648 Zahnärzte in Niederlassung, gegen den Trend im Land
In Sachsen ging die Zahl der niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzte zurück, von 3.680 Ende 2018 auf 3.455 Ende 2025. In der Stadt Leipzig stieg sie im selben Zeitraum von 584 auf 648. Die Zahlen veröffentlicht das Statistische Landesamt, geliefert hat sie die Landeszahnärztekammer. Gezählt werden Praxisinhaber, angestellte Zahnärzte, Praxisvertreter, Assistenten und zahnärztliche Leiter von MVZ.
Je 100.000 Einwohner kamen 2024 laut Landesamt 101,2 Zahnärzte in Niederlassung auf die Stadt, mehr als in jedem anderen Kreis Sachsens. Wie viele davon angestellt oder Assistenten sind, lässt sich den Daten nicht entnehmen. Mit jeder weiteren Person in einer Praxis wächst die Zahl der Zugänge, die jemand vergeben und beim Abschied wieder schließen muss.
Studierende aus LEIPIZ in der Praxis
Zahnmedizin studiert man in Sachsen an der TU Dresden oder an der Universität Leipzig. Die Medizinische Fakultät in Leipzig betreibt mit der KZV Sachsen die Leipziger Praxisstart-Initiative Zahnmedizin (LEIPIZ). Studierende kommen dabei schon ab dem ersten Semester zu Praxistagen in Zahnarztpraxen, in den letzten beiden klinischen Studienjahren zusätzlich zu einer Hospitationswoche. Niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte begleiten sie als Mentoren.
Wer als Mentorpraxis mitmacht, hat also regelmäßig Menschen im Haus, die weder Angestellte noch Patienten sind. Die KZV Sachsen zählt Praktikanten in ihrer Vorlage für den Einsatz von Fremdpersonal ausdrücklich mit. Dort steht: Berechtigungen so knapp wie möglich vergeben, vor dem Zugang zu vertraulichen Informationen eine Vertraulichkeitsvereinbarung schließen, den Zugang nach dem Einsatz entziehen.
Wir raten deshalb: Studierende bekommen kein Konto im Tresor, weder für Praxistage noch für die Hospitationswoche. Das Kennwort einer ZFA am Behandlungsplatz bekommt auch keine Studentin, die kurz etwas nachsehen soll, dafür meldet sich die ZFA selbst an. Wie ein Team gemeinsame Zugänge weitergibt, ohne eigene Kennwörter herauszugeben, zeigt der Ratgeber Passwörter teilen statt per Zettel.
Vorlagen der KZV Sachsen, in denen Zugänge vorkommen
Zur IT-Sicherheitsrichtlinie stellt die KZV Sachsen auf ihrer Seite IT-Sicherheit ausfüllbare PDF-Vorlagen bereit, alle mit Stand 23.02.2026. Die KZV versteht sie als Angebot, eigene Dokumente aus dem Praxis-QM gehen genauso. Drei davon berühren Passwörter direkt:
- Die Checkliste für den Weggang von Mitarbeitenden fragt unter anderem ab, ob Passwörter geändert sind, die die Person kannte.
- Die Berechtigungsübersicht hält fest, wer welche Rolle in der Praxissoftware hat und welche sonstigen Zugänge.
- Das Protokoll der Administrationsdaten für Konnektor, PVS und weitere TI-Komponenten enthält keine Passwörter, sondern nur, wo sie liegen und wer darauf zugreifen darf. Als Ort empfiehlt die KZV einen verschlossenen Tresor oder einen verschlüsselten Passwort-Manager, auf den die Praxisleitung unmittelbar zugreifen kann.
Ausfüllen und unterschreiben muss diese Dokumente die Praxis selbst, der Tresor nimmt ihr keine davon ab. Für die Checkliste hilft er an einer Stelle: Die Praxisleitung sieht darin, welche Sammlungen eine Person öffnen konnte, und weiß damit, welche der dort gespeicherten Passwörter zu ändern sind, nicht aber, was die Person auf anderem Weg erfahren hat. Was die Richtlinie allgemein verlangt, steht auf der Seite Passwort-Manager für Zahnarztpraxen. Dieser Text ist keine Rechtsberatung.
Beispiel: Mentorpraxis mit Vorbereitungsassistent und Auszubildender
Ein erfundener Fall: Ein Zahnarzt führt eine Praxis mit einer angestellten Zahnärztin, einem Vorbereitungsassistenten, fünf ZFA und einer Auszubildenden. Seit dem Winter nimmt er an LEIPIZ teil. Bisher meldeten sich alle ZFA am Empfangsrechner mit demselben Benutzer an, und das Kennwort des Laborportals stand auf der Rückseite des Terminkalenders.
