Passwortheld

Für Elektrobetriebe

Passwort-Manager für Elektrobetriebe: eigene Zugänge und die Ihrer Kunden

Netzbetreiber-Portale, Marktstammdatenregister, Partnerportale für PV und Wallboxen und die Projektpasswörter Ihrer Kunden: Hier steht, welche Zugänge an Personen hängen sollten, welche am Betrieb und wie Sie Kundenanlagen im Tresor abgrenzen.

Stand: 14.10.2026 · Marcel Schönfelder, Schönfelder EDV

Zwei Arten von Zugängen: die des Betriebs und die Ihrer Kunden

Neben Großhandel, Handwerkersoftware und Bank, die jeder Handwerksbetrieb hat, kommen in einem Elektrobetrieb die Portale der Netzbetreiber, das Marktstammdatenregister und die Partnerportale der Hersteller von Wechselrichtern, Speichern und Wallboxen dazu. Dazu die Passwörter in den Anlagen selbst: Projektpasswörter für die Gebäudesteuerung, Administratorkonten von Visualisierungen, der Router des Kunden, an dem die Wallbox hängt.

Diese zweite Gruppe gehört dem Kunden. Sie gehört deshalb in einen anderen Bereich des Tresors als die eigenen Zugänge des Betriebs, mit anderen Personen, die sie sehen dürfen. Was für alle Gewerke gleich ist, etwa Firmenhandys, ELSTER-Zertifikate und das Kundenportal der Handwerkskammer, steht auf der Seite Passwort-Manager für Handwerksbetriebe. Hier geht es um das, was nur im Elektrohandwerk vorkommt.

Installateurportale der Netzbetreiber

Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter dem Hausanschluss darf außer dem Netzbetreiber nur ein Installationsunternehmen ausführen, das in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. So steht es in § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung. Manche Netzbetreiber nehmen Anmeldungen von Anschlüssen, Zählern und Erzeugungsanlagen über ein eigenes Portal entgegen. Arbeitet Ihr Betrieb auch in fremden Netzgebieten, beantragt er dort eine Gasteintragung, bei einem Netzbetreiber, dessen Anleitung wir gelesen haben, direkt im Installateurportal. Jedes dieser Portale hat seinen eigenen Login.

Wie die Portale Benutzer verwalten, regelt jeder Netzbetreiber selbst. In demselben Portal wird die erste angemeldete Person automatisch Unternehmensmanager. Sie lädt weitere Mitarbeiter ein und entfernt sie wieder, und sie muss dafür keine Elektrofachkraft sein. Wo es solche persönlichen Zugänge gibt, nutzen Sie sie. Geht dann ein Monteur, löscht der Unternehmensmanager nur dessen Zugang, und die Kollegen arbeiten mit ihren Passwörtern weiter. Wo es nur einen Login für die Firma gibt, liegt er im Tresor in der Sammlung derer, die Anmeldungen schreiben.

Marktstammdatenregister: ein Zugang für viele Anlagenbetreiber

Jede neue PV-Anlage und jeder ans Netz angeschlossene Batteriespeicher muss nach § 5 der Marktstammdatenregisterverordnung innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme registriert werden. Verpflichtet ist der Betreiber, also Ihr Kunde. Übernimmt Ihr Betrieb das für ihn, sieht die Bundesnetzagentur dafür ein eigenes Verfahren vor. Das Handbuch für Registrierungen durch Dritte (Stand 15.01.2026) beschreibt, wie ein Dienstleister einen eigenen MaStR-Zugang anlegt und darunter alle Anlagenbetreiber registriert, für die er tätig ist.

Mit einer Kombination aus Benutzername und Passwort kommt der Betrieb dann an die Daten aller Kunden, die er dort angelegt hat. Diesen Login sollte deshalb nicht das ganze Büro kennen. Das Register sieht weitere Benutzer vor: Der Zugangsadministrator legt sie an, vergibt Lese- oder Schreibrechte je Marktakteur und entscheidet, ob jemand selbst Benutzer verwalten darf. Für die neue Person lädt er ein Informationsschreiben mit Benutzername und Einmal-Passwort herunter und gibt es ihr persönlich, per Brief oder per E-Mail. So bekommt jede Person, die Registrierungen einträgt, ihren eigenen Benutzer, und den Administrator-Login kennen nur ein oder zwei Personen.

