Passwortheld

Für Campingplätze

Passwort-Manager für Campingplätze: Rezeption, Gelände und Kiosk

Auf dem Campingplatz stecken wichtige Zugänge in Schranke, Sanitärgebäude und WLAN-Technik, dazu kommen Buchungsportale und das Kurtaxe-System der Gemeinde. So verteilen Sie sie auf Inhaber, Platzwart und Saisonkräfte.

Stand: 14.10.2026 · Marcel Schönfelder, Schönfelder EDV

Zugänge zwischen Rezeption, Schranke und Kiosk

Auf einem Campingplatz hängen die Zugänge weniger an Zimmern als an Technik im Gelände. Die Rezeption bucht und meldet, der Platzwart hält Schranke, Sanitärgebäude und Stromversorgung am Laufen, im Kiosk läuft eine Kasse.

  • Rezeption: Platzverwaltung mit Belegungsplan, Online-Buchung auf der eigenen Website, Partnerbereiche der Buchungsportale, das System der Gemeinde für Kurtaxe und Gästekarte, das Postfach für Anfragen.
  • Gelände: Verwaltung der Schrankenanlage, Türcodes und Zugangssysteme der Sanitärgebäude, Steuerung von Warmwasser und Heizung, Router und Hotspot für das Gäste-WLAN.
  • Kiosk und Imbiss: Kasse, Kartenterminal, Bestellportale des Großhandels.
  • Büro: ELSTER, Lohnabrechnung, die Meldung an das Statistische Landesamt.

Wie Angreifer Partnerkonten von Unterkünften übernehmen und was ein Channel-Manager mit allen Kanälen zugleich ändern kann, steht auf der Seite für Hotels und Pensionen. Für die Portale, über die Stellplätze gebucht werden, gilt das genauso.

Schranke und Sanitärgebäude: wer die Codes ändern darf

Bei der Schranke und den Türen der Sanitärgebäude sind zwei Dinge zu trennen: das Konto, mit dem jemand Codes anlegt und Kennzeichen freischaltet, und die Codes selbst. Das Verwaltungskonto gehört in eine Sammlung, die Inhaber und Platzwart sehen. Wer dort angemeldet ist, kann jedem Fahrzeug die Einfahrt öffnen oder das Sanitärgebäude für alle sperren.

Dauerhafte Codes, etwa für Personal, Müllabfuhr oder den Techniker der Anlage, legen Sie als eigene Einträge an und schreiben in die Notiz, wer sie kennt.

Am Ende der Saison setzen Sie die Codes neu, die Saisonkräfte kannten. Bietet der Hersteller der Anlage einen zweiten Faktor für das Verwaltungskonto an, schalten Sie ihn ein und hinterlegen den Schlüssel im Tresor, dann bekommt auch der Platzwart den Code. Wie das im Team funktioniert, erklärt der Ratgeber 2FA-Codes im Team teilen. Damit das sicher bleibt, meldet sich jeder Mitarbeiter am Tresor mit eigenem Master-Passwort und eigenem zweiten Faktor an, diese Pflicht schalten wir bei der Einrichtung ein. Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein.

Gäste-WLAN: Ein Passwort für Gäste ist freiwillig, eines für den Router nicht

Nach § 7 Abs. 2 DDG darf eine Behörde den Betreiber eines WLAN nicht verpflichten, Nutzer vorher zu registrieren oder ein Passwort zu verlangen. Freiwillig darf er beides tun. Ob Ihre Gäste ein Kennwort oder einen Tagescode eingeben, entscheiden also Sie.

Der heikle Zugang ist ein anderer: das Verwaltungskonto des Routers oder der Hotspot-Lösung, die über das Gelände verteilt ist. Wer es hat, kann das Netz abschalten, seine Einstellungen ändern oder das Netz der Rezeption erreichen, wenn Gästenetz und Büronetz nicht getrennt sind. Dieser Zugang gehört in die Sammlung für die Technik. Betreut ein Dienstleister das WLAN, kann er ein eigenes Konto im Tresor bekommen, das nur diese Sammlung sieht. Weil es keine Nutzergrenze gibt, kostet das nichts extra. Was dazu gehört, wenn das Gerät noch mit dem Werkskennwort läuft, steht im Ratgeber Standardpasswörter von Geräten.

