Passwortheld

Für Werbeagenturen

Passwort-Manager für Werbeagenturen: Kundenkonten und Lizenzen trennen

Werbeagenturen arbeiten in den Werbekonten ihrer Kunden und mit eigenen Lizenzen für Bilder, Schriften und Druck. Beides gehört im Tresor in getrennte Sammlungen, und freie Kräfte sehen nur den Etat, für den sie arbeiten.

Stand: 14.10.2026 · Marcel Schönfelder, Schönfelder EDV

Zugänge, die in einer Werbeagentur zusammenlaufen

Eine Werbeagentur arbeitet mit Konten, die ihr selbst gehören, und mit Konten ihrer Kunden. Liegen alle Logins in denselben Browsern, kann später niemand mehr sagen, was wem gehört.

  • Werbekonten der Kunden: Google Ads, Werbekonten bei Meta, Kampagnenkonten in weiteren Netzwerken, dazu Statistik und Tag-Verwaltung für die Zielseiten.
  • Bild- und Lizenzportale: Stockfotos und Videos, Schriften, Musik für Spots, Vorlagen und Mockups, meist als Abo auf die Agentur.
  • Druck und Produktion: Kundenkonten bei Online-Druckereien, Upload-Portale für Druckdaten, Bestellportale für Werbetechnik und Messebau.
  • Material vom Kunden: Markenportal mit Logos und Gestaltungsrichtlinien, freigegebene Cloud-Ordner, Pressebereiche.
  • Agentur selbst: Abos für Gestaltungs- und Schnittprogramme, Projektmanagement, Zeiterfassung und Buchhaltung.

Im Tresor trennen Sie das in Sammlungen und geben jede nur den Personen frei, die damit arbeiten. Grundlagen dazu stehen im Ratgeber Passwörter im Team teilen.

Werbekonten: Agenturzugang statt Kundenpasswort

Für Google Ads gibt es das Verwaltungskonto. Laut Google-Hilfe ist es ein eigenes, neu angelegtes Google Ads-Konto, mit dem Agenturen mehrere Kundenkonten von einer Stelle aus steuern. Die Agentur schickt dem Kunden eine Einladung zur Verknüpfung. Nimmt er sie an, ist sein Konto mit dem Verwaltungskonto verbunden. Für die Leute im Team vergibt die Agentur Zugriffsebenen: Adminzugriff, Standardzugriff, Lesezugriff, Abrechnung und Nur E-Mail-Zugriff.

Das Passwort des Google-Kontos, mit dem der Kunde sein Werbekonto angelegt hat, braucht die Agentur damit nicht. Es bleibt beim Kunden und gehört auch nicht in Ihren Tresor.

Auf die Inhaberschaft achten: Legt die Agentur ein Kundenkonto aus ihrem Verwaltungskonto heraus neu an, ist ihr Verwaltungskonto automatisch Inhaber. Ein Kundenkonto hat nach der Google-Hilfe nur einen Inhaber. Will die Agentur die Inhaberschaft später abgeben, muss im Kundenkonto mindestens ein Nutzer mit Administratorzugriff eingetragen sein. Richten Sie dem Kunden diesen Administrator deshalb gleich beim Anlegen ein.

Bei Meta teilt der Kunde Werbekonto und Seite aus seinem Business-Portfolio mit dem Portfolio der Agentur. Wie das geht und wo die Grenzen liegen, steht auf der Seite für Social-Media-Agenturen.

Lizenzkonten gehören der Agentur

Beim Stockportal, beim Schriftenanbieter und bei der Musikbibliothek ist die Agentur selbst der Kunde. Bevor das halbe Team einen solchen Login mit demselben Passwort nutzt, lesen Sie in den Lizenzbedingungen nach, ob das Konto für eine Person oder ein Team gedacht ist. Erlaubt der Anbieter Teamkonten mit eigenen Benutzern, ist das der sauberere Weg.

Für jedes Lizenzkonto, das trotzdem gemeinsam genutzt wird, legen Sie einen Eintrag in der Sammlung „Lizenzen“ an. Rechnungen, Lizenzbelege und Lizenzschlüssel hängen Sie als Datei an. In die Notiz schreiben Sie, für welchen Kunden ein Bild oder eine Schrift gekauft wurde. Fragt ein Kunde zwei Jahre später nach dem Nachweis für ein Motiv, steht die Antwort beim Eintrag. Welche Funktionen der Tresor dafür hat, zeigt die Übersicht der Funktionen.

Verlangt ein Stockportal bei der Anmeldung einen Bestätigungscode aus einer Authenticator-App, legen Sie den Schlüssel beim Eintrag ab. Dann ruft jeder Berechtigte den Code selbst ab. Wie das funktioniert und warum die Zwei-Faktor-Pflicht am Tresor dazugehört, erklärt der Ratgeber 2FA-Codes im Team teilen.