Will ein Kunde seine Anlagen später selbst verwalten, schickt er Ihnen den Supportcode seines eigenen MaStR-Zugangs, und Sie bieten ihm im Register die Übertragung an. Nimmt er sie an, verwaltet er Betreiber und Anlagen in seinem eigenen Zugang. Der Supportcode ist kein Passwort, das Handbuch der Bundesnetzagentur zur Marktakteursübertragung nennt die E-Mail ausdrücklich als Weg. Die eigentlichen Zugangsdaten soll dagegen niemand aus der Hand geben, auch das steht dort.

Partnerportale für PV, Speicher und Wallboxen

Hersteller von Wechselrichtern, Speichern und Ladestationen betreiben Portale, in denen Installateure Anlagen in Betrieb nehmen, Fehler auslesen und Einstellungen aus der Ferne ändern. Bei einem verbreiteten Wechselrichter-Portal wird das Konto, mit dem die Anlage zum ersten Mal in Betrieb genommen wird, automatisch ihr Besitzer. Nur der Besitzer kann dort weitere Konten als Anlagenwarte eintragen, und nur er kann die Anlage an einen neuen Besitzer übergeben, der dafür schon registriert sein muss.

Nimmt ein Monteur Anlagen mit seinem eigenen Konto in Betrieb, gehören sie im Portal also ihm. Nach seinem Weggang kommt der Betrieb nur noch an sie heran, wenn der frühere Kollege mitmacht und den Besitzerwechsel selbst auslöst. Legen Sie deshalb für jedes Herstellerportal ein Konto auf eine Adresse des Betriebs an, etwa inbetriebnahme@ihr-betrieb.de, und speichern Sie es im Tresor. Bieten die Portale persönliche Unterkonten für Mitarbeiter an, ist das besser als ein geteilter Login. Verlangt ein Portal einen Bestätigungscode aus einer Authenticator-App, hinterlegen Sie den geheimen Schlüssel beim Eintrag im Tresor. Wie dann mehrere Monteure denselben Code abrufen, erklärt der Ratgeber 2FA-Codes im Team teilen.

Zugangsdaten zu Anlagen von Kunden getrennt halten

Wer das Projekt einer Gebäudesteuerung samt Passwort hat, kann in einem fremden Haus Licht, Heizung und Zutritt umprogrammieren. Ein Projekt mit KNX Secure verlangt in der Planungssoftware immer ein Projektpasswort, abgefragt beim Öffnen, Importieren und Exportieren. Jedes sichere Gerät bringt ein Gerätezertifikat mit Seriennummer und Werksschlüssel mit. Die Software kann die Schlüssel zusätzlich als Schlüsselbund exportieren, geschützt mit einem eigenen Passwort. Dazu kommen bei Smart-Home-Anlagen Administratorkonten von Zentralen und Visualisierungen und die Zugangsdaten zu Router und WLAN des Kunden.

Wir empfehlen dafür eine eigene Sammlung „Kundenanlagen“, die nur die Mitarbeiter sehen, die Anlagen programmieren oder Störungen beheben. Lehrlinge und Büro sehen sie nicht. Jeder Eintrag trägt die Kundennummer aus Ihrer Handwerkersoftware im Namen, damit er sich ohne Klarnamen finden lässt. Projektpasswort und Schlüsselbund-Passwort stehen im Eintrag, die exportierte Schlüsselbund-Datei hängt als Anhang daran. Bei Gewerbekunden mit eigener Haustechnik kann eine eigene Sammlung je Kunde sinnvoll sein.

