Passwortheld

Passwort-Manager in Sachsen

Passwort-Manager für Firmen in Sachsen: vorbereitet auf den Ernstfall

1.058 Datenpannen meldeten Firmen und Behörden 2025 der sächsischen Datenschutz-Aufsicht, darunter gehackte Postfächer und Websites. Was kleine Betriebe im Land für den Ernstfall vorbereiten sollten und wo geordnete Passwörter helfen.

Stand: 14.10.2026 · Marcel Schönfelder, Schönfelder EDV

Sachsens Wirtschaft besteht fast nur aus kleinen Betrieben

Das Statistische Landesamt zählt im Unternehmensregister für das Jahr 2024 in Sachsen 155.124 rechtliche Einheiten, also Firmen, Selbständige und Personengesellschaften. 133.756 davon haben weniger als zehn abhängig Beschäftigte, das sind rund 86 Prozent. Weitere 17.058 haben zehn bis unter 50 Beschäftigte. Zusammen arbeiten damit gut 97 Prozent der sächsischen Unternehmen mit weniger als 50 Leuten.

Die Kammern sind im Land klar aufgeteilt. Die drei Industrie- und Handelskammern in Chemnitz, Dresden und Leipzig arbeiten in einer gemeinsamen Landesarbeitsgemeinschaft zusammen. Die Bezirke der drei Handwerkskammern mit denselben Sitzen legt die Sächsische Handwerk-Ausführungsverordnung fest: Zur Handwerkskammer Leipzig gehören zum Beispiel die Stadt Leipzig und die Landkreise Leipzig und Nordsachsen.

In einem Betrieb mit sechs Leuten gibt es keine IT-Abteilung. Die Zugänge zu Bank, Steuerportal, Website und E-Mail kennen meist ein oder zwei Personen, zum Beispiel die Chefin und ein externer IT-Dienstleister. Fällt eine davon aus, während gerade ein Postfach gehackt ist, steht der Betrieb ohne die nötigen Passwörter da.

Was die Datenschutz-Aufsicht in Sachsen meldet

Für Unternehmen, Vereine und Praxen im Land ist die Sächsische Datenschutz- und Transparenzbeauftragte zuständig, dazu für Kommunen und die meisten staatlichen Behörden. In ihrem Tätigkeitsbericht Datenschutz 2025 (PDF) nennt sie 1.058 Meldungen von Datenpannen für 2025, von Firmen und öffentlichen Stellen zusammen. 2024 waren es 1.001. Die Behörde spricht von einem leichten Anstieg um rund fünf Prozent und einem neuen Höchststand.

Die häufigste Ursache ist laut Bericht weiterhin Post, die an den falschen Empfänger ging. Eine weitere häufige Fallgruppe nennt sie „Hacking/Schadcode“: Phishing-Mails, Erpressung durch Verschlüsselung, Schadsoftware und ausgenutzte Sicherheitslücken. Als Unterfall beschreibt sie kompromittierte E-Mail-Konten, bei denen Fremde durch Hacking, Phishing oder unsichere Passwörter an die Zugangsdaten kommen. So einen Fall bewertet die Behörde stets mit hohem Risiko, weil er alle Personen betrifft, deren Daten im Postfach liegen.

Am 17.08.2026 meldete die Behörde für Juli und August mehr Datenpannen durch gehackte Websites auf verbreiteten Redaktionssystemen. Betroffen waren unter anderem Seiten von Schulen, Vereinen und kleinen und mittleren Unternehmen. Angreifer nutzten die Lücken kurz nach ihrem Bekanntwerden automatisiert aus.

Der Meldeweg bei einer Datenpanne

Nach Art. 33 DSGVO meldet der Verantwortliche eine Datenpanne unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden, nachdem sie ihm bekannt wurde. Ausgenommen sind Fälle, die voraussichtlich kein Risiko für die betroffenen Personen bergen. Firmen in Sachsen nutzen dafür das Online-Formular der Behörde. Legen Sie vorher fest, wer die Meldung abgibt und woher er die Angaben nimmt. Nach einem Angriff fehlt dafür die Zeit.

Die Behörde beantwortet auch Fragen. 2025 zählte sie 898 schriftliche Beratungen, 22 Prozent mehr als im Vorjahr, dazu Anfragen am Telefon, die sie nicht statistisch erfasst.

Polizei: die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime beim LKA

Für Angriffe auf die IT von Unternehmen, Behörden und Verbänden hat die Polizei Sachsen eine eigene Stelle: die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC). Sie gehört zum Cybercrime Competence Center Sachsen, das 2014 beim Landeskriminalamt eingerichtet wurde. An Privatpersonen richtet sich das Angebot laut Polizei ausdrücklich nicht. Die ZAC leitet bei einem Angriff die polizeilichen Maßnahmen ein und ist Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr erreichbar, in Eilfällen unter derselben Nummer auch außerhalb dieser Zeiten.

