1.792 Kammerangehörige in einem Bezirk für zwei Städte
Die Hanseatische Rechtsanwaltskammer Bremen in der Knochenhauerstraße 36/37 ist für das ganze Bundesland zuständig, also für die Gerichtsbezirke beider Städte. Laut ihrem Tätigkeitsbericht 2025 hatte sie am 31. Dezember 2025 genau 1.792 Kammerangehörige. Darunter waren 1.556 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte mit Einzelzulassung, 113 Syndikusanwälte mit Doppelzulassung, 56 nur als Syndikus zugelassene, 40 PartGmbB und 19 Rechtsanwalts-GmbH.
Unter den Fachanwaltstiteln führt das Arbeitsrecht mit 148, dahinter Familienrecht mit 92 und Steuerrecht mit 68. Für Transport- und Speditionsrecht zählt die Kammer 13 Fachanwälte, den Fachausschuss dafür bildet sie gemeinsam mit den anderen norddeutschen Kammern. Neue Ausbildungsverträge für Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte gab es 2025 im Bezirk 36, nach 34 im Jahr davor. Welche Zugänge eine Kanzlei teilen kann und welche bei einer Person bleiben, erklärt die Seite Passwort-Manager für Anwälte.
Gerichte im Bezirk und die beA-Karte
Zum Hanseatischen Oberlandesgericht am Wall 198 gehören das Landgericht an der Domsheide, dessen Kammern auch in Bremerhaven tagen, und drei Amtsgerichte. Auf seiner Startseite weist das Oberlandesgericht darauf hin, dass Anwälte seit dem 1. Januar 2022 in Zivil- und Familiensachen den elektronischen Rechtsverkehr nutzen müssen. Schriftsätze, die nicht ordnungsgemäß eingehen, sind unter Umständen nicht fristwahrend.
Für das beA gilt bundesweit § 26 RAVPV: Wer ein Zertifikat für sich erzeugt bekommen hat, darf es keiner weiteren Person überlassen und muss die Zertifikats-PIN geheim halten. Gibt es Anhaltspunkte, dass Zertifikat oder PIN in fremde Hände geraten sind, muss der Postfachinhaber unverzüglich handeln. Die beA-Karte und ihre PIN legen Sie deshalb nicht im Tresor der Kanzlei ab, auch nicht im persönlichen Bereich Ihres Kontos. Wer in der Kanzlei die Kontowiederherstellung bedienen darf, könnte diesen Bereich sonst öffnen.
Die Debatte um verschlüsselte Mails an Mandanten
Im Jahresbericht für 2024 schreibt der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, ihn hätten zur E-Mail-Verschlüsselung in Kanzleien zahlreiche kritische Nachfragen erreicht. Eine Erklärung des Mandanten, mit unverschlüsselten oder nur transportverschlüsselten Mails einverstanden zu sein, macht diese nach seiner Auffassung nicht rechtmäßig. In der fortgesetzten Erörterung mit der Kammer stellte er das Aktenportal mancher Kanzleisoftware als gute Lösung vor: Der Mandant meldet sich mit eigenen Zugangsdaten an, die Benachrichtigungsmail enthält nur den Hinweis auf eine neue Nachricht. Alternativ akzeptiert er Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit S/MIME oder PGP.
Die Kammer führt das Thema in ihrem Tätigkeitsbericht 2025 als Auseinandersetzung mit dem Landesdatenschutzbeauftragten. Ob Ihr Weg der Auffassung der Aufsicht genügt, klären Sie mit ihr oder mit der Kammer, dieser Text ist keine Rechtsberatung.
Das Verwaltungskonto eines solchen Portals gehört in eine Sammlung für die wenigen, die Mandanten anlegen. Das erste Kennwort eines Mandanten schickt die Kanzlei nicht in derselben Mail wie den Benutzernamen, sondern als sicheren Link mit Ablaufdatum und einem einzigen Abruf.
Was Kanzleien bei der Aufsicht melden
Der Jahresbericht für 2025 führt fünf Datenpannen auf, die Rechtsanwälte und Notare gemeldet haben, zwei davon wegen Übermittlung an einen falschen Empfänger. Im Bericht für 2024 waren es vier, eine Zahl, die die Behörde selbst „außerordentlich niedrig“ nannte und deren Gründen sie nachgehen will.