Zur Übergabe einer Anlage gehört, dass der Kunde seine eigenen Zugangsdaten bekommt. Dafür eignet sich ein sicherer Link aus dem Tresor: Projektpasswort oder Zugangsdaten der Visualisierung gehen verschlüsselt und befristet an den Kunden, statt auf einem Zettel im Verteilerschrank zu kleben. Endet die Betreuung einer Anlage, geben Sie die Daten so heraus und löschen den Eintrag danach. Wie sich Zugänge im Team verteilen lassen, ohne sie per Messenger zu verschicken, beschreibt der Ratgeber Passwörter im Team teilen.

Sammlungen in einem Elektrobetrieb

BereichTypische ZugängeWer braucht Zugriff
NetzanmeldungInstallateurportale der Netzbetreiber, Logins für Haupt- und GasteintragungenMeister, Projektleitung, wer Anmeldungen schreibt
RegisterAdministrator-Login im MarktstammdatenregisterInhaber und eine Vertretung, alle anderen mit eigenem MaStR-Benutzer im persönlichen Tresor
HerstellerportaleInbetriebnahme- und Partnerportale für Wechselrichter, Speicher, WallboxenMonteure für Inbetriebnahme und Service
KundenanlagenProjektpasswörter der Gebäudesteuerung, Visualisierung, Router und WLAN der KundenProgrammierer und Servicetechniker
BetriebGroßhandel, Handwerkersoftware, Messgeräte-Software, Fachliteraturalle Mitarbeiter nach Bedarf
GeschäftsführungSteuer, Versicherungen, DomainInhaber

Für das Geschäftskonto gibt es keinen Eintrag im Tresor. Wer Überweisungen erledigt, lässt sich von der Bank einen eigenen Zugang mit Vollmacht einrichten, mehr dazu unter Onlinebanking für Mitarbeiter.

Die Aufteilung ist ein Vorschlag, den wir bei der Einrichtung mit Ihnen an Ihren Betrieb anpassen. Am Tresor meldet sich jede Person mit eigenem Master-Passwort an. Für alle Mitarbeiter richten wir dazu einen zweiten Faktor als Pflicht ein, denn wer die Sammlung „Kundenanlagen“ öffnen kann, kommt an die Gebäudetechnik vieler Kunden. Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein.

Ein Beispiel: Gebäudetechnik und Photovoltaik unter einem Dach

Ein erfundener Elektrobetrieb mit neun Leuten: Inhaber, eine Meisterin, die PV-Anlagen plant, ein Gebäudetechniker, der die Gewerbekunden programmiert, vier Monteure, ein Lehrling und eine Teilzeitkraft im Büro. Über die Jahre sind gut 140 Anlagen im Portal eines Wechselrichterherstellers zusammengekommen. Etwa die Hälfte davon hängt am privaten Konto eines früheren Obermonteurs, der vor zwei Jahren gegangen ist.

Bei der Umstellung legt die Meisterin ein Betriebskonto im Herstellerportal an und bittet den früheren Kollegen, die Anlagen auf dieses Konto zu übertragen. Im Marktstammdatenregister bekommt der Gebäudetechniker einen eigenen Benutzer mit Schreibrechten. Den Administrator-Login legt die Meisterin in „Register“, und diese Sammlung sehen nur sie und der Inhaber. Die Projektpasswörter von 30 Gebäuden stehen jetzt in „Kundenanlagen“, und diese Sammlung sehen nur der Gebäudetechniker, die Meisterin und der Inhaber. Der Lehrling sieht „Betrieb“ und, wenn er mit auf eine Inbetriebnahme fährt, „Herstellerportale“.

Als ein Monteur ein Jahr später kündigt, sperrt der Inhaber sein Konto im Tresor, löscht seinen Zugang im Installateurportal des Netzbetreibers und lässt die Passwörter der Herstellerportale ändern, die der Monteur sehen konnte. Die Anlagen, die der Monteur in Betrieb genommen hat, bleiben diesmal am Betriebskonto. Weitere Schritte für diesen Fall stehen in der Checkliste, wenn ein Mitarbeiter die Firma verlässt.

