Passwortheld

Ratgeber

Wiederherstellungscodes: wo eine Firma sie aufbewahrt

Ersatzcodes für die Zwei-Faktor-Anmeldung öffnen ein Konto ohne Handy. Welche Codes Google, Microsoft und GitHub ausgeben, an welchen Ort welche gehören und wer in der Firma sie sehen sollte.

Stand: 14.10.2026 · Marcel Schönfelder, Schönfelder EDV

Wiederherstellungscodes für Zwei-Faktor: was sie sind und wohin sie gehören

Wiederherstellungscodes, je nach Dienst auch Backup-Codes oder Ersatzcodes genannt, ersetzen bei der Anmeldung den zweiten Faktor. Wer Passwort und einen dieser Codes hat, kommt in das Konto, auch ohne das Handy mit der Authenticator-App. Manche Dienste zeigen sie nur bei der Einrichtung der Zwei-Faktor-Anmeldung, bei anderen lassen sie sich später in den Sicherheitseinstellungen abrufen oder neu erzeugen. In der Hand eines Fremden ersetzen sie das Handy, deshalb gehören sie genauso geschützt wie der zweite Faktor selbst.

In einer Firma bewahren Sie sie an zwei Orten auf. Die Codes der Firmenkonten kommen in den Passwort-Tresor, als Notiz oder Anhang beim Zugang, in eine Sammlung, die nur Geschäftsführung und eine zweite Vertrauensperson sehen. Der Code für das eigene Konto am Tresor kommt auf Papier in einen verschlossenen Umschlag im Firmensafe, denn wer ihn braucht, kommt gerade nicht in den Tresor. Nicht dorthin gehören die Codes: als Foto in die Galerie des Handys, als Textdatei auf den Desktop, als Mail an sich selbst.

Die Codes der großen Dienste im Vergleich

Jeder Dienst handhabt die Codes etwas anders. Für die Ablage zählt, wie viele Codes es gibt und was mit den alten passiert, wenn jemand neue erzeugt.

DienstCodesNeu erzeugen
Google-KontoZehn achtstellige Codes, jeder gilt einmalDie alten werden automatisch ungültig
Persönliches Microsoft-KontoEin Code mit 25 StellenFrühere Codes gelten nicht mehr
GitHub16 Codes, jeder gilt einmalDie ganze alte Liste wird ungültig
Arbeitskonto in Microsoft 365Keine Codes für den Nutzer beschriebenDer Administrator setzt den zweiten Faktor zurück
Konto am Passwort-TresorEin CodeNach jeder Benutzung gibt es einen neuen

Stand der Angaben ist der 14.10.2026, nach den Hilfeseiten von Google, Microsoft und GitHub und der Dokumentation der Apps. Für Google Workspace empfiehlt Google, dass Super Admins Backup-Codes für die anderen Administratoren vorab erzeugen, ausdrucken und sicher aufbewahren. Microsoft rät beim persönlichen Konto, den Code auszudrucken und nicht auf einem Gerät zu speichern, mit dem Sie sich an diesem Konto anmelden. GitHub empfiehlt, die Codes in einem sicheren Passwort-Manager zu speichern.

Drei Orte und was jeweils dorthin gehört

OrtPasst fürDarauf achten
Notiz beim Eintrag im TresorCodes als Text, etwa die zehn von GoogleEintrag in eine Sammlung mit engem Kreis, nicht in die Sammlung, aus der das Team den Zugang täglich abruft
Anhang beim EintragCodes als heruntergeladene Datei oder als PDF, wie GitHub sie anbietetDie Datei danach vom Rechner löschen, auch aus dem Download-Ordner und dem Papierkorb
Papier im FirmensafeDer Code für das eigene Konto am Tresor und für AdministratorkontenEin Umschlag je Person, mit Name und Datum beschriftet, verschlossen

Ein Tresor ohne Sammlung für Notfall-Codes zwingt zu einer schlechten Wahl: Entweder liegen die Codes beim Zugang, wo alle Kollegen mit Zugriff sie sehen, oder im persönlichen Bereich einer Person, an den im Alltag sonst niemand kommt. Eine eigene Sammlung „Notfall-Codes“ löst beides.

Wer die Codes sehen darf

Wer einen Wiederherstellungscode und das Passwort kennt, meldet sich an wie der Inhaber des Kontos. Beim Tresor schaltet das Einlösen sogar alle zweiten Faktoren des Kontos ab. Für Passwörter verlangt das BSI im Baustein ORP.4.A8, dass sie nur der Person selbst bekannt sind und schriftlich nur für eine Hinterlegung im Notfall festgehalten werden, die dann sicher aufbewahrt sein muss. Für Codes, die den zweiten Faktor ersetzen, empfehlen wir dieselbe Strenge.

