Springorumallee 10: ÄKWL und KVWL unter einer Anschrift
In der Springorumallee 10 sitzen zwei Stellen, die für Arztpraxen in Bochum zuständig sind. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) mit Hauptsitz in Münster führt dort ihren Verwaltungsbezirk Bochum, geöffnet montags bis donnerstags von 8 bis 14 Uhr, Besuche nur mit Termin. Im selben Gebäude, laut KVWL in der vierten Etage des Hauses der Kreishandwerkerschaft Ruhr, arbeitet die Bezirksstelle Bochum / Hagen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Beide nennen dieselbe Telefonnummer.
Die Bezirksstelle leitet ein niedergelassener Arzt im Ehrenamt, laut KVWL zuständig für Information und Beratung der Mitglieder und für die Notfallversorgung im Bezirk. Die KVWL selbst hat ihren Sitz in Dortmund. In der Bedarfsplanung (Stand 18.05.2026) führt die KVWL für den Mittelbereich Bochum 224,75 Hausärzte bei einem Versorgungsgrad von 106,2 Prozent. Die Nachkommastellen ergeben sich aus den Anrechnungsfaktoren der Bedarfsplanung, eine Kopfzahl ist das nicht.
Lehrpraxis der Ruhr-Universität: ein Tertial mit Einweisung in die Praxis-EDV
Medizinstudierende der Ruhr-Universität können ihr Wahltertial Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr in einer Lehrpraxis verbringen. Das PJ-Logbuch der Abteilung für Allgemeinmedizin (Version 01.05.2026) sieht für die ersten Tage eine Einweisung in die Praxis-EDV vor, später eine vertiefende Einführung, auch durch die Medizinischen Fachangestellten. Zur Vorbesprechung gehört laut Logbuch die Frage nach dem Internetzugang in der Praxis.
Das Tertial dauert nach der Approbationsordnung 16 Wochen, mit Seminaren, Mentoring-Gesprächen und höchstens 20 Fehltagen. Fällt die Lehrpraxis länger aus, vermittelt die Abteilung eine Ersatzpraxis. Die Studentin braucht also ab dem ersten Tag einige gemeinsame Zugänge der Praxis und verliert sie am letzten Tag wieder. Jedes Tertial beginnt der Kreislauf neu, so wie bei neuen Mitarbeiterinnen (Zugänge für neue Mitarbeiter).
Im Tresor bekommt sie ein eigenes Konto mit der Rolle Benutzer und sieht nur eine Sammlung. Die Praxis zahlt dafür nichts extra, weil es keine Nutzergrenze gibt. Ihr Kennwort für das Praxisverwaltungssystem, in dem sie ein eigenes Benutzerkonto hat, kann sie in ihrem persönlichen Bereich ablegen.
KV-FlexNet und „meine KVid“ bleiben bei der Ärztin
Ins Mitgliederportal der KVWL kommt eine Praxis über die Telematikinfrastruktur oder über KV-FlexNet mit „meine KVid“. Den Zugang über KV-FlexNet bezeichnet die KVWL bei der Beantragung ausdrücklich als persönlichen Zugang. Sie empfiehlt diesen Weg unter anderem dann, wenn Praxispersonal mit den Online-Diensten arbeiten soll. Wie Mitarbeiterinnen dabei angebunden werden, steht auf der Seite nicht, das klären Sie mit der Mitgliederberatung der KVWL.
Die KVid einer Ärztin, die PINs ihres Arztausweises und ihre LANR legt niemand im Tresor ab, weder in einer Sammlung noch im persönlichen Bereich. Wer in der Praxis Konten wiederherstellen darf, käme sonst auch an diesen Bereich. Die Zugangsdaten für das Mitgliederportal selbst vergibt der ServiceDesk der KVWL. Ob sie an eine Person oder an die Praxis gebunden sind, fragen Sie dort, bis dahin behandeln Sie sie wie die KVid.
Der Praxisausweis (SMC-B) gehört dagegen zur Betriebsstätte. Seinen PIN/PUK-Brief kann die Inhaberin als Scan in einer Sammlung „Praxisleitung“ ablegen. Außer ihr kommt an diese Sammlung nur heran, wer Eigentümer oder Administrator der Organisation ist, deshalb hat diese Rollen in der Praxis nur die Leitung.