Druckereien: wer mit der Firmenkarte bestellen darf

Ist im Konto einer Online-Druckerei eine Zahlungsart hinterlegt, kann jeder, der sich anmeldet, auf Kosten der Agentur bestellen. Legen Sie diese Konten deshalb in eine eigene Sammlung „Produktion“, die nur die Leute öffnen, die Druckaufträge auslösen.

Wer nur Druckdaten vorbereitet, braucht das Login nicht, solange die Produktion ihm Datenblätter und Vorgaben der Druckerei weitergibt. Ob eine Druckerei weitere Benutzer ohne Bestellrecht anbietet, sehen Sie in deren Kontoeinstellungen.

Sammlungen nach Etat und Agentur

Der Schnitt folgt in einer Werbeagentur zwei Linien: je Kunde für alles, was dem Kunden gehört, und je Aufgabe für das, was der Agentur gehört.

BereichTypische ZugängeWer braucht Zugriff
Etat eines KundenMarkenportal, Cloud-Ordner des Kunden, Zugänge zu Zielseiten, Konten ohne eigenen AgenturzugangTeam des Etats, freie Kräfte im Projekt
LizenzenStockfotos, Schriften, Musik, Vorlagen, mit Belegen als AnhangGestaltung und Text, meist nur mit Leserecht
ProduktionOnline-Druckereien, Werbetechnik, Messebau-PortaleProduktion, Projektleitung
MediaZugänge zum Verwaltungskonto und zum Business-Portfolio der Agentur, sofern eine Person sie nicht persönlich führtMedia-Team, Geschäftsführung
AgenturbetriebProgramm-Abos, Buchhaltung, ZeiterfassungGeschäftsführung, Verwaltung

Das Onlinebanking steht in keiner Sammlung und auch nicht im persönlichen Bereich. Wer Zahlungen erledigt, bekommt bei der Bank einen eigenen Zugang mit Vollmacht, wie im Ratgeber Onlinebanking für Mitarbeiter beschrieben.

Ob jemand eine Sammlung nur lesen oder auch bearbeiten darf, legen Sie je Sammlung fest. Die Einteilung stimmen wir bei der Einrichtung mit Ihnen ab.

Freie Texter, Fotografen und Gestalter

Holt die Agentur eine freie Texterin oder einen Fotografen für einen Etat dazu, bekommt die Person ein eigenes Konto im Tresor mit eigenem Master-Passwort und zweitem Faktor. Sie sieht nur die Sammlung dieses Etats. Einen Aufpreis gibt es dafür nicht, weil die Zahl der Nutzer den Preis nicht ändert. Für einen einzelnen Zugang reicht auch ein sicherer Link, der verschlüsselt und nur für eine begrenzte Zeit abrufbar ist.

In den Werbekonten selbst geben Sie einer freien Kraft besser einen eigenen Benutzer, bei Google Ads etwa mit Standard- oder Lesezugriff. Endet der Auftrag, entfernen Sie diesen Benutzer, und der Verantwortliche in der Agentur sperrt das Konto im Tresor. Passwörter, die die Person kannte, ändern Sie danach, bei freien Kräften genauso wie bei Festangestellten. Der Tresor zeigt, welche Sammlungen sie sehen konnte. Die vollständige Reihenfolge steht in der Checkliste, wenn ein Mitarbeiter die Firma verlässt.

Wenn ein Etat die Agentur verlässt

  1. Google Ads: Prüfen, ob Ihr Verwaltungskonto Inhaber des Kundenkontos ist. Nach der Google-Hilfe kann ein Administrator Ihres Verwaltungskontos die Inhaberschaft entfernen, wenn im Kundenkonto mindestens ein Nutzer mit Administratorzugriff eingetragen ist. Danach heben Sie die Verknüpfung auf oder der Kunde tut es.
  2. Meta: Der Kunde entfernt die Agentur als Partner aus seinem Business-Portfolio.
  3. Kundenmaterial: Zugänge zum Markenportal und zu Cloud-Ordnern ändert der Kunde. Übergeben müssen Sie hier wenig, weil die Konten ohnehin ihm gehören.
  4. Eigene Konten: Stockportal, Schriften und Druckerei bleiben bei der Agentur. Klären Sie nur, welche Lizenzbelege der Kunde für bereits verwendete Motive braucht, und schicken Sie sie ihm als sicheren Link.
  5. Tresor: Die Sammlung des Etats leeren und löschen, freie Kräfte, die nur für diesen Etat gearbeitet haben, sperren.

Ein Beispiel: Verpackung und Messe

Eine erfundene Agentur für Verpackungsgestaltung und Messeauftritte: die Inhaberin, zwei Mediengestalterinnen, ein Mitarbeiter in Teilzeit für die Online-Kampagnen der Kunden, dazu eine freie Texterin und ein freier Fotograf. Das Login der Online-Druckerei samt Firmenkreditkarte war im Browser des Teilzeitkollegen gespeichert, das Passwort für das Stockportal kannten alle.