Meldeschein und Kurtaxe auf dem Platz

Wer im Zelt, Wohnmobil, Wohnwagen oder Boot auf einem gewerblich überlassenen Platz übernachtet, ist nach § 29 Abs. 4 BMG von der allgemeinen Meldepflicht befreit, solange er im Inland gemeldet ist. Für ausländische Gäste gelten aber die Absätze 2 und 3 entsprechend, also dieselben Regeln wie im Hotel: Sie unterschreiben am Ankunftstag einen besonderen Meldeschein oder bestätigen die Daten auf einem der elektronischen Wege nach § 29 Abs. 5, und sie weisen sich mit Pass oder Passersatz aus. Nach § 30 BMG hält die Leitung des Platzes die Meldescheine bereit und bewahrt sie ab der Abreise ein Jahr auf. Was sich 2025 für deutsche Gäste geändert hat, beschreibt die Seite für Hotels.

Kurtaxe oder Kurbeitrag regeln Gemeinden in eigenen Satzungen, für die fünf bayerischen Staatsbäder gilt dagegen eine Verordnung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen. In beiden Beispielen aus Bayern ist der Campingplatz ausdrücklich genannt:

  • Im Markt Pleinfeld verpflichtet die Kurbeitragssatzung in der Fassung, die seit dem 01.01.2025 gilt, auch Inhaber von Campingplätzen, die Beitragspflichtigen schriftlich oder elektronisch zu melden und den Kurbeitrag einzuziehen. Sie haften für dessen Eingang. Gemeldet wird mit dem Vordruck aus dem Rathaus, ein anderes Verfahren lässt sich mit der Touristinformation vereinbaren.
  • In den Staatsbädern Bad Reichenhall, Bad Bocklet, Bad Steben, Bad Kissingen und Bad Brückenau verlangt die Kurtax-Verordnung von Vermietern von Unterkünften und Campingplätzen, die Meldedaten spätestens am dritten Werktag nach Ankunft des Gastes zu übermitteln. Verfügt der Betrieb über mehr als neun Betten, ist der elektronische Weg Pflicht, auf Antrag sind Ausnahmen bei unbilligen Härten möglich.

Wo die Gemeinde ein Online-System betreibt, bekommt der Platz dafür Zugangsdaten. Diese gehören in die Sammlung der Rezeption, damit auch die Spätschicht am Samstag Gäste anmelden kann. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung, verbindlich sind Gesetz, Satzung oder Verordnung und die Auskunft Ihrer Gemeinde.

Ab zehn Stellplätzen zählt ein Campingplatz nach dem Beherbergungsstatistikgesetz zu den Betrieben, die jeden Monat Auskunft geben müssen, Existenzgründer sind in den ersten Jahren unter Umständen befreit. Er meldet Ankünfte, Übernachtungen und Stellplätze und dazu das Datum einer vorübergehenden Schließung und Wiedereröffnung, etwa über den Winter. Meldet der Platz online, legen Sie den Zugang in die Sammlung für das Büro, damit die Meldung nicht an einer Person hängt.

Kiosk und Imbiss mit eigener Kasse

Brötchen am Morgen, Getränke am Abend: Hat der Kiosk eine elektronische Kasse, gehört eine Sicherheitseinrichtung (TSE) dazu, vielleicht auch ein eigenes Kartenterminal. PIN und PUK der TSE gehören nicht in die Sammlung, die Saisonkräfte sehen. Wie Sie die Nummern ablegen und wer sie kennen sollte, beschreibt der Ratgeber TSE-PIN und PUK der Kasse. Betreiben Sie ein richtiges Restaurant auf dem Platz, finden Sie mehr auf der Seite für die Gastronomie.