  • Gemeinsame Firmenkonten: Geschäftsführung und eine zweite Person, zum Beispiel die Büroleitung oder der IT-Ansprechpartner. Das Team, das den Zugang nutzt, braucht die Codes im Alltag nicht.
  • Persönliche Konten eines Mitarbeiters: der Mitarbeiter selbst. Bei Konten mit Verwaltung in der Firma, etwa Google Workspace, kann ein Administrator ohnehin neue Codes abrufen.
  • Administratorkonten: die Person mit dem Konto, dazu ein Ausdruck im Safe. Fällt sie aus, greift der Notfallzugriff auf Firmenpasswörter.

Wie Sie Sammlungen und Rechte im Tresor schneiden, steht unter Passwörter im Team teilen. Die Codes selbst, mit denen ein ganzes Team sich täglich anmeldet, sind ein anderes Thema, das Bestätigungscodes im Team teilen behandelt.

Der Code für den Tresor gehört nicht in den Tresor

Laut Dokumentation der Apps gehört der Wiederherstellungscode des Tresorkontos außerhalb des Tresors, und der Hersteller kann ihn nicht für Sie abrufen. Solange Sie angemeldet sind, sehen Sie ihn in der Weboberfläche des Tresors in den Sicherheitseinstellungen bei der Zwei-Faktor-Anmeldung, nachdem Sie Ihr Master-Passwort eingegeben haben. Ist der Code verloren und der zweite Faktor auch, setzt ein Eigentümer oder Administrator Ihrer Organisation den zweiten Faktor des Kontos über die Kontowiederherstellung zurück. Geht das nicht, etwa beim einzigen Eigentümer, entfernen wir ihn auf Auftrag im Admin-Bereich des Servers, nach Aufwand (74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde).

Deshalb gehört das Ausdrucken bei Passwortheld zur Einrichtung: Jeder Nutzer druckt den Code am selben Tag aus, an dem er seinen zweiten Faktor einrichtet. Für eine Firma mit acht Konten am Tresor heißt das acht Umschläge, oder ein Mitarbeiter verwahrt seinen Code selbst zu Hause, wenn die Firma das so regelt. Auf das Notfallblatt (PDF) gehört der Code nicht, das Blatt beschreibt nur Wege und Personen. Wie der Code im Ernstfall eingesetzt wird, steht unter Handy mit Authenticator-App verloren.

Codes pflegen: verbraucht, neu erzeugt, veraltet

  1. Verbrauchte Codes markieren. Google empfiehlt das selbst. Im Tresor streichen Sie den Code in der Notiz, auf Papier durchstreichen.
  2. Nach dem Neuerzeugen sofort ersetzen. Bei Google, Microsoft und GitHub werden alte Codes ungültig, sobald jemand neue anlegt. Eine veraltete Liste im Safe ist im Ernstfall wertlos.
  3. Nach einem Weggang neu erzeugen. Konnte ein ausgeschiedener Mitarbeiter die Sammlung mit den Codes sehen, erzeugen Sie für diese Konten neue. Die übrige Reihenfolge steht in der Checkliste Mitarbeiter verlässt die Firma.
  4. Einmal im Jahr prüfen. Für jedes Konto mit Zwei-Faktor-Anmeldung: Gibt es Codes, liegen sie am richtigen Ort, sind sie noch gültig? Den Termin legen Sie am besten auf denselben Tag wie die jährliche Prüfung des Notfallblatts.

Fehler mit Ersatzcodes

  • Das Bildschirmfoto in der Galerie. Liegt es auf dem Handy mit der Authenticator-App, verschwinden beim Verlust Faktor und Ersatz gemeinsam.
  • Die Datei „backup-codes.txt“. Unverschlüsselt auf dem Rechner kann Schadsoftware sie lesen, und Google legt beim Herunterladen genau so eine Textdatei an. Für Codes gilt dasselbe wie für Passwortlisten, siehe Passwörter in Excel.
  • Die Codes des Kollegen, der sie eingerichtet hat. Er hat die Zwei-Faktor-Anmeldung für den Großhändler-Zugang eingeschaltet und die Codes in seinem persönlichen Bereich gespeichert. Nach seinem Weggang weiß niemand, dass es sie gab.
  • Keine Codes abgerufen. Bei Google und beim Tresor holt man sie in den Sicherheitseinstellungen eigens ab. Wer das überspringt, hat im Ernstfall nur noch den Administrator oder den Support des Anbieters.

Ein Beispiel aus einem Übersetzungsbüro

Ein erfundenes Übersetzungsbüro mit vier Angestellten nutzt Google Workspace, ein Übersetzungsportal mit einer gemeinsamen Anmeldung und ein Konto beim Domain-Anbieter. Die Inhaberin ist einzige Super Admin in Workspace. Beim Aufräumen legt sie im Tresor die Sammlung „Notfall-Codes“ an, die nur sie und ihr Projektleiter sehen, und speichert dort die Ersatzcodes des Übersetzungsportals und des Domain-Kontos.

