Den Inhaber ändern: zwei Wege, je nachdem, wer heute Zugriff hat
Den primären Inhaber eines Google-Unternehmensprofils ändert nur der bisherige primäre Inhaber. Er fügt die neue Person unter „Einstellungen für das Unternehmensprofil“, „Personen und Zugriff“ zuerst als Inhaber hinzu. Hat sie die Einladung angenommen und ist sie seit sieben Tagen dabei, wählt er bei ihr neben „Zugriff“ den Punkt „Bearbeiten“, dann „Primärer Inhaber“ und „Speichern“. Vorher meldet Google einen Fehler.
Hat in Ihrer Firma niemand mehr Zugang, weil das Profil im Konto der Agentur oder einer früheren Mitarbeiterin liegt, fordern Sie die Inhaberschaft bei Google an: unter business.google.com/add Ihr Unternehmen suchen, „Zugriff anfordern“ wählen und das Formular senden. Der bisherige Inhaber hat drei Tage Zeit zu antworten. Reagiert er nicht, bietet Google in manchen Fällen an, den Anspruch selbst zu bestätigen. Grundlage sind die Seiten der Unternehmensprofil-Hilfe zu Nutzern, zur primären Inhaberschaft und zur Anforderung der Inhaberschaft. Ein Datum nennen sie nicht, abgerufen haben wir sie am 14.10.2026.
Primärer Inhaber, Inhaber und Administrator
Wer nach dem „Hauptinhaber“ oder dem „Verwalter“ sucht, findet in der aktuellen Google-Hilfe andere Namen. Ein Profil hat genau einen primären Inhaber, dazu beliebig viele Inhaber und Administratoren. Die Administratoren hießen früher Site-Manager.
| Rolle | Was sie darf | Was sie nicht darf |
|---|---|---|
| Primärer Inhaber | alles, auch die primäre Inhaberschaft an eine andere Person geben | sich selbst entfernen, solange er primärer Inhaber ist |
| Inhaber | Nutzer hinzufügen und entfernen, Rollen ändern, das Profil löschen, alle Angaben bearbeiten | die primäre Inhaberschaft übertragen |
| Administrator | Angaben, Fotos und Beiträge pflegen, auf Rezensionen antworten | Nutzer hinzufügen oder entfernen, das Profil löschen |
Zwei Regeln aus der Hilfe betreffen kleine Firmen direkt. Eine Google-Gruppe lässt sich nicht als Inhaber eintragen, jede Rolle hängt also an einem einzelnen Google-Konto. Und wer neu hinzukommt, kann in den ersten sieben Tagen weder andere Nutzer entfernen noch das Profil löschen oder die primäre Inhaberschaft übernehmen. Ist ein Mitarbeiter primärer Inhaber und soll das Profil vor seinem Weggang übergeben, muss das neue Konto also mindestens sieben Tage vor seinem letzten Arbeitstag im Profil stehen.
Wenn die Firma schon Inhaber ist, aber nicht primärer Inhaber
Manchmal ist die Lage halb geklärt: Die Geschäftsführung steht als Inhaber oder Administrator im Profil, primärer Inhaber ist aber das Konto der Agentur oder des Mitarbeiters, der das Profil vor Jahren angelegt hat. Prüfen Sie unter „Personen und Zugriff“, welche Rolle neben welchem Konto steht. Dann gehen Sie so vor:
- Rolle anheben lassen. Sind Sie nur Administrator, bitten Sie den primären Inhaber, Sie zum Inhaber zu machen.
- Sieben Tage abwarten. Erst danach lässt Google die Übertragung auf Sie zu.
- Übertragen lassen. Der primäre Inhaber wählt bei Ihrem Konto „Primärer Inhaber“. Laut Google kann nur er das, ein anderer Inhaber nicht.
- Aufräumen. Als primärer Inhaber entfernen Sie Konten, die nicht mehr zur Firma gehören, und geben einer Agentur, die weiter für Sie arbeitet, die Rolle, die sie wirklich braucht.
Google empfiehlt in seinen Hinweisen zum Schutz des Profils, ausgeschiedenen Mitarbeitern den Zugriff zu entziehen und nur so vielen Personen Rechte zu geben wie nötig. Das Unternehmensprofil gehört deshalb auf die Liste, die beim Weggang eines Mitarbeiters abgearbeitet wird, siehe Mitarbeiter verlässt die Firma.
