Passwortheld

Für Pflegedienste

Passwort-Manager für Pflegedienste: jede Tour sieht nur ihre Codes

Tour-Handys, Schlüsselboxen, Pflegesoftware und seit Juli 2025 das KIM-Postfach: Die Pflegekräfte einer Tour teilen sich wenige Zugänge, und wenige Leute im Büro brauchen fast alle. So trennen Sie das sauber.

Stand: 14.10.2026 · Marcel Schönfelder, Schönfelder EDV

Zugänge eines ambulanten Pflegedienstes zwischen Büro und Tour

Ein Pflegedienst arbeitet an zwei Orten zugleich: im Büro der Pflegedienstleitung und unterwegs bei den Klientinnen und Klienten. Entsprechend verteilen sich die Zugänge:

  • Pflegesoftware: Büroprogramm für Pflegeplanung, Dienstplan und Tourenplanung, dazu die mobile Erfassung auf den Diensthandys, jeweils mit eigener Kennung für jede Pflegekraft.
  • Telematikinfrastruktur: das KIM-Postfach der Einrichtung, das Kundenkonto beim Anbieter von TI-Gateway oder Konnektor, die PIN der Institutionskarte, die PIN des Heilberufsausweises.
  • Abrechnung: das Abrechnungsprogramm oder die Abrechnungsstelle, falls Sie eine beauftragen, und die Lohnabrechnung.
  • Unterwegs: Entsperrcodes der Tour-Handys, die Codes von Schlüsselboxen bei Klienten, das Konto, über das die Handys ihre Apps bekommen.
  • Büro: E-Mail, Telefonanlage mit Umleitung für die Rufbereitschaft, Website, Stellenportale für die Personalsuche.

Bis auf die Kennungen in der Pflegesoftware gehören diese Zugänge dem Dienst und keiner einzelnen Person. Wer sie braucht, wechselt mit jeder Schicht. In ambulanten Pflegediensten arbeiteten 2023 bundesweit 52,7 % der Beschäftigten in sozialversicherungspflichtiger Teilzeit und 15,8 % im Minijob, in Vollzeit 28,3 %. So steht es in einer Auswertung der Pflegestatistik durch das Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen.

Telematikinfrastruktur in der Pflege: Pflicht seit Juli 2025

Nach § 341 Abs. 8 SGB V mussten ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen nach dem SGB XI bis zum 1. Juli 2025 alle Voraussetzungen für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur und den Zugriff auf die elektronische Patientenakte erfüllen. Die gematik nennt für Tagespflegen dieselbe Frist. Sanktionen für eine verspätete Anbindung sind nach ihren Angaben derzeit nicht vorgesehen. Wer nicht angebunden ist, kann aber auch die TI-Pauschale nicht abrufen.

Die Karten dafür gibt das elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR) aus, eine gemeinsame Stelle der Länder bei der Bezirksregierung Münster. Den Heilberufsausweis bekommen dort Pflegefachpersonen, darunter Altenpflegerinnen und Gesundheits- und Krankenpfleger. Er ist an die Person gebunden und Voraussetzung für die Institutionskarte (SMC-B) der Einrichtung. Statt der Karte gibt es inzwischen auch die SM-B, deren Schlüssel zentral in einem Rechenzentrum liegen. Ein TI-Gateway verbindet den Dienst ohne eigenen Konnektor, dafür braucht es einen Vertrag mit einem Anbieter.

Für den Tresor heißt das: Die Zugangsdaten des KIM-Postfachs, das Kundenkonto beim TI-Anbieter und gegebenenfalls die PIN der SMC-B liegen in einer Sammlung für Leitung und Verwaltung. Die PIN des Heilberufsausweises bleibt bei der Pflegefachkraft, der er gehört. Nach den Antworten der gematik ist der Versand der Abrechnung für Pflegesachleistungen, Entlastungsleistungen und Verhinderungspflege ab dem 1. Oktober 2027 nur noch über KIM möglich. Ab dann kommt die Abrechnung nur noch raus, wenn jemand im Büro an dieses Postfach kommt.

Eigene Kennung auf dem Tour-Handy

Nach § 105 SGB XI zeichnet der Dienst jede Leistung nach Art, Menge und Preis auf, mit Tag und Uhrzeit. Seit dem 1. Januar 2023 gehört in die Abrechnungsunterlagen auch die Beschäftigtennummer der Person, die die Leistung erbracht hat. Mit einer Sammelkennung für die ganze Frühtour lässt sich diese Nummer schwer richtig zuordnen. Deshalb meldet sich jede Pflegekraft in der mobilen Pflegesoftware mit ihrer eigenen Kennung an, auch wenn Früh- und Spätdienst dasselbe Handy nutzen. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung.

Mit dem Tresor ist es genauso. Teilen sich zwei Kolleginnen ein Diensthandy, meldet sich jede mit ihrem eigenen Konto in der App an und nach der Tour wieder ab. Was beide brauchen, etwa die Codes der Schlüsselboxen auf ihrer Tour, steht in einer gemeinsamen Sammlung.

