97.304 Unternehmen, drei IHKs und drei Handwerkskammern
Für das Berichtsjahr 2024 weist das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 97.304 rechtliche Einheiten mit Sitz im Land Brandenburg aus, also Firmen und Selbständige mit Beschäftigten oder Umsatzsteuer. 85.211 davon hatten weniger als zehn abhängig Beschäftigte, knapp 88 Prozent. Nach Zahl der Einheiten ist das Baugewerbe der größte Wirtschaftsabschnitt, mit 16.201 Einheiten, 14.602 davon unter zehn Beschäftigten. Grundlage ist das Unternehmensregister mit Stand 30.09.2025, der Bericht erschien im März 2026.
Industrie- und Handelskammern gibt es drei: Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg in Frankfurt (Oder). Die Bezirke der Handwerkskammern Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder) legt eine Anordnung des Landes seit 1995 fest. Im Süden und Osten decken sie sich mit denen der IHKs: Ein Dachdecker im Landkreis Elbe-Elster gehört zur Handwerkskammer Cottbus, und die IHK Cottbus betreut dasselbe Gebiet.
Die Landesbeauftragte in Kleinmachnow und ihre Zahlen für 2025
Die Datenschutz-Aufsicht über Firmen führt die Landesbeauftragte für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht, kurz LDA, mit Dienstsitz in Kleinmachnow. Ihr Tätigkeitsbericht Datenschutz 2025 (PDF) erschien im Mai 2026 und zählt 576 Meldungen von Datenschutzverletzungen, nach 506 im Vorjahr.
Behörden und Kommunen sind darin enthalten. 271 Meldungen kamen aus dem öffentlichen Bereich, 305 von nicht öffentlichen Stellen wie Unternehmen, Praxen und Vereinen. Bei den nicht öffentlichen Stellen stieg die Zahl um rund 30 Prozent, bei den öffentlichen sank sie leicht. Die Behörde betont, dass sie Meldungen zählt, nicht die tatsächlichen Vorfälle.
Über alle 576 Meldungen betrafen 227 falsch versandte Unterlagen, etwa vertauschte Briefe oder E-Mails an einen offenen Verteiler. 154 gingen auf Hackerangriffe, Viren, Phishing oder erpresserische Verschlüsselung zurück, 142 auf unbefugte Zugriffe oder Offenlegungen, 42 auf Diebstahl oder Verlust. Meist waren wenige Personen betroffen, mehr als 1.000 in 15 Fällen.
Ein Fall aus dem Bericht: Sicherung vorhanden, Daten verloren
Eine Arztpraxis meldete einen Befall mit Erpressungssoftware, betroffen waren Daten zu mehr als 8.000 Patientinnen und Patienten. Die Praxis hatte mehrere Sicherungsfestplatten, doch alle hingen beim Angriff am System und wurden mitverschlüsselt, die Daten waren unwiederbringlich verloren. Die LDA verwarnte die Praxis wegen eines Verstoßes gegen Art. 32 Abs. 1 DS-GVO und verweist auf die 3-2-1-Regel: drei Kopien auf mindestens zwei Medien, eine davon an einem anderen Standort.
Datenpanne melden: Handreichung und Formular der LDA
Die Handreichung „Meldung von Datenschutzverletzungen in Brandenburg“ (Stand August 2025) erklärt die Meldung nach Art. 33 DSGVO. Fällig ist sie schon bei einem geringen Risiko, die Benachrichtigung der Betroffenen erst bei einem hohen. Nächte, Wochenenden und Feiertage verlängern die Frist von 72 Stunden nicht. Wer noch nicht alles weiß, meldet vorläufig und reicht Angaben nach. Dokumentieren muss der Betrieb jede Panne, auch eine nicht gemeldete.
Gemeldet wird über das Formular der LDA. Beim Abruf am 14.10.2026 stand dort, dass die Behörde vorübergehend keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Formulars anbietet, nur Transportverschlüsselung. Für sehr sensible Angaben empfiehlt sie verschlüsselte E-Mail oder Post. Fragen beantwortet sie auch: 2025 registrierte sie 477 Anfragen, Telefonate nicht mitgezählt.
Polizei: die ZAC beim LKA, ohne eigene Webseite
Eine eigene Seite der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) haben wir bei der Polizei Brandenburg nicht gefunden, auch die Übersicht aller ZACs auf polizei.de verlinkt für Brandenburg keine. Die Hinweise für Firmen stehen im Abschnitt „Für Behörden und Unternehmen“ der Seite Internetkriminalität. Die ZAC sitzt beim Landeskriminalamt. Wer ihr schreibt, sollte erwähnen, dass er für ein Unternehmen anfragt, denn das Postfach wird nicht rund um die Uhr gelesen. Telefonisch ist sie seit dem 1. September 2025 wochentags von 8 bis 20 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr erreichbar, sonst in dringenden Fällen über die 110.
Schwierige Fälle ermittelt das Cyber-Competence-Center des LKA, Fälle mit höherem Schaden die Direktionen, Massendelikte die Kriminalpolizei der Inspektionen. Als Beweis bittet die Polizei um die E-Mail im Original und darum, vorhandene Daten bis zum ersten Kontakt unverändert zu lassen.
Was Land und Kammern anbieten
Die IHK Potsdam nennt auf ihrer Seite zur IT-Sicherheit fünf Grundregeln, darunter Updates, Datensicherung und starke Passwörter, und verweist auf ein Merkblatt zum Vorgehen bei Cybercrime. Ein Datum trägt die Seite nicht.
