Passwortheld

Passwort-Manager in Bayern

Passwort-Manager für Firmen in Bayern: Zugänge, wenn ein Postfach kippt

Knapp 400 der 3.603 Datenpannen-Meldungen an das Landesamt für Datenschutzaufsicht betrafen 2025 gehackte E-Mail-Konten und Phishing. Welche Stellen im Land helfen und welche Zugänge dann bereitliegen müssen.

Stand: 14.10.2026 · Marcel Schönfelder, Schönfelder EDV

Bayerns Unternehmen nach Größe

647.475 rechtliche Einheiten mit Sitz in Bayern zählt das Unternehmensregister für 2024, darunter Einzelunternehmer, Personen- und Kapitalgesellschaften mit Umsatzsteuervoranmeldung oder Beschäftigten. Bei 553.554 von ihnen arbeiten weniger als zehn abhängig Beschäftigte, das sind gut 85 Prozent. Die Zahlen stammen aus der Antwort der Bundesregierung in Bundestagsdrucksache 21/7502, Auswertungsstand 24.07.2026.

Dachorganisation der neun bayerischen Industrie- und Handelskammern ist der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK). Im Handwerk gilt eine Verordnung von 1977: Die Bezirke der Handwerkskammern sind die Regierungsbezirke, nur Niederbayern und die Oberpfalz teilen sich die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. So kommt Bayern auf sechs Handwerkskammern.

Das Landesamt für Datenschutzaufsicht in Ansbach

Bayern trennt die Datenschutzaufsicht: Für Unternehmen, Selbständige, Arztpraxen, Kanzleien, Vereine und andere nicht-öffentliche Stellen ist das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) zuständig, für Behörden der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz. Die Zahlen des BayLDA betreffen also nur den nicht-öffentlichen Bereich.

Laut seinem 15. Tätigkeitsbericht (März 2026) gingen 2025 beim BayLDA 3.603 Meldungen von Datenpannen ein, 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Als typische Fälle nennt der Bericht Cyberangriffe, Ransomware, Softwarefehler sowie Verlust und Diebstahl. 524 Meldungen betrafen Ransomware bei bayerischen Verantwortlichen oder deren Dienstleistern. Knapp 400 meldeten Verantwortliche nach gehackten E-Mail-Konten und Phishing. In vielen dieser Fälle schrieben die Angreifer aus dem übernommenen Postfach nach Angaben der Betroffenen 1.000 bis 10.000 weitere Adressen an, auch bei fremden Firmen. Als Schwächen nennt das Amt unter anderem fehlende Mehrfaktor-Authentifizierung, fehlende Kontrolle der Anmeldungen und veraltete Software.

Vorläufig melden, später ergänzen

Über den Online-Service Datenschutzverletzung meldet ein Betrieb nach Art. 33 DSGVO. Steht das Risiko für die Betroffenen noch nicht fest, ist laut BayLDA eine vorläufige Meldung mit einer Risikoschätzung möglich, weitere Angaben folgen über die Funktion „Folgemeldung“. Nach dem Absenden erhält der Meldende eine Kennung, die als erster Nachweis samt Meldezeitpunkt dient.

Die DSGVO verlangt die Meldung unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden, nachdem die Panne bekannt wurde. Wer im Betrieb die Kennung aufhebt und die Folgemeldung schreibt, legen Sie am besten vorher fest.

Postfächer ehemaliger Beschäftigter

Aus Beschwerden früherer Mitarbeiter berichtet das BayLDA von Postfächern, die nach dem Ausscheiden weiterliefen. In einem Fall blieb ein persönliches Postfach mehrere Monate ohne Abwesenheitsnotiz aktiv, das Amt sprach eine Verwarnung aus. Es empfiehlt, im Offboarding zu regeln, ob und wie lange ein Postfach aktiv bleibt, wie mit vorhandenen und neuen Mails umgegangen wird und wer die Abwesenheitsnotiz einrichtet.

Die Checkliste Cyberfestung

Im Rahmen der bayerischen Cybersicherheitsstrategie hat das BayLDA 2025 die Checkliste Cyberfestung veröffentlicht, zehn Punkte als Prüfkriterien nach Art. 32 DSGVO, als PDF zum Herunterladen. Punkt 2 ist die Mehrfaktor-Authentifizierung: für Administratoren, für die Geschäftsleitung und für Cloud-Dienste bei allen Konten, ausdrücklich auch für Marketing, Vertrieb und Praktikanten. Das Amt geht nach seinem Bericht davon aus, dass sich bis zu 80 Prozent der Cyberangriffe mit bekannten, einfach umsetzbaren Maßnahmen verhindern ließen.

Polizei: die ZAC beim Bayerischen Landeskriminalamt

Für Unternehmen, Behörden, Vereine und Verbände mit Sitz in Bayern ist die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) beim Bayerischen Landeskriminalamt der erste Kontakt nach einem strafrechtlich relevanten IT-Vorfall. Die ZAC bittet zuerst um einen Anruf: Ein Sachbearbeiter bewertet die Lage, empfiehlt Maßnahmen und leitet bei Bedarf ein Ermittlungsverfahren ein. Bürozeiten sind Montag bis Donnerstag 8 bis 16 Uhr und Freitag 8 bis 14 Uhr, Telefon 089 1212-3300. Läuft außerhalb dieser Zeiten ein Angriff, verweist die ZAC auf den Polizeinotruf 110.