Die Inhaberin hat das Passwort der Druckerei geändert und es aus dem Browser löschen lassen. Heute liegt die Druckerei in „Produktion“, die nur sie und eine Mediengestalterin öffnen. Das Stockportal steht in „Lizenzen“ mit Leserecht für die vier Festen, jedes gekaufte Motiv mit Kundenname in der Notiz. Der Teilzeitkollege arbeitet in Google Ads mit eigenem Benutzer im Verwaltungskonto. Die Texterin sieht im Tresor die Sammlungen der zwei Etats, für die sie schreibt, der Fotograf bekommt einzelne Zugänge per sicherem Link.

Die Inhaberin ist Eigentümerin der Organisation im Tresor. Für den Fall, dass sie ausfällt, hat sie ihrem Mann einen Notfallzugang eingeräumt. Er arbeitet nicht in der Agentur und sieht sonst keine Sammlung. Wie so ein Zugang abläuft, beschreibt der Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.

Was der Tresor für eine Agentur kostet

Die Wartung kostet 16,99 € im Monat inkl. MwSt., ohne Aufpreis für freie Kräfte oder weitere Festangestellte. Die Mindestlaufzeit beträgt 12 Monate, die Einrichtung ist enthalten. Dazu kommt der Server, den Ihre Agentur direkt bei netcup mietet, ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt. Das Angebot richtet sich nur an Unternehmer. Gesichert wird der Tresor nur mit dem Backup-Paket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne das Paket sichern wir nicht, und Ihre Agentur exportiert den Tresor selbst verschlüsselt. Support ist nicht im Preis: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde. Rechenbeispiele für verschiedene Teamgrößen stehen im Ratgeber Was ein Passwort-Manager kostet.

Baut Ihre Agentur auch Websites und betreut deren Technik, lesen Sie die Seite für Webagenturen. Ob der Tresor zu Ihrem Team passt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) am Telefon oder per Video.

Quellen: Google Ads-Hilfe: Google Ads-Verwaltungskonten; Google Ads-Hilfe: Inhaberschaft von Kundenkonten; Google Ads-Hilfe: Zugriffsebenen in Verwaltungskonten; Google Ads-Hilfe: Zugriffsebenen in Google Ads-Konten; Meta-Hilfebereich: Partnern Zugriff auf Business-Assets einräumen. Stand: 14.10.2026.

Passwortheld: der Firmentresor auf Ihrem eigenen Server

Sie mieten einen kleinen Server bei netcup auf den Namen Ihrer Firma. Wir richten darauf den Tresor ein, halten ihn aktuell und achten darauf, dass er erreichbar bleibt.

Wartung durch Schönfelder EDV

16,99 € pro Monat

inkl. MwSt. · fester Preis, keine Kosten pro Nutzer · 12 Monate Mindestlaufzeit, danach mit einem Monat Frist kündbar · dazu die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat

Kostenloses Erstgespräch (15 Minuten)

Nur für Unternehmer. Es gelten die AGB. Preis im Einzelnen

Im Preis sind Einrichtung, Updates und die laufende Prüfung von Erreichbarkeit und Zertifikat. Die tägliche Sicherung gibt es als Zusatzpaket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht. Sie sichern dann selbst, mindestens einmal wöchentlich, außerhalb des Servers. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde.

Häufige Fragen

Unsere Buchhaltung braucht die Rechnungen aus Google Ads. Braucht sie dafür ein Passwort aus dem Media-Team?

Nein. Google Ads hat eine eigene Zugriffsebene „Abrechnung“. Wer sie hat, sieht und bearbeitet laut Google-Hilfe Zahlungsinformationen und Abrechnungsberichte, kann aber keine Kampagnen aufrufen oder ändern. Die Buchhaltung bekommt so einen eigenen Benutzer.

Kann eine freie Texterin den Tresor auf ihrem eigenen Rechner nutzen?

Ja. Sie installiert die kostenlosen Bitwarden® Apps oder die Browser-Erweiterung und meldet sich mit ihrem eigenen Konto an. Sie sieht nur die Sammlungen, die Sie ihr freigeben.

Eine freie Kraft fängt am Montag an. Wann laden wir sie in den Tresor ein?

Kurz vorher, denn die Einladung per E-Mail gilt fünf Tage. Bevor die Person die Sammlungen sieht, richtet sie ihren zweiten Faktor ein. Planen Sie dafür am ersten Tag ein paar Minuten ein.

Eine Mitarbeiterin arbeitet für drei Etats. Wie bekommt sie die Zugänge?

Sie geben ihr die drei Sammlungen dieser Etats frei. Wechselt sie später auf einen anderen Etat, entziehen Sie ihr die alte Sammlung wieder, an ihrem Konto ändert sich dabei nichts.