Diensthandy-Nummer mitnehmen: nur mit der Firma und erst nach dem Umzug der Konten
Läuft der Mobilfunkvertrag auf die Firma, kann ein Mitarbeiter die Nummer nur mitnehmen, wenn die Firma mitmacht. In den Formularen für Geschäftskunden von Vodafone und o2 unterschreibt der bisherige Vertragsinhaber mit, wenn er ein anderer ist. Die Telekom verlangt für die Mitnahme, dass die Nummer beim bisherigen Anbieter zur Portierung freigegeben oder gekündigt ist. Bleibt der Mitarbeiter beim selben Anbieter, übernimmt er stattdessen den Vertrag, und auch dafür braucht es die Firma.
Bevor jemand unterschreibt, muss die Firma jedes Konto von dieser Nummer lösen, das auch nach dem Weggang weiterläuft. Gemeint sind Konten, die Anmeldecodes per SMS schicken, Konten mit der Nummer als Weg zur Wiederherstellung und WhatsApp Business, bei dem die Nummer das Konto selbst ist. Bleibt die Nummer eingetragen, bekommt der frühere Mitarbeiter nach dem Wechsel diese Codes auf sein privates Handy und kann bei manchen Diensten über „Passwort vergessen“ ein neues Passwort setzen. Wir raten zu mindestens einer Woche Vorlauf, denn Google kann nach einer Änderung noch sieben Tage lang Codes an die alte Nummer schicken.
Was § 59 TKG regelt
Nach § 59 Absatz 5 des Telekommunikationsgesetzes können Endnutzer die ihnen zugeteilte Rufnummer zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Absatz 6 erlaubt die Mitnahme einer Mobilfunknummer jederzeit, auch mitten in der Laufzeit, und nach einer Kündigung noch bis zu einem Monat nach Vertragsende. Laut Bundesnetzagentur können die Vertragsbedingungen eines Anbieters eine längere Frist vorsehen, häufig 90 Tage (Abruf 16.10.2026).
Arbeitnehmer erwähnt § 59 nicht. Die Bundesnetzagentur schreibt, dass die Mitnahme nur klappt, wenn Name, Anschrift, Geburtsdatum und Rufnummer beim alten und beim neuen Anbieter übereinstimmen. Im alten Vertrag stehen die Daten der Firma, deshalb braucht der Mitarbeiter ihre Mitwirkung. Ob er einen Anspruch darauf hat, kann im Arbeitsvertrag oder in einer Absprache stehen. Das klärt im Streitfall ein Anwalt für Arbeitsrecht, dieser Text ist keine Rechtsberatung.
So läuft es bei Telekom, Vodafone und o2
| Fall | Was der Anbieter verlangt | Was die Firma beiträgt |
|---|---|---|
| Mitnahme zur Telekom | Die Nummer ist beim bisherigen Anbieter zur Portierung freigegeben (Opt-In) oder gekündigt | Gibt die Nummer bei ihrem Anbieter frei oder kündigt sie |
| Mitnahme zu Vodafone Business | Auftrag Rufnummern-Mitnahme (Formular 992753) mit der Kundennummer beim bisherigen Anbieter | Unterschreibt im Feld „Unterschrift des Vertragsinhabers beim jetzigen Anbieter (falls abweichend)“ |
| Mitnahme zu o2 Business | Formular „Rufnummernmitnahme“ mit Kundennummer, möglich bis 90 Tage nach Vertragsende. Vor dem Vertragsende braucht es eine Erklärung beim bisherigen Anbieter, ab dessen Zustimmung bleiben 30 Tage | Unterschreibt als Vertragsinhaber beim bisherigen Anbieter |
| Vertragsübernahme bei der Telekom | Kontaktformular für Geschäftskunden, auch für den Wechsel in einen Privatkunden-Vertrag | Füllt die Online-Übernahme in einen Business-Vertrag am besten mit dem Mitarbeiter zusammen aus, die TAN kommt per SMS an die SIM. Für einen Privatvertrag lädt sie ein unterschriebenes Formular hoch, eine GmbH mit Handelsregisterauszug |
| Vertragsübernahme bei Vodafone | Wechsel in einen Privatkundentarif über die Kundenbetreuung | Wendet sich an ihre Kundenbetreuung bei Vodafone |
Stand der Angaben: Hilfe und Kontaktformulare der Telekom (ohne Datum) sowie Formular 992753 und Formularseite von Vodafone abgerufen am 16.10.2026, Formular von o2 mit Stand 09/2026. Fehlen der Firma Kundennummer oder Kundenkennwort, hilft die Seite Kundenkennwort beim Mobilfunk.