Agentur oder früherer Mitarbeiter hält das Profil: Zugriff anfordern
Stehen Sie gar nicht im Profil, bleibt die Anfrage über Google. Die Hilfe beschreibt sie für Unternehmen mit Ladengeschäft oder Büro so:
- business.google.com/add öffnen, Namen und Adresse des Unternehmens eingeben und den Eintrag aus der Liste wählen.
- Erscheint der Hinweis, dass das Profil eventuell von einer anderen Person verwaltet wird, „Zugriff anfordern“ wählen, das Formular ausfüllen und senden. Google schickt eine Bestätigung per E-Mail.
- Der bisherige Inhaber bekommt eine Nachricht und kann Ihnen die Inhaberschaft übertragen. Er hat drei Tage Zeit.
- Antwortet er nicht, öffnen Sie nach den drei Tagen die Bestätigungs-E-Mail und wählen „Anfrage ansehen“ und „Bestätigen“. Google schreibt dazu, dass diese Möglichkeit nicht immer angeboten wird.
- Wird die Anfrage abgelehnt, können Sie Änderungen am Profil vorschlagen und Einspruch einlegen.
Betriebe ohne festen Standort, etwa ein Handwerker, der nur beim Kunden arbeitet, gehen einen anderen Weg: über die Kontaktseite der Unternehmensprofil-Hilfe mit dem Anliegen „Inhaberschaft des Eintrags übertragen“. Stellen Sie die Anfrage mit einem Google-Konto, das der Firma gehört, sonst haben Sie das Problem nach dem nächsten Personalwechsel wieder.
Was Google von Agenturen verlangt
Für Agenturen, die Profile im Auftrag pflegen, gelten eigene Richtlinien für Drittanbieter. Danach muss der Kunde zu jeder Zeit Inhaber oder Mitinhaber seines Profils sein, und welche Rechte die Agentur bekommt, entscheidet allein das beauftragende Unternehmen. Kündigt der Kunde, muss die Agentur innerhalb von sieben Arbeitstagen nach Erhalt der Kündigung ermöglichen, dass er wieder die alleinige Kontrolle über sein Profil bekommt, und eigene Verwaltungsrechte entfernen. Weigert sich eine Agentur, nennen Sie ihr diese Richtlinie und fordern die Übertragung schriftlich mit Frist an. Verstöße nimmt Google über ein Beschwerdeformular für Drittanbieter entgegen.
Primärer Inhaber sollte ein Konto der Firma sein
Nur das Google-Konto, das als primärer Inhaber eingetragen ist, kann die primäre Inhaberschaft weitergeben. Ist das die private Gmail-Adresse einer Bürokraft, hängt das Profil an deren Passwort, deren Handy für die Bestätigung in zwei Schritten und deren Bereitschaft, nach einem Streit noch zu antworten. Die Firma kann dieses Konto weder zurücksetzen noch übernehmen.
Ein Google-Konto braucht keine Gmail-Adresse. Laut Google-Kontohilfe lässt es sich mit der Adresse eines anderen Anbieters anlegen, etwa google@ihre-firma.de, und die Kontonachrichten gehen dann an diese Adresse. Nutzt die Firma Google Workspace, ist ein Workspace-Konto der Firma der naheliegende primäre Inhaber. Google selbst rät in den Schutzhinweisen, für den Administrator des Profils einen E-Mail-Alias zu verwenden. Eine sinnvolle Aufstellung für einen kleinen Betrieb:
| Konto | Rolle im Profil | Wer an die Zugangsdaten kommt |
|---|---|---|
| Google-Konto auf einer Firmenadresse, nur für Google-Dienste | Primärer Inhaber | Geschäftsführung und eine Vertretung |
| Google-Konto der Geschäftsführung | Inhaber | nur die Geschäftsführung selbst |
| Konten der Mitarbeiter, die Beiträge und Antworten schreiben | Administrator | jeder sein eigenes |
| Konto der Agentur | Administrator, solange der Auftrag läuft | die Agentur |
Das Firmenkonto benutzt im Alltag niemand, es ist für den Fall da, dass die anderen Konten wegfallen. Schalten Sie dort die Bestätigung in zwei Schritten ein, wie Google es in den Schutzhinweisen rät, und tragen Sie als Wiederherstellungsadresse eine zweite Firmenadresse ein, keine private. Wie Ersatzcodes für so ein Konto aufbewahrt werden, beschreibt Wiederherstellungscodes aufbewahren.