Die ZAC gehört zur Cyberabwehr Bayern, einem Verbund mit dem Landesamt für Verfassungsschutz, der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, dem Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und den beiden Datenschutzbehörden. Bei Angriffen fremder Staaten unterstützt das Cyber-Allianz-Zentrum des Verfassungsschutzes die Firmen.

Digitalbonus.Bayern: was er für IT-Sicherheit hergibt

Der Freistaat fördert mit dem Digitalbonus kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit weniger als 50 Beschäftigten, auch für die Einführung oder Verbesserung von Prozessen der IT-Sicherheit. Laut Ministerium läuft das Programm bis 31.12.2027, jeden Monat wird ein Kontingent freigegeben. Den Antrag stellt das Unternehmen selbst mit seinem ELSTER-Unternehmenskonto, Dienstleister dürfen das Zertifikat dafür nicht nutzen. Wie Sie das Zertifikat im Betrieb sicher verwahren, steht im Ratgeber ELSTER-Zertifikat und Mitarbeiter.

Drei Ausschlüsse sollten Sie vor der Planung kennen: Maßnahmen unter 4.000 Euro zuwendungsfähiger Ausgaben fördert das Programm nicht, ebenso wenig Vorhaben, für die schon ein Auftrag erteilt ist, auch mündlich. Freie Berufe und Arztpraxen sind nicht antragsberechtigt. Wartung und Server kosten im ersten Jahr zusammen rund 248 € (12 × 16,99 € Wartung plus ab 12 × 3,69 € Servermiete bei netcup, inkl. MwSt.), mit Backup-Paket rund 344 €. Für sich allein erreicht der Tresor die Grenze von 4.000 Euro also nicht.

Beispiel: Ein Zulieferer mit gekapertem Vertriebspostfach

Zulieferer im Maschinenbau zählt das BayLDA bei gehackten Postfächern zu den besonders gefährdeten Gruppen. Ein erfundener Fall: Ein Lohnfertiger für Drehteile mit 31 Beschäftigten im Zweischichtbetrieb. Ein Vertriebsmitarbeiter gibt sein Passwort auf einer nachgebauten Anmeldeseite ein. Zwei Tage später bekommen drei Kunden Rechnungen mit geänderter Bankverbindung, und im Postfach liegt eine Regel, die Antworten heimlich weiterleitet.

SchrittWelcher Zugang gebraucht wirdWer ihn hat
Passwort ändern, Weiterleitungen und Regeln löschenAdmin-Konto beim Mailanbieter mit zweitem FaktorBisher nur der externe IT-Dienstleister, der diese Woche im Urlaub ist
Kunden warnenKundenliste aus der Warenwirtschaft, ein sicheres zweites PostfachVertriebsleitung
Anruf bei der ZAC, Meldung beim BayLDATelefonnummer, Online-Service, Ablage für Kennung und FolgemeldungGeschäftsführer
Altes Postfach prüfenPostfach eines Kollegen, der im Frühjahr ging und noch aktiv istNiemand weiß das Passwort

In zwei der vier Zeilen fehlt der Zugang genau dann, wenn er gebraucht wird. Was nach einem übernommenen Postfach der Reihe nach zu tun ist, beschreibt der Ratgeber Firmen-E-Mail gehackt.

Was ein gemeinsamer Tresor daran ändert

Im Tresor legt der Geschäftsführer Sammlungen für Geschäftsführung, Vertrieb, Fertigung und IT an. Das Admin-Konto des Mailanbieters liegt in der Sammlung IT, auf die er selbst und der IT-Dienstleister zugreifen. Der Dienstleister bekommt dafür ein eigenes Konto ohne Aufpreis. Den Notfallzugang erhält der Fertigungsleiter, der im Alltag keinen Zugriff auf die Sammlung Geschäftsführung hat. Weil der Geschäftsführer Eigentümer der Organisation im Tresor ist, sieht der Fertigungsleiter nach der Übernahme seines Kontos auch alle Sammlungen, die dem Geschäftsführer zugewiesen sind. Wartezeit und Ablauf legen wir bei der Einrichtung fest.

Die Browser-Erweiterung schlägt Zugangsdaten nur auf der Domain vor, für die sie gespeichert sind. Auf einer nachgebauten Anmeldeseite unter fremder Adresse bleibt der Vorschlag deshalb aus. Das hilft beim Erkennen, eine Garantie gegen Phishing ist es nicht. Bestätigungscodes für gemeinsam genutzte Konten, etwa ein Kundenportal, liegen beim Eintrag im Tresor. Am Tresor selbst gilt eine Zwei-Faktor-Pflicht für alle Mitarbeiter. Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein. Wie Sie den zweiten Faktor im ganzen Betrieb einführen, beschreibt der Ratgeber Zwei-Faktor im Unternehmen einführen.