Welche Firmenkonten an einer Diensthandy-Nummer hängen
Unser Rat: Legen Sie die Liste am Handy selbst an. Der Mitarbeiter geht den SMS-Verlauf der letzten zwölf Monate nach Bestätigungscodes durch und nennt Ihnen die Absender. Danach fragen Sie nach Konten, bei denen er die Nummer „nur für den Notfall“ angegeben hat. Diese tauchen im Verlauf nicht auf, weil nie ein Code kam.
| Konto | Wo die Nummer steht | Worauf achten |
|---|---|---|
| Google-Konto der Firma, etwa für Unternehmensprofil oder Werbung | Sicherheit und Anmeldung, „Telefonnummer zur Kontowiederherstellung“ | Die Änderung kann bis zu sieben Tage brauchen, so lange kann Google noch Codes an die alte Nummer senden |
| Microsoft 365: Administratorkonten und gemeinsam genutzte Konten | Im Entra Admin Center unter Benutzer, Authentifizierungsmethoden, für den Nutzer selbst unter „Sicherheitsinformationen“ | Unser Rat: erst die neue Methode hinzufügen, dann die Telefonnummer entfernen |
| Apple Account des Firmenhandys | Einstellungen, Name, „Anmeldung & Sicherheit“, „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ | Apple verlangt mindestens eine vertrauenswürdige Nummer, also zuerst eine neue eintragen |
| WhatsApp Business | Die Nummer ist das Konto | Vor der Mitnahme unter Einstellungen, Konto, „Nummer ändern“ auf eine neue Firmennummer umziehen |
| Lieferanten- und Händlerportale, Zahlungsdienste | Sicherheitseinstellungen des Portals | Unser Rat: wo möglich auf eine Authenticator-App umstellen |
Die Angaben stammen aus den Hilfeseiten der Hersteller: Google (abgerufen 16.10.2026), Microsoft Learn (Stand 01.10.2026), Apple (veröffentlicht 22.09.2026) und WhatsApp (abgerufen 16.10.2026). Bei WhatsApp zieht die Funktion zum Ändern der Nummer Profil, Kontakte und Chats auf die neue Nummer um und löscht das Konto der alten. Cloud-Backups bleiben an die alte Nummer gebunden, WhatsApp empfiehlt deshalb, gleich danach ein neues Backup anzulegen. Mehr dazu unter WhatsApp Business in der Firma.
Reihenfolge vor dem letzten Arbeitstag
Wir raten zu dieser Reihenfolge, damit die Firma bei keinem Konto den Zugang verliert:
- Neuen Weg einrichten. Bietet ein Konto eine Authenticator-App an, richten Sie sie neu ein und legen den geheimen Schlüssel beim Zugang im Tresor ab. Wo nur SMS geht, tragen Sie eine andere Nummer der Firma ein, etwa die eines zweiten Diensthandys.
- Alte Nummer austragen. Erst wenn die Anmeldung über den neuen Weg einmal geklappt hat.
- Wiederherstellungscodes neu erzeugen. Die alten kann der Mitarbeiter gespeichert haben. Wohin die neuen gehören, steht unter Wiederherstellungscodes aufbewahren.
- Eine Woche warten, damit Änderungen wie bei Google wirksam sind.
- Dann unterschreiben oder die Freigabe beim Anbieter erteilen.
Passwörter, die der Mitarbeiter kannte, ändern Sie unabhängig davon. Den vollständigen Ablauf für Zugänge, Geräte und Konten beschreibt die Checkliste Mitarbeiter verlässt die Firma. Was mit Apple Account und Google-Konto auf dem zurückgegebenen Gerät passiert, steht unter Firmenhandy: Apple und Google.
Wenn die Firma die Nummer behält oder kündigt
Bekommt der Nachfolger die Nummer, kehrt sich das Problem um. Hat der frühere Mitarbeiter das Diensthandy auch privat genutzt, können seine eigenen Konten noch an dieser Nummer hängen, und deren Codes landen dann beim Nachfolger. Bitten Sie ihn deshalb vor der Rückgabe, die Nummer aus seinen privaten Konten zu entfernen.
Kündigt die Firma die Nummer ganz, sollte vorher kein Konto mehr daran hängen. Das BSI schreibt in seinen Bewertungstabellen zur Zwei-Faktor-Authentisierung (Version 1.1, Mai 2026), dass Telefonnummern nach kurzer Sperrzeit neu vergeben werden. Wer die Nummer danach bekommt, kann so an Dienste gelangen, die noch mit ihr verknüpft sind. Wie Betrüger auf anderem Weg an eine Nummer kommen, behandelt SIM-Swapping.
Fehler, die bei der Mitnahme passieren
- Erst unterschreiben, dann aufräumen. Nach der Portierung kommen SMS-Codes beim neuen Inhaber der Nummer an, und für die Umstellung fehlt der Firma dann der Code.