Beispiel: eine Lehrpraxis mit Weiterbildungsassistent und wechselnden PJ-Studierenden
Ein erfundener Fall: eine Hausärztin als Inhaberin und Lehrärztin, ein angestellter Arzt in Weiterbildung zur Allgemeinmedizin, vier MFA, darunter eine Erstkraft, die seit zwölf Jahren Abrechnung und Technik betreut. Zweimal im Jahr kommt eine PJ-Studentin. Das WLAN-Kennwort und die Anmeldung am Rechner des EKG-Geräts schrieb die Erstkraft bisher jeder Studentin auf einen Zettel, geändert wurde danach nie etwas.
Heute ist die Inhaberin Eigentümerin der Organisation und lädt jede Studentin per E-Mail ein, die Einladung gilt fünf Tage. Die Studentin hat die Rolle Benutzer und sieht nur die Sammlung „PJ“ mit WLAN und EKG-Rechner. Der Arzt in Weiterbildung und die MFA sehen dazu „Sprechstunde“ mit dem Befundportal des Labors. Die Erstkraft führt „Empfang“, „Technik“ und „PJ“ als Managerin mit Verwaltungsrecht. Endet das Tertial, sperrt die Inhaberin das Konto der Studentin, und die Erstkraft ändert das WLAN-Kennwort (Checkliste für den Weggang).
Ihren Notfallzugang hat die Inhaberin der Erstkraft eingeräumt, weil sie im Ernstfall Termine und Abrechnung weiterführt und mit der Abteilung für Allgemeinmedizin klärt, ob die Studentin in eine Ersatzpraxis wechselt. Übernimmt die Erstkraft nach der vereinbarten Wartezeit das Konto, ist sie Eigentümerin der Organisation. Dann kommt sie an alle Sammlungen, auch an „Praxisleitung“ mit dem PIN/PUK-Brief, und sie kann Konten wiederherstellen. Das passt, weil im Tresor nichts liegt, was allein die Ärztin nutzen darf: KVid, Arztausweis und LANR stehen nicht darin. Die Inhaberin hat das bewusst so entschieden, den Ablauf beschreibt der Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.
Was für Praxen in Westfalen-Lippe sonst gilt
Welche Zugänge eine Hausarzt- oder Facharztpraxis typischerweise hat und wie sich Sammlungen aufteilen lassen, steht auf der Seite Passwort-Manager für Arztpraxen. Die Meldewege an die Landesdatenschutzbeauftragte und an die Polizei bei Cyberangriffen finden Sie unter Passwort-Manager in Nordrhein-Westfalen.
Eingerichtet wird der Tresor per Fernwartung, auf einem kleinen Server, den die Praxis auf ihren Namen bei netcup bestellt. Die Apps verschlüsseln die Einträge Ende-zu-Ende, die Passwörter darin können wir nicht lesen. Mit dem Angebot bekommen Sie den Vertrag zur Auftragsverarbeitung, und wenn Sie es wünschen, unterzeichnen wir zusätzlich eine Verschwiegenheitsvereinbarung nach Ihrem ärztlichen Berufsrecht. Für das kostenlose Erstgespräch (15 Minuten) genügt ein Anruf oder ein Videotermin.
Anlaufstellen für Arztpraxen in Bochum
| Datenschutz-Aufsicht für Firmen | Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen |
|---|---|
| Polizei bei Cyberangriffen auf Firmen | Zentrale Ansprechstelle Cybercrime im Cybercrime-Kompetenzzentrum des LKA NRW |
| Ärztekammer | Ärztekammer Westfalen-Lippe, Sitz Münster |
| Kammer in der Stadt | Verwaltungsbezirk Bochum, Springorumallee 10 |
| Kassenärztliche Vereinigung | KVWL, Sitz Dortmund |
| KVWL in der Stadt | Bezirksstelle Bochum / Hagen, Springorumallee 10 |
| Hausärzte im Mittelbereich Bochum | 224,75 nach Bedarfsplanung, Versorgungsgrad 106,2 % (18.05.2026) |
Ihr Ansprechpartner sitzt in Dresden, der Tresor läuft auf Ihrem eigenen Server bei netcup. Firmen in Bochum betreuen wir deshalb komplett per Fernwartung, das Erstgespräch läuft am Telefon oder per Video.
Quellen: Ärztekammer Westfalen-Lippe: Verwaltungsbezirke; KVWL: Bezirksstelle Bochum / Hagen; KVWL: Ihr Weg ins Mitgliederportal; Ruhr-Universität Bochum: PJ-Logbuch Allgemeinmedizin (PDF, Version 01.05.2026); KVWL: Übersicht der hausärztlichen Versorgung (PDF, Stand 18.05.2026). Stand: 14.10.2026.