Heute hat jede ZFA einen eigenen Benutzer in der Praxissoftware, eingetragen in der Berechtigungsübersicht. Dazu bekommt jede Person ein eigenes Tresor-Konto, ohne Aufpreis, mit diesen Sammlungen:
| Sammlung | Inhalt | Wer sie sieht |
|---|---|---|
| Empfang | Online-Terminvergabe, Praxis-Postfach, Telefonanlage | alle ZFA, die Auszubildende |
| Labor und Material | Auftragsportal des Dentallabors, Bestellportale für Material | drei ZFA, alle drei Behandler |
| Technik | Router, Administratorzugänge von Konnektor und PVS | Inhaber, IT-Dienstleister |
| Leitung | Website, Domain, Verträge, Zugänge zu Versicherungsportalen | Inhaber |
Der Inhaber ist Eigentümer der Organisation und sieht damit alle Sammlungen, alle anderen haben die Rolle Benutzer. Ins Protokoll der Administrationsdaten trägt er als Ort die Sammlung Technik ein. Seine Zugänge zu den Portalen der KZV und die PIN seines elektronischen Heilberufsausweises stehen nicht im Tresor, auch nicht in seinem persönlichen Bereich. Wer in der Praxis Konten wiederherstellen darf, käme sonst daran.
Der angestellten Zahnärztin räumt der Inhaber einen Notfallzugang ein. Übernimmt sie nach der vereinbarten Wartezeit sein Konto, kommt sie wie er an alle Sammlungen, auch an die Leitung, und kann Konten wiederherstellen. Deshalb liegen dort nur Zugänge, mit denen sie als Vertretung arbeiten darf. Den Ablauf legen wir beim Einrichten fest, mehr im Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.
Endet die Vorbereitungszeit des Assistenten, sperrt der Inhaber sein Konto und geht danach die Checkliste der KZV für den Weggang durch. Was dabei sonst zu tun ist, beschreibt die Checkliste Mitarbeiter verlässt die Firma. Einen Bestätigungscode, den mehrere ZFA brauchen, legen Sie wie im Ratgeber zu geteilten Bestätigungscodes beschrieben beim Zugang ab.
Mit dem Angebot erhalten Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Wünschen Sie zusätzlich eine Verschwiegenheitsvereinbarung nach zahnärztlichem Berufsrecht, unterschreiben wir sie. Die Einträge sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt und werden erst auf den Geräten Ihres Teams entschlüsselt, Ihre Passwörter können wir nicht lesen.
Wohin sich eine sächsische Praxis nach einer Datenpanne wendet, finden Sie unter Passwort-Manager in Sachsen. Für Ihre Praxis besprechen wir das im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten), telefonisch oder per Video.
Anlaufstellen für Zahnarztpraxen in Leipzig
| Datenschutz-Aufsicht für Firmen | Sächsische Datenschutz- und Transparenzbeauftragte |
|---|---|
| Polizei bei Cyberangriffen auf Firmen | Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des LKA Sachsen |
| Kassenzahnärztliche Vereinigung | KZV Sachsen, Schützenhöhe 11, Dresden |
| Zahnärztekammer | Landeszahnärztekammer Sachsen, Schützenhöhe 11, Dresden |
| Zahnärzte in Niederlassung in der Stadt | 648 (31.12.2025) |
| Studium und Praxisprogramm | Universität Leipzig, LEIPIZ mit der KZV Sachsen |
Passwortheld kommt aus Dresden und arbeitet per Fernwartung. Für Firmen in Leipzig heißt das: Niemand muss einen Termin im Büro freihalten, die Einrichtung läuft aus der Ferne, das Erstgespräch am Telefon oder per Video.
Quellen: Statistisches Landesamt Sachsen: Ärzte, Zahnärzte, Apotheker (Zeitreihen nach Kreisen); Statistisches Landesamt Sachsen: Medieninformation 129/2025, Zahnärzte 2024 (PDF); Universitätsklinikum Leipzig: Leipziger Praxisstart-Initiative Zahnmedizin (LEIPIZ); KZV Sachsen und Landeszahnärztekammer Sachsen: IT-Sicherheit, Arbeitshilfen; Zahnärzte in Sachsen: Impressum (Sitz von KZV und Kammer). Stand: 14.10.2026.