Was der Tresor für einen Elektrobetrieb kostet

Für die Wartung zahlen Sie 16,99 € im Monat inkl. MwSt., gleich wie viele Monteure und Bürokräfte den Tresor nutzen. Die Mindestlaufzeit beträgt 12 Monate, die Einrichtung ist enthalten. Den Server mietet Ihr Betrieb selbst bei netcup, ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt. Wir arbeiten nur für Unternehmer. Eine Sicherung des Tresors gibt es mit dem Backup-Paket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Wer es nicht bucht, sichert selbst, denn ohne das Paket sichern wir nicht. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab, 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde.

Für Betriebe, die auch Wärmepumpen und Heizungen anschließen, lohnt ein Blick auf die Seite Passwort-Manager für SHK-Betriebe. Ob der Tresor zu Ihrem Betrieb passt, besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) am Telefon oder per Video.

Anlaufstellen

InstallateurverzeichnisNetzbetreiber Ihres Netzgebiets
MarktstammdatenregisterBundesnetzagentur
BetriebsberatungHandwerkskammer Ihres Bezirks

Quellen: § 13 NAV; § 5 MaStRV; Bundesnetzagentur: Handbuch für Registrierungen durch Dritte im MaStR, Stand 15.01.2026; Bundesnetzagentur: Handbuch zur Marktakteursübertragung, Stand 01.08.2026. Stand: 14.10.2026.

Passwortheld: der Firmentresor auf Ihrem eigenen Server

Sie mieten einen kleinen Server bei netcup auf den Namen Ihrer Firma. Wir richten darauf den Tresor ein, halten ihn aktuell und achten darauf, dass er erreichbar bleibt.

Wartung durch Schönfelder EDV

16,99 € pro Monat

inkl. MwSt. · fester Preis, keine Kosten pro Nutzer · 12 Monate Mindestlaufzeit, danach mit einem Monat Frist kündbar · dazu die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat

Kostenloses Erstgespräch (15 Minuten)

Nur für Unternehmer. Es gelten die AGB. Preis im Einzelnen

Im Preis sind Einrichtung, Updates und die laufende Prüfung von Erreichbarkeit und Zertifikat. Die tägliche Sicherung gibt es als Zusatzpaket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht. Sie sichern dann selbst, mindestens einmal wöchentlich, außerhalb des Servers. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde.

Häufige Fragen

Darf der Lehrling Anlagen im Marktstammdatenregister eintragen?

Technisch ja, wenn der Zugangsadministrator ihm einen eigenen Benutzer mit Schreibrechten für die betreffenden Anlagenbetreiber gibt. Den Administrator-Login braucht er dafür nicht. Ob Sie das wollen, entscheiden Sie im Betrieb.

Kann der Tresor die Passwörter in den Geräten unserer Kunden automatisch ändern?

Nein. Der Tresor speichert Zugangsdaten und füllt Anmeldeseiten im Browser aus, er greift nicht auf Anlagen zu. Ein neues Passwort setzen Sie wie bisher in der Anlage und tragen es danach im Eintrag nach. Der Passwortgenerator in den Apps erzeugt dafür ein starkes Passwort.

Funktioniert der Tresor auf dem Laptop, mit dem wir Anlagen programmieren?

Ja, die kostenlosen Bitwarden® Apps gibt es für Windows, macOS und Linux, dazu Erweiterungen für die gängigen Browser. In Programmen außerhalb des Browsers kopieren Sie Benutzername und Passwort aus der App.

Können wir Gerätezertifikate als Foto oder PDF im Tresor ablegen?

Ja, Dateien lassen sich als Anhang an einen Eintrag hängen, etwa die Zertifikatskarten eines Projekts oder eine exportierte Schlüsseldatei. Wie viel Platz zur Verfügung steht, hängt vom Server ab, eine feste Größe sagen wir nicht zu.

Wer legt neue Monteure im Tresor an?

Ein Verantwortlicher in Ihrem Betrieb lädt sie per E-Mail ein und gibt ihnen die Sammlungen frei, die sie brauchen. Jeder Monteur legt dabei sein eigenes Master-Passwort und seinen zweiten Faktor fest.