Am 31. August 2026 hat die Staatskanzlei die Allianz „Cyberabwehr Sachsen“ vorgestellt. Darin arbeiten das Landeskriminalamt, das Landesamt für Verfassungsschutz, die Sächsische Zentralstelle zur Bekämpfung von Cybercrime bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, die Digitalagentur Sachsen und das Sicherheitsnotfallteam SAX.CERT an einem gemeinsamen Lagebild zu Angriffen auf Behörden und Unternehmen. Eine neue Behörde entsteht dabei nicht. Für Firmen bleibt die ZAC der Weg zur Polizei.

Angebote der Kammern

Die IHK Dresden bietet Betrieben ihres Kammerbezirks auf ihrer Seite zur IT-Sicherheit Beratung beim strukturierten Schutz der Daten an. Sie ist offizieller Multiplikator der Allianz für Cyber-Sicherheit, einer Initiative des BSI, und gibt deren Hinweise über Newsletter und Veranstaltungen weiter. Bei den IHKs in Leipzig und Chemnitz und bei den Handwerkskammern haben wir kein vergleichbares Angebot mit aktuellem Stand gefunden. Fragen Sie dort direkt nach.

Was ein kleiner Betrieb in Sachsen vorbereitet haben sollte

Die Datenschutz-Aufsicht empfiehlt im Tätigkeitsbericht unter anderem Sicherungen, die ein Angriff nicht mit erfasst, und einen Notfallplan. Der Plan soll regeln, wann Administrator, Datenschutzbeauftragte, Aufsichtsbehörde, Mitarbeitende, Leitung und Kunden informiert werden. Dazu rät sie zu Reservetechnik und regelmäßiger Weiterbildung der Zuständigen. In einem Betrieb mit wenigen Leuten lässt sich das so herunterbrechen:

Für den ErnstfallWas dafür bereitliegen mussWer es braucht
Meldung an die Datenschutz-AufsichtWer meldet, Adresse des Online-Formulars, Übersicht, welche Systeme welche Daten enthaltenGeschäftsführung oder Datenschutzbeauftragte
Anruf bei der ZACTelefonnummer, Ansprechpartner im Betrieb, Name des IT-DienstleistersGeschäftsführung
Postfach gehacktZugang zur Verwaltung der Postfächer, um Passwörter zu ändern und Weiterleitungen zu prüfenGeschäftsführung, IT-Dienstleister
Website gehacktZugänge zu Hosting, Domain und Redaktionssystem, Kontakt der AgenturWer die Website betreut
Rechner verschlüsseltZugänge zu Sicherung, Router und Ersatzgerät, getrennt vom betroffenen SystemIT-Dienstleister, Vertretung

In drei von fünf Zeilen geht es um Zugangsdaten, und die nützen nichts, wenn sie auf dem verschlüsselten Rechner oder im Kopf einer Person liegen, die gerade im Urlaub ist. Wie Sie für den Ausfall dieser Person vorsorgen, beschreibt der Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.

Kostenlose Vorlage: Das Notfallblatt als PDF hält fest, wer vertritt und wo die Notfall-Zugänge liegen. Ergänzen Sie darauf die Anlaufstellen aus dem Kasten unter diesem Artikel. Passwörter gehören nicht hinein.

Welche Rolle geordnete Passwörter spielen

Nach einem gehackten Postfach oder einer gehackten Website ändert der Betrieb in kurzer Zeit viele Passwörter. Dafür muss jemand wissen, welche Zugänge es gibt und wer sie kennt. Eine Liste in Excel oder im Browser hilft wenig, wenn genau dieser Rechner betroffen ist. Warum, steht im Ratgeber Passwörter in Excel.

Im Passwort-Tresor legen Sie die Zugänge in Sammlungen pro Bereich ab, zum Beispiel Geschäftsführung, Buchhaltung und Website. Jeder Mitarbeiter sieht nur seine Sammlungen, und nach einem Vorfall sehen Sie dort, welche Zugänge zu ändern sind. Ihr externer IT-Dienstleister kann ein eigenes Konto bekommen, das nur die Sammlung IT sieht, ohne Aufpreis. Bestätigungscodes für gemeinsam genutzte Konten speichern Sie beim Zugang, wie im Ratgeber Bestätigungscodes im Team teilen beschrieben. Damit dann nicht alles an einem Passwort hängt, gilt bei Passwortheld für alle Mitarbeiter am Tresor eine Zwei-Faktor-Pflicht. Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein.

Den Notfallzugang kann die Geschäftsführung auch einer Vertrauensperson oder ihrer Vertretung einräumen, etwa dem Betriebsleiter. Wie er abläuft, legen wir bei der Einrichtung gemeinsam fest. Wer die Firma verlässt, nimmt Wissen über Zugänge mit. Was dann zu tun ist, beschreibt die Checkliste Mitarbeiter verlässt die Firma.

