Zugänge eines landwirtschaftlichen Betriebs
Rindermeldung, Förderantrag und Mitteilungen zur Tierhaltung laufen über Behördenportale, dazu kommen die Konten für Maschinen und für die Vermarktung. Auf einem Hof sind das diese Gruppen:
- Betriebsnummer und PIN: die Anmeldung an der HI-Tier-Datenbank für Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen, an der Zentralen InVeKoS-Datenbank (ZID) und, je nach Land, an weiteren Landesportalen.
- Agrarförderung: das Antragsportal Ihres Landes für die Flächen- und Tierprämien, in Sachsen zum Beispiel DIANAweb, in Bayern iBALIS.
- Technik auf dem Feld: Zugänge für Korrekturdaten der Lenksysteme, Konten bei Maschinenherstellern für Telematik, Terminal-Freischaltungen und Software-Updates, die Ackerschlagkartei.
- Stall: Herdenmanagement-Programm, Fütterungs- und Melktechnik mit eigener Weboberfläche, Abrechnungsportal der Molkerei oder des Schlachtbetriebs.
- Büro: ELSTER, Agrarhandel, Versicherungen, bei Direktvermarktung die Kasse und der Webshop des Hofladens.
Kennt nur der Betriebsleiter diese Daten, kann im Krankheitsfall niemand die Kälber melden oder den Antrag abschicken. Warum eine Tabelle oder der Browser dafür kein guter Platz ist, steht im Ratgeber Passwörter in Excel oder im Browser.
Eine PIN öffnet mehrere Landesportale
Die Anmeldung an HI-Tier und an der ZID erfolgt mit der 12-stelligen Betriebsnummer und der zugehörigen PIN. Vergeben werden Nummer und PIN von der Adressdatenstelle Ihres Landes, nicht von HI-Tier selbst. Die erste PIN gilt nur für die erste Anmeldung, danach verlangt das System eine eigene. So beschreibt es der Sächsische Landeskontrollverband in seinem Bestellformular.
Mehrere Länder nutzen dieselbe Kombination auch für andere Portale:
- In Sachsen nutzt DIANAweb seit 2025 den Anmeldedienst von HIT und ZID. Angemeldet wird nur noch mit Betriebsnummer und PIN, so das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.
- In Bayern meldet sich am Portal iBALIS an, wer eine gültige Betriebsnummer und die dazugehörige PIN hat.
- In Niedersachsen verlangt das Mitteilungsportal zum Tierhaltungskennzeichnungsgesetz die Betriebsnummer und dieselbe PIN wie für HI-Tier.
Wo ein Portal die Anmeldung von HIT und ZID nutzt oder dieselbe PIN verlangt, gilt eine in HIT geänderte PIN auch dort. Ist sie vergessen, stehen in Sachsen also Tiermeldung und Förderantrag zugleich. Bei Rindern ist das spürbar: Jede Veränderung des Bestands muss nach § 29 ViehVerkV innerhalb von sieben Tagen angezeigt werden. Eine neue PIN vergibt in Sachsen die Regionalstelle HI-Tier des Landeskontrollverbands auf Antrag per Formular, laut Formular für 5,00 € zzgl. MwSt.
Im Tresor legen Sie dafür einen Eintrag an: Betriebsnummer, PIN und in der Notiz die Portale, die damit arbeiten. Wer die PIN ändert, ändert sie danach auch im Eintrag. Dann finden alle Berechtigten dort die aktuelle PIN.
In der Familie geteilt, für Angestellte eine eigene Nummer
HI-Tier selbst trifft dazu eine klare Unterscheidung. Nach dem Leitfaden zur Mitbenutzerverwaltung soll mit einer Betriebsnummer in der Regel eine einzelne Person arbeiten, damit sich jede Änderung ihr zuordnen lässt. Innerhalb der eigenen Familie sei es üblich und wohl zu tolerieren, wenn Betriebsnummer und PIN gemeinsam genutzt werden. Bei einer Organisation mit mehreren Personen, etwa einem Großbetrieb, ist das Teilen einer gemeinsamen PIN dagegen aus Gründen des Datenschutzes und der Datensicherheit nicht erlaubt.
Für Angestellte, etwa einen Herdenmanager, gibt es Mitbenutzernummern mit eigener PIN. Anlegen kann der Betrieb sie laut Leitfaden zunächst nicht selbst. Das übernimmt je nach Land die zuständige Stelle, etwa die Adressdatenstelle, oder sie gibt dem Betrieb das Recht dazu. Scheidet die Person aus, wird im Feld „gültig bis“ ein Enddatum eingetragen.