Schlüsselboxen ohne Klientennamen: Benennen Sie die Einträge nach Klientennummer oder Tourstopp, nicht nach Name und Adresse. Wer zu wem gehört, steht in der Pflegesoftware. Ändert eine Familie den Code, trägt ihn die Pflegekraft noch beim Klienten im Tresor nach, dann findet ihn auch die nächste Schicht dort.

Sammlungen für Touren, Leitung, TI und Abrechnung

Die meisten Beschäftigten eines Pflegedienstes brauchen sehr wenige Zugänge. Wenige Personen im Büro brauchen fast alle.

BereichTypische ZugängeWer braucht Zugriff
Tour Nord, Tour Süd usw.Codes der Schlüsselboxen, Entsperrcodes der Tour-HandysPflegekräfte, die diese Tour fahren
RufbereitschaftUmleitung der Telefonanlage, Zugang zur Tourenplanungwer in der Nacht oder am Wochenende Bereitschaft hat
PflegedienstleitungAdministrator der Pflegesoftware, Dienstplan, StellenportalePflegedienstleitung und Stellvertretung
TI und KIMKIM-Postfach, Kundenkonto beim TI-Anbieter, PIN der SMC-BPflegedienstleitung, Verwaltung
AbrechnungAbrechnungsprogramm oder AbrechnungsstelleVerwaltung, Inhaberin
GeschäftsführungLohnabrechnung, Personalunterlagen, Verträge, WebsiteInhaberin oder Geschäftsführung

Das Onlinebanking steht in keiner Sammlung und auch nicht im persönlichen Bereich. Wer Zahlungen erledigt, bekommt bei der Bank einen eigenen Zugang mit Vollmacht, wie im Ratgeber Onlinebanking für Mitarbeiter beschrieben.

Fragt das Konto für das Gerätemanagement der Handys oder ein Stellenportal beim Anmelden einen Code aus einer Authenticator-App ab, kann der Schlüssel dafür beim Eintrag liegen. Dann ruft jede berechtigte Person den Code selbst im Tresor ab, siehe Codes für das ganze Team. Codes per SMS kann der Tresor nicht empfangen, sie bleiben am Telefon mit dieser Nummer. Den Tresor selbst schützt die Zwei-Faktor-Pflicht für alle Mitarbeiter. Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein. Wer bisher eine Liste mit Passwörtern im Büro führt, findet im Ratgeber Passwörter in Excel die Gründe für den Umstieg.

Beispiel: ambulanter Dienst mit Tagespflege

Ein erfundener Fall: Ein Pflegedienst mit 58 Beschäftigten betreibt fünf Touren und eine Tagespflege im selben Haus. Gut zwei Drittel arbeiten in Teilzeit oder auf Minijob-Basis, dazu kommen drei Auszubildende. Im Büro sitzen die Pflegedienstleitung, ihre Stellvertreterin und zwei Kräfte für Abrechnung und Personal.

Den Heilberufsausweis hatte nur die frühere Pflegedienstleitung, ebenso das Passwort für das KIM-Postfach. Als sie in Rente ging, fiel das erst auf, als eine Abrechnung über KIM hing. Einen neuen Ausweis musste ihre Nachfolgerin beim eGBR beantragen.

Heute sieht jede Pflegekraft die Sammlung ihrer Tour und keine andere. Die Kräfte der Tagespflege haben eine eigene Sammlung für Fahrdienst und Telefon. „TI und KIM“ öffnen die Leitung, die Stellvertretung und die Abrechnung. Auch die Stellvertreterin hat inzwischen einen eigenen Heilberufsausweis, damit beim nächsten Abschied noch jemand im Haus einen hat. Die Inhaberin ist Eigentümerin der Organisation im Tresor. Die Pflegedienstleitung legt Konten an und sperrt sie, dafür ist sie Administratorin und kommt damit über die Verwaltungsansicht auch an die Geschäftsführungs-Sammlung. Weitere Administratoren gibt es nicht. Fällt die Inhaberin aus, übernimmt die Pflegedienstleitung über den Notfallzugang ihr Konto. Wie dieser Zugang abläuft, legen wir bei der Einrichtung mit Ihnen fest.

Wenn Pflegekräfte gehen

Geht eine Aushilfe oder eine Pflegekraft, sperrt die Pflegedienstleitung das Konto im Tresor und die Kennung in der Pflegesoftware und lässt sich das Tour-Handy zurückgeben. Schlüsselbox-Codes, die die Person kannte, ändern Sie nach Absprache mit den Familien. Die übrigen Schritte stehen in der Checkliste beim Weggang eines Mitarbeiters.

Verlässt die Person mit dem Heilberufsausweis den Dienst, nimmt sie den Ausweis mit. Nach den Antworten der gematik muss dann eine andere Pflegefachperson einen eigenen beantragen, für die Pflege reicht ein Heilberufsausweis je Einrichtung. Die Gebühr beim eGBR beträgt 40 Euro, die Kosten der Herstellung kommen dazu.