Typische Fehler in kleinen Firmen
- Das Profil wurde beim Eröffnen schnell mit einem privaten Konto angelegt. Ein Azubi oder die damalige Büroleitung hat es eingerichtet, primärer Inhaber ist bis heute deren Gmail-Adresse.
- Die Agentur ist primärer Inhaber, die Firma nur Administrator. Googles Richtlinie für Agenturen verlangt, dass der Kunde jederzeit Inhaber oder Mitinhaber ist. Ohne Inhaberrolle kann die Firma die Agentur nicht entfernen.
- Frühere Mitarbeiter stehen noch im Profil. Als Administratoren können sie weiter Beiträge veröffentlichen und auf Rezensionen antworten.
- Jemand ruft an und bietet gegen Geld Hilfe bei der Bestätigung an. Laut Google ist die Verwaltung des Profils kostenlos, Google verlangt keine Zahlung für Bestätigung oder Reaktivierung und fragt nie nach Einmalcodes oder PINs.
- Niemand weiß, welches Konto primärer Inhaber ist. Dann fällt es erst auf, wenn eine Änderung nicht mehr geht.
Bei Domain und Website stellt sich dieselbe Frage, auf wessen Namen die Zugänge laufen. Was dort in die eigene Hand gehört, steht unter Domain und Website: Zugänge in eigene Hand. Für die Firmenseite bei Facebook gibt es einen eigenen Ratgeber, Facebook-Seite der Firma.
Beispiel: Fahrschule mit drei Filialen
Ein erfundener Fall: Eine Fahrschule mit drei Filialen und sieben Fahrlehrern hat für jede Filiale ein eigenes Profil. Angelegt hat sie 2019 eine Bürokraft, die 2023 gegangen ist. Primärer Inhaber aller drei Profile ist ihre private Adresse, die Inhaberin der Fahrschule steht nur bei einem Profil als Administratorin. Als nach einem Umzug die Adresse einer Filiale falsch angezeigt wird, kann im Büro niemand sie ändern, denn die Inhaberin ist nur beim Profil einer anderen Filiale eingetragen.
Die Inhaberin legt zuerst ein Google-Konto auf profil@ der Firmendomain an. Die frühere Bürokraft ist noch erreichbar und macht das neue Konto und das Konto der Inhaberin in allen drei Profilen zu Inhabern. Nach sieben Tagen überträgt sie ihm die primäre Inhaberschaft und entfernt danach ihr eigenes Konto aus den Profilen. Die Fahrlehrer, die Fotos hochladen, bekommen eigene Administratorrollen. Welche Zugänge eine Fahrschule sonst noch hat, steht auf der Seite für Fahrschulen.
Wo die Zugangsdaten des Firmenkontos liegen
Das Konto des primären Inhabers braucht ein langes, zufälliges Passwort und einen zweiten Faktor, und beides muss im Notfall jemand anderes als der Chef finden. In einem gemeinsamen Tresor legt die Geschäftsführung dafür einen Eintrag in einer Sammlung an, die nur sie und ihre Vertretung sehen: Adresse und Passwort des Kontos, in den Notizen, welche Profile daran hängen und wer dort welche Rolle hat. Lässt der Dienst eine Authenticator-App zu, kann der Bestätigungscode im selben Eintrag liegen. Dann hängt der Schutz am Tresor selbst, und jeder Mitarbeiter meldet sich dort mit eigenem Master-Passwort und eigenem zweiten Faktor an, Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein. Mehr dazu unter Bestätigungscodes im Team teilen.
Fällt die Geschäftsführung aus, braucht die Vertretung genau diesen Eintrag. Wie sie im Ernstfall an die Firmenzugänge kommt, beschreibt Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.
Quellen: Google Unternehmensprofil-Hilfe: Nutzer eines Unternehmensprofils verwalten (abgerufen 14.10.2026); Google Unternehmensprofil-Hilfe: Primäre Inhaberschaft übertragen (abgerufen 14.10.2026); Google Unternehmensprofil-Hilfe: Inhaberschaft eines Unternehmensprofils anfordern (abgerufen 14.10.2026); Google Unternehmensprofil-Hilfe: Richtlinien für Drittanbieter (abgerufen 14.10.2026); Google Unternehmensprofil-Hilfe: Google Unternehmensprofil schützen (abgerufen 14.10.2026). Stand: 14.10.2026.