Für Berater und Dienstleister ist eine Vollmacht vorgesehen. In Sachsen muss sie nach den Hinweisen des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie vorher in der ZID eingetragen sein, das Formular dafür hat der Landeskontrollverband. Der Berater meldet sich danach in DIANAweb mit seiner eigenen Betriebsnummer und PIN an. Bei den Tierarzneimittel-Meldungen gilt Ähnliches: Benennt der Tierhalter einen Dritten, braucht dieser eine eigene Betriebsnummer.
Für den Tresor heißt das: Die PIN des Betriebs liegt in einer Sammlung, die nur die Familie öffnet. Wer nicht zur Familie gehört, bekommt in HIT und im Antragsportal einen eigenen Zugang und kennt die Betriebs-PIN gar nicht erst.
Korrekturdaten: ein Zugang je Empfänger
Lenksysteme mit RTK brauchen Korrekturdaten, zum Beispiel vom Echtzeitdienst HEPS der Landesvermessung (SAPOS). Im Kundenportal für Niedersachsen und Bremen wählt der Kunde bei der Registrierung, für wie viele Geräte er HEPS-Zugangsdaten braucht, höchstens zehn. Jeder Zugang lässt sich nur einmal gleichzeitig verwenden. Die Zugangsdaten kommen anschließend per E-Mail.
In Niedersachsen und Bremen brauchen zwei Schlepper, die zur selben Zeit fahren, also zwei Zugänge. Wie es in Ihrem Land geregelt ist, steht beim SAPOS-Betreiber Ihrer Landesvermessung. Bei mehreren Zugängen legen Sie für jeden Empfänger einen eigenen Eintrag an und schreiben den Schlepper in den Namen. Dazu kommt ein Eintrag für das Kundenportal selbst, mit dem Sie Zugänge verwalten.
Bei den Herstellerportalen der Maschinen ist es ähnlich: Ein Konto des Betriebs, an dem Telematik, Lizenzen und Updates hängen. Fragt das Portal beim Anmelden einen Bestätigungscode ab, kann der Schlüssel beim Eintrag im Tresor liegen. Dann holt sich der Fahrer auf dem Feld den Code, ohne den Betriebsleiter anzurufen. Wie das geht und warum dafür am Tresor die Zwei-Faktor-Pflicht gilt, erklärt der Ratgeber Bestätigungscodes im Team teilen.
Hat das Handy auf dem Acker kein Netz, hilft eine Eigenschaft der Apps: Eine gesperrte App behält die Daten des Tresors auf dem Gerät und lässt sich laut Hilfe des App-Herstellers auch ohne Verbindung entsperren. Offline sind die Einträge nur lesbar, ändern lassen sie sich erst wieder mit Netz. Wer sich in der App abmeldet, statt sie zu sperren, entfernt die Daten vom Gerät.
Sammlungen für Familie, Stall, Feld und Büro
Auf einem Hof folgt die Aufteilung den Arbeitsbereichen und der Frage, wer zur Familie gehört.
| Bereich | Typische Zugänge | Wer braucht Zugriff |
|---|---|---|
| Betriebsleitung | Betriebsnummer und PIN, Antragsportal, ELSTER | Betriebsleiter und Familienmitglieder, die mitarbeiten |
| Stall | Herdenmanagement, Melk- und Fütterungstechnik, Abrechnung von Molkerei oder Schlachtbetrieb | Familie, Herdenmanager, Auszubildende nach Bedarf |
| Feld und Maschinen | HEPS-Zugänge je Empfänger, Herstellerportale, Ackerschlagkartei | Wer die Schlepper fährt, ein Lohnunternehmer nur mit eigenem Konto |
| Hofladen | Kasse, Webshop, Kartenzahlung | Wer im Verkauf arbeitet |
| Erntehelfer | WLAN der Unterkunft, Zeiterfassung | Vorarbeiter der Saison |
Das Onlinebanking steht in keiner Sammlung und auch nicht im persönlichen Bereich. Wer Zahlungen erledigt, bekommt bei der Bank einen eigenen Zugang mit Vollmacht, wie im Ratgeber Onlinebanking für Mitarbeiter beschrieben.
Ein Berater oder ein Lohnunternehmer kann ein eigenes Konto im Tresor bekommen. Der Verantwortliche auf dem Hof lädt ihn ein und gibt ihm nur die eine Sammlung frei, die er braucht. Für ein einzelnes Passwort reicht ein sicherer Link, der nach Ablauf der Frist nicht mehr abrufbar ist.