Wenn jemand geht, sperrt der Geschäftsführer dessen Tresorkonto selbst. Welche Postfächer und Zugänge danach zu ändern sind, listet die Checkliste Mitarbeiter verlässt die Firma.

Der Tresor läuft auf einem Server, den Ihre Firma bei netcup mietet, die Inhalte sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt und für uns nicht lesbar. Für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. kommt auf Wunsch das Backup-Paket dazu, mit täglicher Sicherung außerhalb des Servers. Ohne dieses Paket sichern wir nicht. Den Tresor exportieren Sie dann selbst verschlüsselt, das Vorgehen erklären wir bei der Einrichtung.

Hinweis: Dieser Text ist keine Rechtsberatung und keine Förderberatung. Ob eine Panne meldepflichtig ist und ob ein Vorhaben gefördert werden kann, klären Sie im Einzelfall, beim Datenschutz mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder dem BayLDA, bei der Förderung mit Ihrer Bezirksregierung.

Ihre Ausgangslage sehen wir uns gern im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) an, telefonisch oder per Video.

Anlaufstellen für Firmen in Bayern

Datenschutz-Aufsicht für FirmenBayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht
Polizei bei Cyberangriffen auf FirmenZentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des Bayerischen Landeskriminalamts
Industrie- und Handelskammern9 IHKs im BIHK
Handwerkskammern6, Bezirke nach Regierungsbezirken
Zentralstelle Cybercrime BayernGeneralstaatsanwaltschaft Bamberg
Unternehmen647.475, davon 553.554 mit weniger als 10 Beschäftigten (2024)

Wir betreuen Firmen in Bayern per Fernwartung aus Dresden. Einrichtung, Updates und Abstimmung laufen über das Internet, das kostenlose Erstgespräch am Telefon oder per Video.

Quellen: Deutscher Bundestag, Drucksache 21/7502 (Unternehmensregister 2024 nach Ländern); Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht, 15. Tätigkeitsbericht 2025; BayLDA, Checkliste Cyberfestung; Bayerische Polizei, Zentrale Ansprechstelle Cybercrime für die Wirtschaft; Bayerisches Wirtschaftsministerium, Förderprogramm Digitalbonus.Bayern. Stand: 14.10.2026.

Passwortheld: der Firmentresor auf Ihrem eigenen Server

Sie mieten einen kleinen Server bei netcup auf den Namen Ihrer Firma. Wir richten darauf den Tresor ein, halten ihn aktuell und achten darauf, dass er erreichbar bleibt.

Wartung durch Schönfelder EDV

16,99 € pro Monat

inkl. MwSt. · fester Preis, keine Kosten pro Nutzer · 12 Monate Mindestlaufzeit, danach mit einem Monat Frist kündbar · dazu die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat

Kostenloses Erstgespräch (15 Minuten)

Nur für Unternehmer. Es gelten die AGB. Preis im Einzelnen

Im Preis sind Einrichtung, Updates und die laufende Prüfung von Erreichbarkeit und Zertifikat. Die tägliche Sicherung gibt es als Zusatzpaket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht. Sie sichern dann selbst, mindestens einmal wöchentlich, außerhalb des Servers. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde.

Häufige Fragen

Meldet eine Arztpraxis in Bayern Datenpannen beim BayLDA oder beim Landesbeauftragten?

Beim Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht. Es ist für nicht-öffentliche Stellen zuständig, ausdrücklich auch für Ärzte, Kanzleien und Selbständige. Der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz beaufsichtigt die öffentlichen Stellen.

Wen rufen wir an, wenn der Angriff am Freitagabend läuft?

Die ZAC ist Montag bis Donnerstag bis 16 Uhr und Freitag bis 14 Uhr besetzt. Bei einem laufenden Angriff außerhalb dieser Zeiten verweist sie auf den Polizeinotruf 110. Ihren IT-Dienstleister erreichen Sie nur, wenn Sie das mit ihm vorher vereinbart haben.

Dürfen wir beim BayLDA melden, bevor wir das Risiko einschätzen können?

Ja, laut BayLDA ist eine vorläufige Meldung mit einer Risikoschätzung möglich, weitere Angaben reichen Sie als Folgemeldung nach. Ob Ihr Fall überhaupt gemeldet werden muss, entscheidet der Einzelfall, dieser Text ist keine Rechtsberatung.

Kann unser IT-Dienstleister den Digitalbonus für uns beantragen?

Nein. Laut Programmseite stellt das Unternehmen den Antrag selbst über sein ELSTER-Unternehmenskonto, Dritte dürfen das Zertifikat dafür nicht nutzen.

Was zahlt ein Betrieb mit 31 Beschäftigten im Monat für Passwortheld?

Wartung 16,99 € im Monat inkl. MwSt. plus Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt., also 20,68 € oder rund 0,67 € pro Person. Mit Backup-Paket sind es 28,67 € im Monat, ohne Paket sichern wir nicht. Gebunden sind Sie 12 Monate, Hilfe im Alltag kostet 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., und das Angebot richtet sich nur an Unternehmer.