Das Land fördert Digitalisierungsvorhaben kleiner und mittlerer Unternehmen mit dem Innovationsgutschein BIG-Digital, die Richtlinie gilt bis zum 30. Juni 2027. Anträge nimmt die Investitionsbank des Landes im Oktober 2026 über ihr Kundenportal an, vorher ist ein Gespräch mit der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg Pflicht. IT-Sicherheit nennt die Richtlinie nicht eigens, und die förderfähigen Ausgaben müssen mindestens 5.000 € betragen. Ein Passwort-Tresor allein kommt da nicht hin: Wartung und Server kosten im ersten Jahr zusammen rund 248 € (12 × 16,99 € Wartung bei 12 Monaten Mindestlaufzeit plus ab 12 × 3,69 € Servermiete bei netcup, inkl. MwSt.).
Beispiel: ein Tiefbaubetrieb, dessen Sicherung mitverschlüsselt wird
Ein erfundener Fall nach dem Muster aus dem Bericht der LDA: Ein Tiefbaubetrieb hat 19 Beschäftigte, 15 davon auf den Baustellen. Im Büro sitzen die Inhaberin, ein Bauleiter und zwei Kaufleute. Der Server sichert nachts auf zwei USB-Festplatten, die ständig angesteckt sind. Die Kennwörter für Server, Router und Fernwartung stehen in einer Textdatei auf genau diesem Server, die Zugänge zu den Portalen der Baustoffhändler im Browser einer Kauffrau.
Nach einer gefälschten Rechnung im Postfach sind Server und Festplatten verschlüsselt. Der externe IT-Dienstleister könnte neu aufsetzen, braucht aber das Kennwort des Routers. Das lag in der verschlüsselten Datei. Warum solche Listen im Ernstfall wenig taugen, steht im Ratgeber Passwörter in Excel.
| Was jetzt gebraucht wird | Wo es lag | Wer es braucht |
|---|---|---|
| Kennwörter für Router und Fernwartung | Textdatei auf dem befallenen Server | IT-Dienstleister, Inhaberin |
| Zugänge zu den Postfächern | im Kopf der Inhaberin | Inhaberin, IT-Dienstleister |
| Portale für Baustoffe und Mietgeräte | Browser im Büro | Kaufleute, Bauleiter |
| Angaben für die Meldung an die LDA | nirgends aufgeschrieben | Inhaberin |
Wie die ersten Schritte nach so einem Angriff aussehen, beschreibt der IT-Notfallplan für Zugänge. Weitere Zugänge eines Baubetriebs zeigt die Seite Passwort-Manager für Bauunternehmen.
Was ein Passwort-Tresor an dem Fall ändert
Bei Passwortheld steht der Tresor auf einem eigenen Server der Firma bei netcup, nicht auf dem Büroserver, den der Angriff verschlüsselt hat. Die Inhaberin kommt deshalb auch nach dem Angriff vom Handy aus an ihre Zugänge. Router und Fernwartung liegen in der Sammlung „IT“, die der IT-Dienstleister mit eigenem Konto ohne Aufpreis sieht. Die Kaufleute arbeiten mit „Einkauf“, der Bauleiter sieht dazu „Baustellen“.
Am Tresor ist für alle Mitarbeiter ein zweiter Faktor Pflicht, ein ausgespähtes Master-Passwort allein öffnet den Tresor also nicht. Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein. Codes gemeinsam genutzter Konten speichert die Inhaberin beim Zugang, wie im Ratgeber Bestätigungscodes im Team teilen beschrieben. Als Eigentümerin der Organisation räumt sie dem Bauleiter den Notfallzugang ein. Nach der Übernahme ihres Kontos sieht er die Sammlungen, die ihr zugewiesen sind, den Ablauf legen wir bei der Einrichtung fest. Mehr im Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.
Auch der Tresor braucht eine Sicherung, die ein Angriff nicht mit erfasst. Mit dem Backup-Paket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. sichern wir ihn täglich verschlüsselt bei einem anderen Anbieter in Deutschland, den Büroserver aber nicht. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht, dann exportiert die Inhaberin ihn selbst verschlüsselt. Ihre Passwörter können wir nicht lesen, die Inhalte sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
Hinweis: Diese Seite ist keine Rechtsberatung. Ob eine Panne zu melden ist und wer zu benachrichtigen ist, klären Sie im Einzelfall mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder der LDA.
Welche Sammlungen in Ihrem Betrieb sinnvoll sind, klären wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten), per Telefon oder Video.
Anlaufstellen für Firmen in Brandenburg
| Datenschutz-Aufsicht für Firmen | Die Landesbeauftragte für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht Brandenburg |
|---|---|
| Polizei bei Cyberangriffen auf Firmen | Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) beim LKA Brandenburg |
| Industrie- und Handelskammern | IHK Potsdam, IHK Cottbus, IHK Ostbrandenburg |
| Handwerkskammern | Handwerkskammer Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) |
| Unternehmen | 97.304, davon 85.211 mit weniger als 10 Beschäftigten (2024) |
Für die Einrichtung muss niemand anreisen: Wir richten den Tresor per Fernwartung aus Dresden ein und halten ihn aus der Ferne aktuell. Das Erstgespräch mit Firmen in Brandenburg führen wir am Telefon oder per Video.
Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Rechtliche Einheiten und Niederlassungen im Land Brandenburg 2024 (PDF); LDA Brandenburg, Tätigkeitsbericht Datenschutz 2025 (PDF); LDA Brandenburg, Handreichung Meldung von Datenschutzverletzungen (PDF); Anordnung über die Bezirke der Handwerkskammern im Land Brandenburg (BRAVORS); Richtlinie BIG-Digital (BRAVORS). Stand: 14.10.2026.