- Nur Codes, keine Wiederherstellung. Wer die SMS-Anmeldung abschaltet, aber die Nummer zur Kontowiederherstellung stehen lässt, gibt dem neuen Inhaber der Nummer bei Diensten wie Google weiter den Weg über „Passwort vergessen“.
- Private Nummer im Firmenvertrag. Hat ein Mitarbeiter seine private Nummer beim Einstieg in den Firmenvertrag mitgebracht, halten Sie schon dann schriftlich fest, was beim Weggang gilt. Tragen Sie diese Nummer nicht in Konten ein, die der Firma gehören.
Ein Beispiel aus einem SHK-Betrieb
Ein erfundener Heizungsbaubetrieb mit elf Monteuren: Der Kundendienstleiter geht nach 14 Jahren in die Selbständigkeit. Viele Kunden kennen seine Diensthandy-Nummer, und er bittet darum, sie mitnehmen zu dürfen. Der Inhaber stimmt zu, unter der Bedingung, dass vorher alle Firmenkonten umgezogen sind. An der Nummer hängen das Google-Konto mit dem Unternehmensprofil, das der Kundendienstleiter einst angelegt hatte, das Bestellportal des Großhändlers mit SMS-Code und WhatsApp Business für die Terminabsprachen.
Drei Wochen vor dem letzten Tag bekommt das Büro eine neue SIM-Karte. Die Büroleiterin zieht WhatsApp Business mit „Nummer ändern“ auf diese Nummer um und schreibt den Stammkunden, unter welcher Nummer sie den Kundendienst jetzt erreichen. Im Google-Konto trägt die Büroleiterin die neue Nummer zur Wiederherstellung ein. Das Großhändlerportal bietet eine Authenticator-App an, also landet der geheime Schlüssel beim Zugang im Tresor. Erst danach unterschreibt der Inhaber den Portierungsauftrag. Für die restliche Laufzeit des Firmenvertrags lässt er sich vom Anbieter eine neue Nummer zuteilen, die bekommt der Nachfolger. Was ein SHK-Betrieb sonst an Zugängen ordnen sollte, zeigt die Seite für SHK-Betriebe.
Codes, die an keiner Rufnummer hängen
Einen SMS-Code kann kein Passwort-Tresor empfangen. Bei Diensten, die nur SMS anbieten, bleibt der Code an die Rufnummer gebunden, und dann muss die Nummer der Firma gehören. Bietet ein Dienst eine Authenticator-App an, kann der geheime Schlüssel im Tresor liegen, und der Tresor erzeugt die Codes für alle, die die Sammlung sehen. Geht ein Mitarbeiter, sperrt der Verantwortliche sein Konto im Tresor, und seine Rufnummer spielt für diese Konten keine Rolle. Hat er den Schlüssel einmal angezeigt bekommen, richten Sie den zweiten Faktor beim Dienst neu ein. Wie das Teilen solcher Codes funktioniert, steht unter Bestätigungscodes im Team teilen.
Damit hängt der Schutz dieser Konten am Tresor. Bei Passwortheld gilt die Zwei-Faktor-Pflicht für alle Mitarbeiter. Eigentümer und Administratoren richten den zweiten Faktor selbst ein. Diese beiden Rollen sehen alle Sammlungen, deshalb raten wir, sie nur Inhaber und Stellvertretung zu geben. Ihre Passwörter können wir nicht lesen, die Inhalte sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
Die Wartung kostet 16,99 € im Monat inkl. MwSt. bei 12 Monaten Mindestlaufzeit, ohne Kosten pro Nutzer und nur für Unternehmer. Den Server mietet Ihre Firma bei netcup, ab 3,69 € im Monat inkl. MwSt. Gesichert wird der Tresor nur mit dem Backup-Paket für 7,99 € im Monat inkl. MwSt., ohne das Paket sichern wir nicht. Hilfe im Alltag rechnen wir nach Aufwand ab, 74,99 € je Stunde inkl. MwSt., je angefangener Viertelstunde. Ob das zu Ihrem Betrieb passt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten), am Telefon oder per Video.
Quellen: § 59 Telekommunikationsgesetz: Anbieterwechsel und Rufnummernmitnahme; Bundesnetzagentur: Anbieterwechsel und Umzug (abgerufen 16.10.2026); Vodafone Business: Formulare rund um Ihren Vertrag (Rufnummern-Mitnahme, Vertragsübernahme); o2 Business: Formular Rufnummernmitnahme Mobilfunk (PDF, Stand 09/2026); Google-Konto-Hilfe: Informationen zur Kontowiederherstellung festlegen. Stand: 16.10.2026.