Bei Passwortheld liegt der Tresor auf einem eigenen Server Ihrer Firma bei netcup. Die Inhalte sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, wir können sie nicht lesen. Eine Sicherung an einem zweiten Ort gibt es mit dem Backup-Paket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht, dann exportieren Sie ihn selbst verschlüsselt, wie wir es bei der Einrichtung zeigen. Welche Funktionen der Tresor im Einzelnen hat, steht unter Funktionen.

Hinweis: Dieser Text beschreibt die organisatorische und technische Seite und ist keine Rechtsberatung. Ob eine Datenpanne gemeldet werden muss, prüfen Sie im Einzelfall, im Zweifel mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder der Aufsichtsbehörde.

Wie das in Ihrem Betrieb aussehen kann, besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) am Telefon oder per Video.

Anlaufstellen für Firmen in Sachsen

Datenschutz-Aufsicht für FirmenSächsische Datenschutz- und Transparenzbeauftragte
Polizei bei Cyberangriffen auf FirmenZentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des LKA Sachsen
Industrie- und HandelskammernIHK Chemnitz, IHK Dresden, IHK zu Leipzig
HandwerkskammernHandwerkskammer Chemnitz, Dresden, Leipzig
Unternehmen155.124, davon 133.756 mit weniger als 10 Beschäftigten (2024)

Ihr Ansprechpartner sitzt in Dresden, der Tresor läuft auf Ihrem eigenen Server bei netcup. Firmen in Sachsen betreuen wir deshalb komplett per Fernwartung, das Erstgespräch läuft am Telefon oder per Video.

Quellen: Statistisches Landesamt Sachsen, Unternehmensregister; Sächsische Datenschutz- und Transparenzbeauftragte, Tätigkeitsbericht Datenschutz 2025; Sächsische Datenschutz- und Transparenzbeauftragte, Meldung vom 17.08.2026; Sächsische Staatskanzlei, Cyberabwehr Sachsen; Sächsische Handwerk-Ausführungsverordnung (REVOSax). Stand: 14.10.2026.

Passwortheld: der Firmentresor auf Ihrem eigenen Server

Sie mieten einen kleinen Server bei netcup auf den Namen Ihrer Firma. Wir richten darauf den Tresor ein, halten ihn aktuell und achten darauf, dass er erreichbar bleibt.

Wartung durch Schönfelder EDV

16,99 € pro Monat

inkl. MwSt. · fester Preis, keine Kosten pro Nutzer · 12 Monate Mindestlaufzeit, danach mit einem Monat Frist kündbar · dazu die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat

Kostenloses Erstgespräch (15 Minuten)

Nur für Unternehmer. Es gelten die AGB. Preis im Einzelnen

Im Preis sind Einrichtung, Updates und die laufende Prüfung von Erreichbarkeit und Zertifikat. Die tägliche Sicherung gibt es als Zusatzpaket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht. Sie sichern dann selbst, mindestens einmal wöchentlich, außerhalb des Servers. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde.

Häufige Fragen

Muss jeder gehackte E-Mail-Zugang in Sachsen gemeldet werden?

Gemeldet wird an die Sächsische Datenschutz- und Transparenzbeauftragte, wenn die Panne voraussichtlich ein Risiko für die betroffenen Personen bringt. Bei kompromittierten Postfächern geht die Behörde laut Tätigkeitsbericht 2025 stets von hohem Risiko aus. Ob Ihr Fall dazugehört, ist eine Einzelfallfrage, dieser Text ist keine Rechtsberatung.

Rufen wir bei einem Angriff zuerst die Polizei oder den IT-Dienstleister an?

Beides gehört in den Notfallplan. Der Dienstleister kümmert sich um die Technik, die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime beim LKA Sachsen um die polizeilichen Maßnahmen. Legen Sie vorher fest, wer welchen Anruf übernimmt, damit keiner auf den anderen wartet.

Kann die Polizei auf unseren Passwort-Tresor zugreifen?

Die Inhalte des Tresors sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt und werden erst auf den Geräten Ihrer Nutzer entschlüsselt. Auch wir als Betreiber können sie nicht lesen. Ob Sie im Ernstfall Zugänge an Ermittler oder Dienstleister weitergeben, entscheiden Sie selbst.

Kann unser externer IT-Dienstleister im Tresor mitarbeiten?

Ja. Sie laden ihn wie einen Mitarbeiter ein, er bekommt ein eigenes Konto und sieht nur die Sammlung, die Sie ihm freigeben, zum Beispiel IT. Einen Aufpreis gibt es dafür nicht, weil der Preis nicht von der Zahl der Nutzer abhängt.

Was kostet Passwortheld für eine Firma in Sachsen?

16,99 € im Monat inkl. MwSt. für die Wartung, ohne Kosten pro Nutzer, bei 12 Monaten Mindestlaufzeit. Dazu kommt die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt. Das Backup-Paket kostet 7,99 € im Monat inkl. MwSt., ohne dieses Paket sichern wir den Tresor nicht. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab, das Angebot gilt nur für Unternehmer.