Die heikelsten Codes gehören Ihren Kunden
Eine Gebäudereinigung verwahrt Zugänge, die einem anderen gehören: den Code, mit dem die Reinigungskraft um 5:30 Uhr die Alarmanlage einer Praxis unscharf schaltet, die Zahlenkombination des Schlüsseltresors am Lieferanteneingang, die PIN zur Zutrittskarte eines Bürohauses. Wer diese Codes kennt, kommt in fremde Räume. Geht so ein Code verloren, muss der Kunde ihn ändern, nicht Sie.
Dazu kommen die Zugänge des eigenen Betriebs: das System für die Zeiterfassung, Lohnabrechnung, Krankenkassen und Berufsgenossenschaft, Kundenportale, über die Facility-Manager Aufträge und Mängel melden, Vergabeplattformen, Großhändler für Reinigungsmittel und Maschinen, Tankkarten. Im Büro laufen diese Zugänge zusammen. Eine Reinigungskraft im Objekt braucht davon höchstens die Zeiterfassung.
Laut Bundesinnungsverband (Mitteilung vom 9. Juli 2026) zählt das Statistische Unternehmensregister für 2024 in der Gebäudereinigung bundesweit 1.005.213 Beschäftigungsverhältnisse. Gezählt werden seit diesem Berichtsjahr Jobs, nicht Personen: Wer zwei Reinigungsjobs hat, steht zweimal in der Zahl. Gebäudereiniger ist nach Anlage B der Handwerksordnung ein zulassungsfreies Handwerk, die Betriebe stehen im Verzeichnis ihrer Handwerkskammer.
Eine Sammlung je Kundenobjekt, so eng wie möglich
Legen Sie für jedes Objekt eine eigene Sammlung an. Darin stehen der Alarmcode, die Kombination des Schlüsseltresors, die Ansprechpartner beim Kunden und der Zugang zu dessen Portal, falls er eines nutzt. In die Notiz des Eintrags schreibt die Objektleitung, wer den Code kennt und seit wann.
Die Sammlung geben Sie der Objektleitung und ihrer Vertretung frei. Die Geschäftsführung braucht die Codes von vierzig Objekten im Alltag nicht. Fällt die Objektleitung aus, arbeitet die Vertretung mit derselben Sammlung weiter, und springt jemand nur für zwei Wochen ein, geben Sie ihm die Sammlung frei und entziehen sie ihm danach wieder. Den Notfallzugang brauchen Sie dafür nicht. Er hilft, wenn die Inhaberin ausfällt, wie der Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter erklärt.
Eine Einschränkung des Tresors sollten Sie kennen. Man kann eine Sammlung so freigeben, dass die Apps Passwörter nur ausfüllen und nicht anzeigen. Das hilft bei einem Kundenportal im Browser, ist aber kein Schutz vor der Person: Wer ausfüllen kann, kann das Passwort mit Aufwand herausfinden. Am Bedienteil einer Alarmanlage gibt es nichts auszufüllen: Wer den Code eintippen soll, muss ihn sehen.
Reinigungskräfte: ein Konto nur, wo es sich lohnt
Ein Konto im Tresor braucht eine E-Mail-Adresse für die Einladung, ein eigenes Master-Passwort und einen zweiten Faktor, den die Person vor der Aufnahme einrichtet. Als zweiten Faktor richten wir eine Authenticator-App oder einen Code per E-Mail ein. Die App ist sicherer. Läuft sie auf dem privaten Handy, klärt der Ratgeber Authenticator-App auf dem Privathandy, was dabei zu beachten ist.
Für eine Minijobberin, die zweimal die Woche dasselbe Büro reinigt, ist das zu viel. Sie bekommt ihren Code bei der Einweisung von der Objektleitung, und in der Notiz des Objekts steht ihr Name. Ein eigenes Konto lohnt sich für Springer, die kurzfristig in wechselnden Objekten einspringen, und für Vorarbeiterinnen mit mehreren Häusern. Sie sehen genau die Sammlungen dieser Objekte und sonst nichts. Weil der Preis nicht von der Zahl der Nutzer abhängt, kostet jedes weitere Konto nichts extra.
Fragen Sie Ihre Kunden, ob ihre Alarmanlage oder ihr Zutrittssystem eigene Codes je Person erlaubt. Dann löscht der Kunde beim Abschied einer Reinigungskraft nur deren Code, und alle anderen arbeiten weiter wie bisher. Ein einziger Code für das ganze Team muss bei jedem Wechsel neu gesetzt und neu verteilt werden.
Zeiterfassung: Pflicht für den Betrieb, Anmeldung für die Person
Das Gebäudereinigungsgewerbe steht in der Liste von § 2a SchwarzArbG. Für diese Branchen verlangt § 17 MiLoG, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit spätestens am siebten Kalendertag nach dem Arbeitstag aufzuzeichnen und die Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre aufzubewahren. Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung.
Für die Zugänge folgt daraus zweierlei. Das Administratorkonto der Zeiterfassung gehört dem Betrieb und liegt in der Sammlung des Lohnbüros, denn an die Daten müssen Sie auch dann noch, wenn die Bürokraft, die das System eingeführt hat, längst gegangen ist. Die Anmeldung oder PIN, mit der eine Reinigungskraft im Objekt ihre Zeit bucht, bleibt dagegen bei ihr. Kennen drei Leute dieselbe PIN, lässt sich nicht mehr sagen, wer wann gearbeitet hat.