Pflegedokumentation bleibt in der Pflegesoftware

Pflegeplanung, Medikationspläne, Wunddokumentation und Fotos legen Sie nicht im Tresor ab, auch nicht als Dateianhang. Dort stehen Zugangsdaten. Die Apps Ihres Teams verschlüsseln jeden Eintrag, bevor er auf den Server geht, und erst auf den Geräten Ihres Teams ist er wieder lesbar. Wir als Betreiber können die Einträge nicht öffnen. Wir sehen nur Namen und E-Mail-Adressen der Nutzer und die technischen Protokolle des Servers, dafür gehört ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung zum Angebot.

Kosten bei vielen Teilzeitkräften

58 Konten kosten bei uns so viel wie fünf, weil es keinen Preis pro Nutzer gibt. Die Wartung kostet fest 16,99 € im Monat inkl. MwSt., Einrichtung inbegriffen, Mindestlaufzeit 12 Monate. Der Server läuft auf den Namen des Pflegedienstes bei netcup, ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt. Wir bieten das nur Unternehmern an. Gesichert wird der Tresor mit dem Backup-Paket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Paket gibt es keine Sicherung von uns, dann exportiert der Dienst selbst. Unterstützung im Alltag kostet 74,99 € je Stunde inkl. MwSt. und wird nach angefangenen Viertelstunden berechnet.

Wie Arztpraxen ihre Karten und Portale ordnen, steht auf der Seite Passwort-Manager für Arztpraxen, für Apotheken gibt es die Seite Passwort-Manager für Apotheken. Was Ihr Dienst braucht, klären wir am Telefon oder per Video im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten).

Anlaufstellen

Heilberufsausweis und SMC-BElektronisches Gesundheitsberuferegister (eGBR), Bezirksregierung Münster
Telematikinfrastruktur und KIMgematik GmbH
Form der Abrechnung und DatenaustauschSpitzenverband Bund der Pflegekassen

Quellen: § 341 SGB V; § 105 SGB XI; gematik: FAQ für die Pflege; Bezirksregierung Münster: Elektronisches Gesundheitsberuferegister; IAQ Universität Duisburg-Essen: Personalstruktur in Pflegeeinrichtungen 2023 (Stand 02.06.2025). Stand: 14.10.2026.

Passwortheld: der Firmentresor auf Ihrem eigenen Server

Sie mieten einen kleinen Server bei netcup auf den Namen Ihrer Firma. Wir richten darauf den Tresor ein, halten ihn aktuell und achten darauf, dass er erreichbar bleibt.

Wartung durch Schönfelder EDV

16,99 € pro Monat

inkl. MwSt. · fester Preis, keine Kosten pro Nutzer · 12 Monate Mindestlaufzeit, danach mit einem Monat Frist kündbar · dazu die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat

Kostenloses Erstgespräch (15 Minuten)

Nur für Unternehmer. Es gelten die AGB. Preis im Einzelnen

Im Preis sind Einrichtung, Updates und die laufende Prüfung von Erreichbarkeit und Zertifikat. Die tägliche Sicherung gibt es als Zusatzpaket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht. Sie sichern dann selbst, mindestens einmal wöchentlich, außerhalb des Servers. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde.

Häufige Fragen

Braucht jede Pflegekraft einen Heilberufsausweis, um mit der TI zu arbeiten?

Nein. Laut gematik reicht in der Pflege ein Heilberufsausweis je Einrichtung, um die Institutionskarte zu beantragen. Für KIM muss der Ausweis nach ihren Angaben nicht gesteckt sein.

Können Minijobber und Aushilfen ein eigenes Konto bekommen, ohne dass es teurer wird?

Ja. Der Preis hängt nicht von der Zahl der Nutzer ab. Die Pflegedienstleitung lädt jede Aushilfe per E-Mail ein, gibt ihr nur die Sammlung ihrer Tour frei und sperrt das Konto am letzten Arbeitstag.

Läuft der Tresor auf den Diensthandys?

Ja. Die kostenlosen Bitwarden® Apps gibt es für iPhone und Android, dazu für Windows, macOS und Linux im Büro. Jede Pflegekraft meldet sich mit ihrem eigenen Master-Passwort und ihrem zweiten Faktor an.

Wie bekommt eine Vertretung aus einem anderen Dienst kurzfristig einen Schlüsselbox-Code?

Über einen sicheren Link aus dem Tresor. Der Code geht verschlüsselt raus und ist nur befristet abrufbar, ein Konto braucht die Vertretung dafür nicht. Danach ändern Sie den Code mit der Familie.

Gehören die Zugangsdaten der Klienten zu deren Patientenakte in den Tresor?

Nein. Den Zugriff auf die elektronische Patientenakte bekommt der Dienst nach Angaben der gematik, wenn die Gesundheitskarte des Versicherten im Kartenterminal steckt, ein Passwort der Klienten braucht er dafür nicht. Eine mobile Lösung für unterwegs ist laut gematik noch in Arbeit. Persönliche Zugangsdaten von Klienten sollten Sie nicht verwalten.