartung durch Schönfelder EDV

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Nur für Unternehmer. Es gelten die AGB. Preis im Einzelnen

Im Preis sind Einrichtung, Updates und die laufende Prüfung von Erreichbarkeit und Zertifikat. Die tägliche Sicherung gibt es als Zusatzpaket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht. Sie sichern dann selbst, mindestens einmal wöchentlich, außerhalb des Servers. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde.

Häufige Fragen

Helfen Sie uns, wenn wir gerade angegriffen werden?

Für den Tresor ja, in unseren Servicezeiten Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr und nach Aufwand (74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde). Einen Notdienst rund um die Uhr bieten wir nicht. Für den Angriff selbst sind die kostenfreie Cyberhotline der Digitalagentur Berlin und die ZAC im Landeskriminalamt die richtigen Stellen.

Wie lange dauert es, bis unser Tresor läuft?

Im Regelfall ist er innerhalb von 5 Werktagen fertig, nachdem Server und Adresse bereitstehen. Die Bestellung bei netcup und den Eintrag der Adresse beim Domain-Anbieter erledigen wir auf Wunsch gemeinsam mit Ihnen per Bildschirmfreigabe, ohne Aufpreis. Bestellen und bezahlen tut Ihre Firma weiter selbst.

Was passiert mit dem Konto eines Freien, wenn das Projekt vorbei ist?

Ein Verantwortlicher in Ihrer Firma sperrt es und entfernt es aus der Organisation. Das endgültige Löschen vom Server übernehmen wir auf Wunsch nach Aufwand. Passwörter, die der Freie kannte, ändern Sie danach trotzdem.

Lohnt sich ein Tresor für Selbständige ohne Mitarbeiter?

Kaum. Der gemeinsame Tresor ist für Teams gebaut, die Zugänge teilen. Arbeiten Sie allein und ohne Freie, genügt ein persönlicher Passwort-Manager. Sobald zwei Personen dieselben Zugänge brauchen, lohnt sich der Blick.

Einige unserer Freien arbeiten aus anderen Bundesländern. Ist das ein Problem?

Nein. Jeder meldet sich mit seinem eigenen Konto in den kostenlosen Bitwarden® Apps oder über die Weboberfläche unter Ihrer Adresse an, egal wo er sitzt. Der Server steht weiter bei netcup in Deutschland auf den Namen Ihrer Firma.