Sammlungen für Büro, Objekte und Einsatz
| Bereich | Typische Zugänge | Wer braucht Zugriff |
|---|---|---|
| Je Kundenobjekt | Alarmcode, Schlüsseltresor, Zutritts-PIN, Kundenportal, Ansprechpartner | Objektleitung, Vertretung, Springer mit eigenem Konto |
| Lohn und Zeiterfassung | Administratorkonto der Zeiterfassung, Lohnprogramm, Krankenkassen, Berufsgenossenschaft | Lohnbüro, Geschäftsführung |
| Einkauf und Fuhrpark | Großhändler für Reinigungsmittel, Maschinenvermietung, Tankkarten-Portal | Objektleitungen, Büro |
| Akquise | Vergabeplattformen, Portale der Facility-Manager für Ausschreibungen | Geschäftsführung, Vertrieb |
| Geschäftsführung | Übersicht der Bankkonten ohne PIN, Domain, Versicherungen | Geschäftsführung |
Konten bei Vergabeplattformen und Großhändlern legen Sie auf ein Funktionspostfach des Betriebs an, nicht auf die Adresse der Mitarbeiterin, die sich zuerst registriert hat. Wie Sie Einträge im Büro weitergeben, ohne sie per WhatsApp zu schicken, steht im Ratgeber Passwörter im Team teilen. Für die Anmeldung am Tresor hat jedes Konto ein eigenes Master-Passwort, und allen Mitarbeitern schreiben wir einen zweiten Faktor vor. Eigentümer und Administratoren richten ihn selbst ein.
Wenn ein Auftrag endet oder ein neuer beginnt
Verlieren Sie ein Objekt an einen Mitbewerber, geben Sie die Schlüssel zurück und bitten den Kunden schriftlich, die Codes zu ändern oder die Codes Ihrer Leute zu löschen. Danach löscht die Objektleitung die Einträge der Sammlung. Übernehmen Sie umgekehrt ein Objekt von einer anderen Firma, lassen Sie sich neue Codes geben, statt mit denen weiterzuarbeiten, die Ihre Vorgänger kannten.
Nutzt ein Kunde selbst einen gemeinsamen Tresor, kann er Ihre Objektleitung dort einladen. Dann liegt der Code bei ihm, er gibt ihn frei und entzieht ihn wieder. Wie das aus Sicht des Auftraggebers aussieht, beschreibt die Seite für Ferienwohnungs-Vermieter, die ihre Reinigungsfirma auf diese Weise einbinden.
Wenn eine Objektleitung geht
Wechselt eine Objektleiterin zu einem Mitbewerber, kennt sie die Codes aller Objekte, die sie betreut hat. Der Verantwortliche in Ihrem Betrieb sperrt ihr Konto im Tresor. Der Tresor zeigt, welche Sammlungen sie sehen konnte, und damit die Liste der Kunden, die Sie anrufen und um neue Codes bitten. Ihre Anmeldung in der Zeiterfassung und ihre Tankkarte sperren Sie am selben Tag.
Bei Reinigungskräften ohne Konto hilft die Notiz am Objekt: Dort steht, welche Codes die Person kannte. Die vollständige Reihenfolge enthält die Checkliste, wenn ein Mitarbeiter geht.
Beispiel: Glas- und Unterhaltsreinigung mit Springerpool
Ein erfundener Betrieb mit 64 Beschäftigten in 27 Objekten: zwei Objektleiter, eine Vorarbeiterin für die Glasreinigung, vier Springer, ein Lohnbüro mit zwei Teilzeitkräften und die Inhaberin. Die Alarmcodes standen bisher in einem Notizbuch der Objektleiter und in deren Handy-Kontakten.
Heute hat jedes Objekt eine Sammlung. Die beiden Objektleiter sehen je ihre Häuser, die Springer die sechs Objekte, in denen sie am häufigsten einspringen. Elf der 27 Kunden haben auf Bitte der Inhaberin Codes je Person eingerichtet. Als einer der Objektleiter kündigt, sieht die Inhaberin im Tresor die 14 Objekte, deren Sammlungen er öffnen konnte, und ruft diese Kunden an. Drei davon arbeiten mit Codes je Person: Sie löschen seinen Code und setzen nur die Codes der Reinigungskräfte neu, die er selbst eingewiesen hat. Die übrigen elf ändern ihren gemeinsamen Code, und seine Nachfolgerin trägt die neuen Codes in die Sammlungen ein.
Kosten für Ihre Gebäudereinigung
16,99 € im Monat inkl. MwSt. kostet die Wartung, ob zehn oder sechzig Leute aus Ihrem Betrieb ein Konto haben. Sie binden sich für 12 Monate, die Einrichtung übernehmen wir in diesem Preis. Hinzu kommt der Server, den Ihre Firma auf eigenen Namen bei netcup bucht, ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt. Wir schließen nur Verträge mit Unternehmern. Eine Sicherung des Tresors gibt es nur mit dem Zusatzpaket Backup zu 7,99 € im Monat inkl. MwSt., sonst exportiert Ihr Büro den Tresor selbst. Unterstützung im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., für jede angefangene Viertelstunde.
Welche Sammlungen Ihr Betrieb braucht, gehen wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) per Telefon oder Video durch.
Anlaufstellen
| Verzeichnis zulassungsfreier Handwerke | Handwerkskammer Ihres Bezirks |
|---|---|
| Unfallversicherung | in der Regel BG BAU |
| Prüfung nach dem Mindestlohngesetz | Behörden der Zollverwaltung (§ 14 MiLoG) |
Quellen: § 17 MiLoG: Erstellen und Bereithalten von Dokumenten; § 2a SchwarzArbG: Mitführungs- und Vorlagepflicht; Handwerksordnung, Anlage B; Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks: Neue Bundesstatistik, 9. Juli 2026. Stand: 14.10.2026.