Ihre eigenen Workspace-Codes druckt sie aus, wie Google es für Administratoren rät, und legt sie mit ihrem Wiederherstellungscode für den Tresor in einen Umschlag im Büroschrank mit Schloss. Den Projektleiter macht sie zum zweiten Super Admin, damit nicht alles an einer Person hängt. Was Übersetzungsbüros sonst an Zugängen haben, steht auf der Seite für Übersetzungsbüros.

Bei Passwortheld

Im Tresor von Passwortheld sind Dateianhänge bei jedem Kunden eingeschaltet, Codes als Datei lassen sich also direkt beim Zugang ablegen. Die Sammlungen und wer sie sieht, legen Sie selbst fest. Für alle Mitarbeiter gilt am Tresor die Zwei-Faktor-Pflicht, Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein. Deshalb hat auch jeder einen eigenen Wiederherstellungscode für sein Konto. Als zweiter Faktor stehen eine Authenticator-App und ein Code per E-Mail zur Wahl, die App ist sicherer, besonders wenn das Passwort des Postfachs im Tresor liegt.

Liegen die Ersatzcodes der Firmenkonten nur noch im Tresor, brauchen Sie eine Sicherung des Tresors. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht. Vor Updates legen wir nur eine Kopie auf demselben Server an, sie ersetzt keine Sicherung. Sie exportieren den Tresor dann selbst verschlüsselt, wie wir es bei der Einrichtung zeigen. Das Backup-Paket kostet 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Die Wartung kostet 16,99 € im Monat inkl. MwSt. bei 12 Monaten Mindestlaufzeit, ohne Kosten pro Nutzer, dazu die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt., nur für Unternehmer. Mehr im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten).

Quellen: Google-Konto-Hilfe: Mit Back-up-Codes anmelden; Microsoft Support: How to get a Microsoft account recovery code (englisch); GitHub Docs: Wiederherstellungsmethoden für die Zwei-Faktor-Authentifizierung; BSI: IT-Grundschutz-Kompendium, Baustein ORP.4 Identitäts- und Berechtigungsmanagement (PDF, Edition 2023). Stand: 14.10.2026.

Passwortheld: der Firmentresor auf Ihrem eigenen Server

Sie mieten einen kleinen Server bei netcup auf den Namen Ihrer Firma. Wir richten darauf den Tresor ein, halten ihn aktuell und achten darauf, dass er erreichbar bleibt.

Wartung durch Schönfelder EDV

16,99 € pro Monat

inkl. MwSt. · fester Preis, keine Kosten pro Nutzer · 12 Monate Mindestlaufzeit, danach mit einem Monat Frist kündbar · dazu die Servermiete bei netcup ab 3,69 € im Monat

Kostenloses Erstgespräch (15 Minuten)

Nur für Unternehmer. Es gelten die AGB. Preis im Einzelnen

Im Preis sind Einrichtung, Updates und die laufende Prüfung von Erreichbarkeit und Zertifikat. Die tägliche Sicherung gibt es als Zusatzpaket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt. Ohne Backup-Paket sichern wir den Tresor nicht. Sie sichern dann selbst, mindestens einmal wöchentlich, außerhalb des Servers. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab: 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde.

Häufige Fragen

Sind Wiederherstellungscodes nicht doppelt gemoppelt, wenn der Code ohnehin im Tresor liegt?

Nein. Der Code im Tresor hilft nur, solange der Tresor erreichbar ist und der Zugang darin stimmt. Ersatzcodes sind der Weg, wenn jemand die Zwei-Faktor-Anmeldung beim Dienst versehentlich neu eingerichtet hat oder ein Eintrag fehlt.

Darf ich die Ersatzcodes ausdrucken?

Ja. Microsoft schlägt das für den Code des persönlichen Kontos selbst vor, Google für die Backup-Codes des Google-Kontos und für die Codes von Administratoren in Workspace. Für den Code des Tresorkontos ist Papier ohnehin der passende Ort.

Wie viele Codes sollten im Tresor liegen, alle zehn oder nur ein paar?

Alle, die der Dienst ausgegeben hat. Wer nur einen Teil ablegt, weiß später nicht, ob die übrigen noch irgendwo herumliegen. Verbrauchte Codes streichen Sie in der Notiz durch.

Wo finde ich den Wiederherstellungscode für den Tresor?

Bei den kostenlosen Bitwarden® Apps steht der Code für das eigene Tresorkonto in der Weboberfläche des Tresors, abrufbar mit dem Master-Passwort, solange Sie angemeldet sind. Er gehört ausgedruckt außerhalb des Tresors aufbewahrt, sonst kommen Sie ohne den zweiten Faktor nicht an ihn heran.