In einem Fall verweigerte eine Rechtsanwältin und Notarin der Behörde unter Hinweis auf das Berufsgeheimnis die Herausgabe einer falsch versandten Mail samt Vertragsentwurf. Der Landesbeauftragte hält das für unzulässig: Nach Art. 58 Abs. 1 Buchstabe a DSGVO dürfe er alle Informationen anfordern, die er für seine Aufgaben braucht, eine Öffnungsklausel für das Berufsgeheimnis gebe es dafür nicht. Wer nach einer Panne Auskunft geben muss, sollte also schnell sagen können, wer welches Postfach und welche Zugänge nutzen konnte. Im Tresor sehen die Verantwortlichen das an den Sammlungen, die einem Konto zugewiesen sind. Wer Eigentümer oder Administrator der Organisation ist, kommt dazu an alle Sammlungen.
Beispiel: eine Kanzlei für Transportrecht führt ein Aktenportal ein
Ein erfundener Fall: zwei Partner, einer davon Fachanwalt für Transport- und Speditionsrecht, eine angestellte Anwältin, eine Bürovorsteherin und eine Auszubildende. Viele Mandanten sind Speditionen und Befrachter, die Schadensakten mit Frachtpapieren und Fotos austauschen. Nach den Hinweisen der Aufsicht stellt die Kanzlei von Mailanhängen auf das Aktenportal ihrer Kanzleisoftware um.
Das Verwaltungskonto des Portals liegt in der Sammlung „Mandantenportal“. Die Bürovorsteherin ist dieser Sammlung als Managerin zugewiesen, sie legt neue Mandanten an und verschickt die ersten Kennwörter per sicherem Link. Die Auszubildende sieht nur die Sammlung „Sekretariat“ mit Telefonanlage, Paketdienst und dem Konto der juristischen Datenbank. Gemeinsam nutzen darf das Sekretariat dieses Konto nur, wenn die Lizenz mehrere Nutzer erlaubt, sonst bekommt jede Person einen eigenen Zugang. Ihre beA-Karten behalten die drei Anwälte selbst, im Tresor liegt davon nichts.
Die beiden Partner sind Eigentümer der Organisation. Geht die Auszubildende nach der Prüfung, sperrt einer von ihnen ihr Konto, und die Bürovorsteherin ändert die Passwörter des Sekretariats nach der Liste für den Weggang von Mitarbeitern. Wie Freigaben im Team funktionieren, beschreibt der Ratgeber Passwörter im Team teilen.
Mandatsgeheimnis und Vertrag
Die Inhalte des Tresors sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, Ihre Passwörter können wir nicht lesen. Der Server läuft auf den Namen der Kanzlei bei netcup in Deutschland, betreut wird er per Fernwartung aus Dresden. Mit dem Angebot erhalten Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, eine Verschwiegenheitsvereinbarung nach § 43e BRAO unterschreiben wir zusätzlich, wenn Sie das wünschen. Ob sie Ihren Pflichten genügt, entscheiden Sie. Für andere Firmen in der Stadt gibt es die Seite Passwort-Manager in Bremen, das kostenlose Erstgespräch (15 Minuten) führen wir am Telefon oder per Video.
Anlaufstellen für Anwälte in Bremen
| Datenschutz-Aufsicht für Firmen | Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit der Freien Hansestadt Bremen |
|---|---|
| Polizei bei Cyberangriffen auf Firmen | Zentrale Ansprechstelle Cybercrime für die Wirtschaft (ZAC) im LKA Bremen |
| Rechtsanwaltskammer | Hanseatische Rechtsanwaltskammer Bremen, Knochenhauerstraße 36/37 |
| Oberlandesgericht | Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen, Am Wall 198 |
| Kammerangehörige | 1.792 (31.12.2025) |
| Fachanwälte für Transport- und Speditionsrecht | 13 (31.12.2025) |
Wir betreuen Firmen in Bremen per Fernwartung aus Dresden. Einrichtung, Updates und Abstimmung laufen über das Internet, das kostenlose Erstgespräch am Telefon oder per Video.
Quellen: Hanseatische Rechtsanwaltskammer Bremen: Tätigkeitsbericht 2025 (PDF); Hanseatische Rechtsanwaltskammer Bremen: Zivil- und Strafgerichte im Bezirk; Rechtsanwaltsverzeichnis- und -postfachverordnung, § 26 Datensicherheit; Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit: 7. Jahresbericht Datenschutz (PDF); Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit: 8. Jahresbericht Datenschutz (PDF). Stand: 14.10.2026.