Sammlungen für einen Campingplatz

SammlungTypische ZugängeWer sie sieht
RezeptionPlatzverwaltung, Buchungsportale, Kurtaxe-System der Gemeinde, GästepostfachInhaber, feste Rezeptionskräfte, Saisonkräfte mit verborgenen Passwörtern
Gelände und TechnikVerwaltung von Schranke und Sanitärtüren, Personalcodes, Router und Hotspot, HeizungssteuerungInhaber, Platzwart, der WLAN-Dienstleister mit eigenem Konto
KioskKasse, Kartenterminal, Bestellportal des GroßhandelsWer den Kiosk führt
BüroELSTER, Lohnabrechnung, Statistikmeldungnur die Inhaber

Eigentümer und Administratoren der Organisation, hier die Inhaber, sehen zusätzlich alle Sammlungen. Das Onlinebanking steht in keiner Sammlung und auch nicht im persönlichen Bereich. Wer Zahlungen erledigt, bekommt bei der Bank einen eigenen Zugang mit Vollmacht, wie im Ratgeber Onlinebanking für Mitarbeiter beschrieben.

Für jede Sammlung legen Sie fest, ob jemand nur lesen oder auch ändern darf.

Saisonkräfte an der Rezeption

Eine Saisonkraft, die Gäste anmeldet, muss sich an der Platzverwaltung und am Kurtaxe-System anmelden können. Das Passwort selbst muss sie dafür nicht kennen. Die Sammlung Rezeption lässt sich so freigeben, dass Nutzer Passwörter nur ausfüllen, aber nicht anzeigen lassen können. Technisch hält das niemanden ab: Wer ausfüllen kann, findet das Passwort mit etwas Aufwand heraus. Es macht aber unwahrscheinlicher, dass es auf einem Zettel unter der Tastatur landet.

Jede Saisonkraft bekommt ein eigenes Konto, eingeladen per E-Mail durch den Inhaber. Die Einladung gilt fünf Tage, und vor dem ersten Blick in die Sammlungen richtet die neue Kraft ihren zweiten Faktor ein. Am letzten Tag der Saison sperrt der Inhaber die Konten. Der Tresor zeigt, welche Sammlungen jemand sehen konnte, und die Passwörter daraus sollten Sie ändern. Die ganze Reihenfolge steht in der Checkliste, wenn jemand den Betrieb verlässt.

Beispiel: 160 Stellplätze am See

Ein erfundener Platz an einem See, geöffnet von April bis Oktober: 160 Stellplätze, davon 50 für Dauercamper, sechs Mietfässer, ein Kiosk. Ein Ehepaar führt ihn, ein Platzwart arbeitet das ganze Jahr, im Sommer kommen drei Saisonkräfte für Rezeption und Kiosk.

Der Code der Sanitärgebäude war drei Jahre lang derselbe und stand auf einem Zettel an der Rezeption. Das Verwaltungskonto der Schranke lief auf die private Adresse einer früheren Rezeptionistin. Als der Platzwart im Mai einen neuen Code anlegen wollte, kam die Mail zum Zurücksetzen bei ihr an.

Heute läuft die Schranke auf eine Adresse des Platzes und liegt in der Sammlung Gelände und Technik, die nur das Ehepaar und der Platzwart öffnen. Der Sanitärcode wechselt zu jeder Saison, die Dauercamper bekommen ihn über einen sicheren Link, der nach einer Woche nicht mehr abrufbar ist. Die Saisonkräfte füllen die Passwörter der Rezeption aus, ohne sie zu sehen. Die Inhaberin ist im Tresor Eigentümerin der Organisation. Für den Fall, dass beide Eheleute gleichzeitig ausfallen, hat sie der erwachsenen Tochter, die nicht auf dem Platz arbeitet, einen Notfallzugang eingeräumt. Dafür hat die Tochter ein eigenes Konto im Tresor, aber keine Sammlung. Über den Notfallzugang käme sie mit der Eigentümerrolle an alle Sammlungen, auch an Büro, an das Geschäftskonto nicht. Dafür hat sie von der Bank eine eigene Vollmacht mit eigenem Zugang. Wie so ein Zugang abläuft, beschreibt der Ratgeber Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.