Saisonkräfte kommen und gehen jedes Jahr
In der Agrarstrukturerhebung 2023 (Erhebungszeitraum März 2022 bis Februar 2023) zählte das Statistische Bundesamt in Deutschland rund 876.000 Arbeitskräfte in 255.000 Betrieben. 45 Prozent davon waren Familienarbeitskräfte, 28 Prozent Saisonarbeitskräfte.
Erntehelfer bekommen in diesem Vorschlag kein eigenes Konto. Das WLAN-Passwort der Unterkunft und den Zugang zur Zeiterfassung gibt ihnen der Vorarbeiter weiter, der die Sammlung „Erntehelfer“ öffnet. Kommt er im nächsten Jahr nicht wieder, sperrt der Verantwortliche sein Konto. Das WLAN-Passwort ändern Sie nach jeder Saison, bevor die nächste Gruppe kommt. Für Auszubildende und Angestellte, die den Betrieb ganz verlassen, gilt die längere Checkliste für den Abschied eines Mitarbeiters. Dazu gehört auch, eine Mitbenutzernummer in HIT beenden zu lassen.
Beispiel: Mutterkühe, Ackerbau und zwei Schlepper mit RTK
Ein erfundener Betrieb in Niedersachsen: 60 Mutterkühe und 180 Hektar Acker, geführt als GbR von einer Landwirtin und ihrem Sohn. Dazu ein Auszubildender, im Herbst zwei Erntehelfer und eine Agrarberaterin, die beim Förderantrag hilft.
Bisher kannte die Mutter die HIT-PIN auswendig, der Sohn hatte sie in den Notizen seines Handys. Beide Schlepper fuhren mit demselben HEPS-Zugang. In der Maisaussaat bekam deshalb immer nur einer der beiden Korrekturdaten, und eine Stunde ging mit der Suche nach dem Fehler verloren.
Heute liegen Betriebsnummer und PIN in der Sammlung „Betriebsleitung“, die nur Mutter und Sohn öffnen. Jeder Schlepper hat seinen eigenen HEPS-Eintrag in „Feld und Maschinen“, die auch der Auszubildende sieht. Die Beraterin arbeitet mit ihrem eigenen Zugang und einer Vollmacht des Betriebs und hat im Tresor kein Konto. Der Mann der Landwirtin arbeitet außerhalb des Betriebs und öffnet keine Sammlung. Für den Fall, dass Mutter und Sohn gleichzeitig ausfallen, hat die Landwirtin, Eigentümerin der Organisation im Tresor, ihm einen Notfallzugang eingeräumt. Wie so ein Zugang abläuft, beschreibt der Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.
Ähnliche Fragen zur Tierarzneimittel-Datenbank in HI-Tier stellen sich auf der anderen Seite des Stalls, bei den Tierarztpraxen.
Kosten für den Hof
Die Wartung kostet 16,99 € im Monat inkl. MwSt., egal ob drei Familienmitglieder oder zwölf Personen mit Saisonkräften den Tresor nutzen. Die Mindestlaufzeit beträgt 12 Monate, die Einrichtung ist enthalten. Den Server mietet Ihr Betrieb selbst bei netcup, ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt. Das Angebot gilt nur für Unternehmer, landwirtschaftliche Betriebe gehören dazu.
Eine Sicherung des Tresors gibt es nur mit dem Backup-Paket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne das Paket sichern wir nicht, Sie exportieren den Tresor dann selbst. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab, 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde. Ob das zu Ihrem Hof passt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) am Telefon oder per Video.
Anlaufstellen
| Betriebsnummer und PIN | Adressdatenstelle Ihres Landes |
|---|---|
| Tiermeldungen | HI-Tier, Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere |
| Vollmachten für Berater | Zentrale InVeKoS-Datenbank (ZID) |
| Korrekturdaten für Lenksysteme | SAPOS der Landesvermessung Ihres Landes |
Quellen: HI-Tier: Leitfaden Mitbenutzerverwaltung; LKV Sachsen: Bestellformular PIN für HIT und ZID; LfULG Sachsen: Antragstellung mit DIANAweb 2026; LGLN: Registrierung im SAPOS-Kundenportal Niedersachsen/Bremen; Statistisches Bundesamt: Arbeitskräfte in der Landwirtschaft 2023. Stand: 14.10.2026.