Kosten für einen Campingplatz

Die Wartung kostet 16,99 € im Monat inkl. MwSt., egal ob im Winter zwei und im Sommer zehn Leute im Tresor arbeiten. Die Mindestlaufzeit beträgt 12 Monate, die Einrichtung ist enthalten. Den Server mietet Ihr Betrieb selbst bei netcup, ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt. Im Beispiel mit sieben Konten (Ehepaar, Platzwart, drei Saisonkräfte, Tochter) sind das zusammen 20,68 € im Monat, rund 2,95 € je Konto. Das Angebot gilt nur für Unternehmer.

Eine Sicherung gibt es nur mit dem Backup-Paket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne das Paket sichern wir den Tresor nicht, Sie exportieren ihn dann selbst verschlüsselt. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab, 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde. Wer einzelne Ferienhäuser statt Stellplätze vermietet, findet eine eigene Seite für Ferienwohnungs-Vermieter. Ob der Tresor zu Ihrem Platz passt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) am Telefon oder per Video.

Anlaufstellen

Meldeschein ausländischer Gäste§§ 29 und 30 Bundesmeldegesetz
Kurtaxe oder KurbeitragSatzung Ihrer Gemeinde, in den bayerischen Staatsbädern die Kurtax-Verordnung
Monatliche BeherbergungsstatistikStatistisches Landesamt Ihres Landes
KammerIHK Ihres Bezirks

Quellen: § 29 BMG; § 7 DDG; Beherbergungsstatistikgesetz; Bayerische Kurtax-Verordnung, § 7; Markt Pleinfeld: Änderung der Kurbeitragssatzung (18.12.2024). Stand: 14.10.2026.

Passwortheld: der Firmentresor auf Ihrem eigenen Server

Sie mieten einen kleinen Server bei netcup auf den Namen Ihrer Firma. Wir richten darauf den Tresor ein, halten ihn aktuell und achten darauf, dass er erreichbar bleibt.

Wartung durch Schönfelder EDV

16,99 € pro Monat

inkl. MwSt. · fester Preis, keine Kosten pro Nutzer · 12 Monate Mindestlaufzeit, danach mit einem Monat Frist kündbar · dazu die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat

Kostenloses Erstgespräch (15 Minuten)

Nur für Unternehmer. Es gelten die AGB. Preis im Einzelnen

Im Preis sind Einrichtung, Updates und die laufende Prüfung von Erreichbarkeit und Zertifikat. Die tägliche Sicherung gibt es als Zusatzpaket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht. Sie sichern dann selbst, mindestens einmal wöchentlich, außerhalb des Servers. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde.

Häufige Fragen

Gehören die Kennzeichen der Dauercamper für die Schranke in den Tresor?

Nein. Kennzeichen und Gästecodes sind Daten Ihrer Gäste und bleiben in der Platzverwaltung oder in der Schrankenanlage. Im Tresor liegt nur das Konto, mit dem Sie diese Anlage verwalten.

Im Winter ist die Rezeption geschlossen. Kommen wir trotzdem an die Zugänge?

Ja. Die kostenlosen Bitwarden® Apps laufen auf Rechner und Handy, dazu gibt es die Weboberfläche unter Ihrer eigenen Adresse. Der Tresor steht nicht auf dem Platz, sondern auf Ihrem Server bei netcup.

Der Techniker der Schrankenanlage braucht einmal im Jahr das Verwaltungskennwort. Wie geben wir es weiter?

Für einen einzelnen Termin reicht ein sicherer Link mit Ablaufdatum und begrenzter Zahl an Abrufen. Kommt er öfter, bekommt er ein eigenes Konto, das nur die Sammlung für Gelände und Technik sieht.

Lohnt sich ein Tresor für einen kleinen Platz, den wir zu zweit führen?

Wenn außer Ihnen beiden niemand an die Zugänge muss, ist der Nutzen klein. Er wächst mit jeder Saisonkraft, jedem Platzwart und jedem Dienstleister, der bisher Codes per Zettel oder Chat bekommen hat.